
Eine erschütternde Osterbotschaft
Harald Schistek sendet uns eine ergreifende Osterbotschaft:
Ostern2010
Wann ist Ostern?
Der Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang.
Eben darum ist Ostern so ein spezielles Fest. Nach Schneegestöber, Eisblumen am Fenster, bizarren Baumskeletten ohne Blätter, wir immer flüchtend in geheizte Räume, möchte man wieder eine laue Luft genießen, grüne Wiesen und Blüten an den Bäumen sehen.
Ostern und die Auferstehung Jesu ist so ein Fest des Lebens. Nach den Monaten des Finsternis, zeigt es uns, dass das Leben siegt und die Helle und Wärme der Sonne ist das Symbol dafür.
Bei uns hier auf der Südhalbkugel verliert dieser Symbolismus jede Konsistenz. Die Tage werden kürzer, es wird kühler, sogar hier in der Nähe des Äquators. Weiter im Süden kramen die Leute schon ihre warme Kleidung aus den Schränken. Die Caatinga wird langsam kahler und oft sieht man wunderschön die herbstliche Verfärbung der Blätterbäume.
Die Kirche muss hier umdenken.
Gestern Abend war ich bei der Abendmahlfeier in der kleinen Basisgemeinde des Tagelöhnerviertels Tubuleiro, hier in Juazeiro. Die Gemeinde gestaltete selbst, ohne Priester, die sehr eindrucksvolle Feier. Besonders schön war die Fußwaschung. Vorne waren sechs einfache Wasserschüsseln aufgestellt, aus Aluminium oder Plastik. Und dann, Jugendliche, Ältere, jeder nahm eine Schüssel und begann die Füße der Anwesenden zu waschen; dann wurde abgewechselt, Andere nahmen die Schüsseln, bis Allen die Füße gewaschen waren. Dazu wurde gesungen.
Und heute morgen, Karfreitag, wurde mir das Leiden und der Ausschluss der armen Bevölkerung, von den grundlegenden Menschenrechten mehr als bewusst. Für diese Gruppe, gibt es zwar die Demut des Gründonnerstags, aber ihr Leben ist von einem ständigen Karfreitag begleitet.
Jetzt m 31. März wurde im in Redenção, Pedro Alcantara de Souza, der Koordinator der gewerkschaftlichen Gemeinschaftsfront der Kleinbauern des Bundesstaates Pará, 55 Jahre, mit fünf Schüssen in den Kopf getötet. Er ging mit seiner Frau auf der Straße, als zwei Männer auf einem Motorrad sich näherten und auf ihn feuerten. Persönlich und im Rahmen seiner Organisation setzte er sich für die gesetzliche vorgesehene Enteignung von mit gefälschten Dokumenten erworbenem Großgrundbesitz und brachliegenden Farmen ein, damit diese von landlose Bauernfamilien benutzt werden können.
Aktuell im Visier hatte die Gewerkschaftsbewegung die Großfarmen Cristalina mit mehr als 55.000 Hektar und Estrela mit 80.000 Hektar. Man muss sich nur folgendes vorstellen: in dem betreffenden Gebiet, je nach Bodenqualität kann eine Familie mit 5 bis 10 Hektar gut leben. Auf den 80.000 Hektar, dass ein einziger Mann für sich beansprucht, könnten also 8.000 bis 16.000 Familien ein eigenständiges Einkommen haben, aus der Armutszone herausgehoben werden und nicht mehr auf Sozialprogramme angewiesen sein.(Diese Nachricht stand auch auf der ersten Seite der home page von BBC und erschien unter anderem als relativ langer Artikel in der Washington Post vom 1. April und dem Arab News (!) vom 2. April.)
Gemäß der CPT, der Landpastoral der brasilianischen Bischofskonferenz, nehmen die Attentate gegen Führungspersonen der Bauern wieder mehr zu. Allein im letzten Jahr gab es in Para mehr als 10 Morde wegen Landkonflikte.
Dazu kommt noch der Mangel an Strafverfolgung. Bei jedem Mord verspricht die Polizei immer großspurig, dass der Fall aufgeklärt werde. Am Ende wird in wenigen Fällen der Pistoleiro identifiziert, der Auftraggeber kommt aber praktisch immer unbestraft davon.
Diese Zunahme an Gewalt, wir haben hier in Juazeiro einen ähnlichen Fall, mit Landraub und Mord an einen Bauernführer, ist mit durch die Regierung des Präsidenten Lula verschuldet, der den landwirtschaftlichen Großunternehmen jede nur mögliche Unterstützung gibt, damit die brasilianische Wirtschaft durch den Export von Commodities gerettet werde. Und dazu benötigt das Agrobusiness Land und zwar viel Land.
Die Familienlandwirtschaft wird mit einigen Brosamen ruhig gestellt.
Diese Abwendung von den Menschenrechte ist weltweit zu beobachten. Und Brasilien ist auch unter den Staaten, die autoritäre Regimes hofieren.
Die heurige Fastenaktion der brasilianischen Bischofskonferenz widmet sich dem Thema „Wirtschaft und Leben“, unter dem Titel: ihr könnt nicht Gott und dem Geld gleichzeitig dienen.
Im Basismaterial dazu fand ich passend ein Zitat des Hl. Ambrosius, aus seinem Kommentar zum
4. Buch der Könige:
Nabuth war nicht der einzige Arme, der getötet wurde. Jeden Tag fällt ein Nabuth zu Boden; jeden Tag wird ein Nabuth ermordet... du gibst dem Armen nicht, was dein ist, sonder du gibst ihm zurück was ihm gehört. Denn was Allgemeingut ist, wurde allen gegeben, du hast es dir allein angeeignet. Das Land gehört allen und nicht nur den Reichen. Leider sind es sehr Wenige, die vom Land Gebrauch machen können.
In Brasilien gehört fast die Hälfte des bestellbaren Landes nur einem Prozent (1%) der Bevölkerung!
Die Größe des bestellbaren Landes, die eine Familie benötigt, um in einer bestimmten Region der Welt ihr Auskommen zu finden, hängt vor allem von den klimatischen Bedingungen ab: die Fruchtbarkeit des Bodens ist ein wichtiges Grundelement, aber ohne genügend Feuchtigkeit im Boden, nützt der fruchtbarste Boden nichts. Und hier in der semiariden Zone des Nordostens von Brasilien ist die Situation des Landbesitzes noch viel krasser, weil hier die Fläche eines tragbaren Familienbetriebes wesentlich größer sein muss, als in regenreicheren Zonen.
Sämtliche Entwicklungsprogramme, sei es von staatlicher Seite aus oder von Nichtregierungsorganisationen, müssen als grundlegende Aufbauaktivität, die Frage haben, ist denn diese Familie Besitzer des Landes, zweitens, ist die Anzahl der Hektare den klimatischen Bedingungen entsprechend und, drittens, was tun, damit die Familie dieses Problem löst.
Mit diesen Gedanken feiern wir den Karfreitag, gehen dann in die Auferstehungsfeier am Samstag und hoffen, dass in Zusammenarbeit aller es auch für diese Gruppe der Rechtlosen auch ein Osterfest geben wird.
Ich wünsche Euch ein gesegnetes Osterfest, dass unsere Leben Sinn habe, indem wir um Gerechtigkeit kämpfen.
Karfreitag 2010, 2. April
Euer Harald
Erschütternde Meldung
Unser Freund Heinz-Peter Vetten schreibt:
Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,
heute Nacht bekam ich eine Nachricht aus Brasilien, um deren
Kenntnisnahme und Verbreitung ich Sie bitte, siehe Anhang.
Wer die Vorgänge noch einmal nachlesen möchte, den bitte ich auf die Seite
http://www.ewl-hueckelhoven.de/casa_nova_1.htm zu gehen.
Meine Brasilianischen Freunde bereiten eine urgentaktion vor, die ich
sofort verbreiten werde, sobald sie mir vorliegt.
Schalom und herzlichen Dank
Euer / Ihr Heinz Peter Vetten
AUSRUF DER ENTRÜSTUNG. EIN ÜBERFALL AUF DIE GEMEINSCHAFTSWEIDE-FLÄCHE (FUNDO DE PASTO) DURCH EINE RICHTERLICHE AMTSPERSON
"Ich scheiße und verzichte auf die Internationale Konvention"
Dr. Eduardo Padilha, Richter in Casa Nova, Bahia
Am Freitag, dem 5.3.2010 drangen einige Personen, die in zwei Kraftfahrzeugen ankamen, in die Fläche der Gemeinschaftsweide Areia Grande gewaltsam ein. Das Eingangstor wurde aufgebrochen und zum Teil zerstört, außerdem das Haus des im Januar 2009 ermordeten Kleinbauern José Campos Braga, genannt Zé de Antero. Dieser wurde aufgrund eines herrschenden Landkonfliktes zwischen den Familien der Gemeinde und den Großgrundbesitzern umgebracht.
Der Überfall löste bei den Familien der betroffenen Gemeinden von Salina da Brrinca, Jurema, Melancia und Riacho Grande Angst und Unsicherheit aus. Die Familien zeigten diesen Vorfall bei der Polizeidienststelle in Casa Nova an.
Die Vereinigung der Rechtsanwälte der ländlichen ArbeiterInnen (Associação de Advogados/as de Trabalhadores Rurais – AATR), die Landpastoral (CPT) in Juazeiro und die Gewerkschaft der Arbeiter in landwirtschaftlichen Großunternehmen (SINTAGRO) der Landkreise Juazeiro, Curacá, Casa Nova, Sobradinho, Sento Sé und Vertreter der BauernInnenvereinigungen des Fundo de Pasto suchten den Richter, Herrn Dr. Eduardo Padilha, im Amtsgericht in Casa Nova auf, um ihn über die Ereignisse zu informieren und um Vorkehrungen zu bitten, da diese Situation große Spannungen verursachte.
Überraschenderweise wurde den Anwesenden im Gespräch mit dem Richter bewusst, dass es sich um eine Aktion handelt, die von ihm selbst beauftragt und begleitet wurde, zusammen mit dem Staatsanwalt des Amtsgerichtes Dr. Sebastiäo Coelho, mit Beamten der Militärpolizei, dem Gerichtsdiener, Herrn Alberto Rocha, bekannt unter dem Namen Feijao und von Gileno de Andrade Almeida, der vom Richter als persönliche Sicherheitsperson bezeichnet wurde. Es ist jedoch anzumerken, dass Gileno sich selbst als Vertreter und Teilhaber der Großgrundbesitzer bezeichnet.
Als Motiv des gewaltsamen Eindringens gab der Richter eine erneute richterliche Inspektion der Fläche an. Hierbei ist zu bemerken, dass eine richterliche Inspektion der Fläche durch den Richter bereits am 19.02.2010 durchgeführt worden war, dies im Beisein eines Vertreters der Coordenação de Desenvolvimento Agrário (CDA = Zentrale Kommission der Agrarentwicklung des Bundesstaates Bahias) von AATR, CPT, SINTAGRO, sowie der VertreterInnen der BauernInnenvereinigungen des Fundo de Pasto (Gemeinschaftsweideflächen).
Aber es war noch nicht genug damit, gewaltsam auf die Fläche eingedrungen zu sein und den einen vorbereitenden Prozessakt durchgeführt zu haben, ohne darüber den Bundesstaat Bahia zu informieren, denn dieser ist Urheber und der Beauftragende der Vermessung der Landflächen zur Feststellung der Besitzverhältnisse. Der Richter schloss die Vertreter der CPT, SINTAGRO und BauernInnenvereinigungen aus und debattierte mit den beiden Rechtsanwältinnen der AATR weiter, wobei er seinen Standpunkt über die Nutzung der traditionellen Fläche deutlich machte. Laut seiner Stellungnahme war die erste Inspektion eine „Täuschung, ein Betrug, ein Schminken" und "ein gestellter Zirkus". Er behauptete, dass auf der Fläche keine Menschen leben und dass er weniger als 50 Ziegen auf der Fläche gesehen hat, und somit es nicht gerechtfertigt ist, dass die Familien diese Fläche erhalten. Der Richter bezweifelte auch die Arbeit der staatlichen CDA, die Landraub von öffentlichem Land bestätigt und dass de facto die Fläche von den Familien bewohnt wird. Er beschuldigte die CDA im Abkommen mit den BauernInnenvereinigungen diese „Täuschung“ begangen zuhaben.
Im Gegensatz dazu argumentierten die Rechtsanwältinnen der AATR, dass die Bevölkerung der Fläche unter dem Systems des Fundo de Pasto keine ständige Anwesenheit der Familien voraussetzt und dass die Tiere frei gehalten werden. Außerdem machten sie darauf aufmerksam, dass eine Internationale Konvention, ratifiziert vom Parlament, den Schutz dieser traditionellen Form der Nutzung und Bevölkerung sicherstellt. In diesem Moment verachtet der Magistrat dieses legale Instrument und sagte: "Ich scheiße und verzichte auf die Internationale Konvention".
Angesichts der Argumentationen seitens der Vertreterinnen der AATR, gab der Richter zu, dass er das System des Fundo de Pasto nicht kennt, weil er auch nie auf dem Land gewohnt hat, aber trotzdem hält er seine Stellungnahme und Interpretation über die Angelegenheit aufrecht.
Wir missbilligen den Vorfall dieser richterlichen Inspektion, die den rechtsgültigen Prozess nicht respektiert und im Widerspruch einer umfassenden Verteidigung steht, die Verachtung des Magistrat in Bezug auf die Prozessregeln, die soziale Rechte in Bezug auf die Bevölkerung, die jahrzehnte lang dort lebt, und die die Nutzung der Gemeinden des Fundo de Pasto voll unterstützt.
Wir bitten um Unterstützung bei der Verbreitung dieser Stellungsnahme und für den Kampf der traditionellen Landgemeinden, damit diese weiterhin auf ihrem Land verbleiben können.
Casa Nova, 11.03.2010
União das Associações de Fundo de Pasto de Casa Nova (UNASF)
Associação de Advogados de Trabalhadores Rurais no Estado da Bahia (AATR
Comissão Pastoral da Terra / Diocese de Juazeiro (CPT)
SINTAGRO-BA
Articulação do Semi-árido/Casa Nova (ASA)
Instituto Regional da Pequena Agropecuária Apropriada (IRPAA)
Paróquia São José Operário – Casa Nova
Neues Konto "für Trotz Dürre leben"
Für die Aktion 'Trotz Dürre leben' hat MISEREOR ein eigenes Konto eingerichtet. Dadurch kommen alle Spenden direkt bei MISEREOR für unser Partnerschaftsprojekt an. Das spart Verwaltungsaufwand und Zeit.
Misereor–Trotz Dürre leben
Konto 14014 - BLZ 400 602 65
DKM Darlehnskasse Münster
Wir bitten Sie, Ihren Dauerauftrag auf das neue Konto umzustellen.
Beim Lastschriftverfahren werden wir das vornehmen. Selbstverständlich werden wir alle noch auf dem bisherigen Konto eingehenden Spenden an MISEREOR überweisen. Von MISEREOR erhalten Sie zu Beginn des neuen Jahres eine Zuwendungsbestätigung für steuerliche Zwecke. Im Hinblick darauf, dass bei Spenden bis € 200,- eine besondere Zuwendungsbestätigung für die Geltendmachung des Steuerabzugs nicht erforderlich ist, wird MISEREOR nur für Spenden ab € 25,- eine Zuwendungsbestätigung ausstellen.
Grußwort unseres Schirmherrn
Grußwort
Als Schirmherr unserer gemeinsamen Aktion „Trotz Dürre leben“ möchte ich Sie auf diesem Wege sehr herzlich grüßen und Ihnen für das bisher Erreichte danken. Sie haben daran zweifellos die Hauptlast getragen.
In den letzten 20 Jahren hat die Welt riesige Fortschritte in ihrem Bemühen gemacht, Menschen aus dem Elend herauszuführen. Wenn aber heute noch über eine Milliarde Menschen in größter Armut leben, wir dagegen in einem relativ großen Wohlstand, dann können wir mit den Ergebnissen unserer Arbeit im Grunde genommen nicht nur nicht zufrieden sein, sondern müssen Mittel und Wege finden, diese zu verbessern.
In den vergangenen acht Jahren unserer gemeinsamen Aktion haben wir von unseren Mitbürgern in dieser Region, umgerechnet auf jeden Einzelnen, nicht einmal den Gegenwert einer einzigen Kinokarte erhalten. Mit anderen Worten: Unser Engagement hat bislang die Herzen von viel zu wenigen Menschen erreicht.
Das darf uns aber nicht entmutigen, sondern muss uns anspornen, möglichst viele Mitmenschen für unsere Misereor-Aktion, vor allem auf dem Gebiet der Handwasserpumpen, zu mobilisieren, um der Größenordnung des menschlichen Elends im Nordosten Brasiliens besser gerecht werden zu können.
Ich grüße Sie heute leider nur auf diesem Wege, bin mir aber sicher, dass Ihr Zusammentreffen uns neue Ideen und Anregungen bringen wird.
In Verbundenheit,
Ihr
Carl H. Hahn
Wolfsburg, 2. November 2009
Auch 2009 hilft das Ratsgymnasium
Wie schon in den Vorjahren, haben auch 2009 Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums sich vorbildlich für die Not leidenden Kleinbauern im Dürregebiet des brasilianischen Nordostens eingesetzt. Dabei ist die durch zahllose Ansprachen der Menschen bei der Sammelaktion erreichte Öffentlichkeitswirkung mindestens ebenso wichtig wie der finanzielle Ertrag.
Auf dem Foto sind die Kinder bei der Übergabe des Schecks an Prälat Heirnich Günther zu sehen; sie sind in Begleitung von Studiendirektorin Annette Weber-Förster und Studienrat Thomas Günther.
Die Übergabe fand vor dem Hungertuch der Fastenaktion 2009 statt welches den Kindern erläutert wurde.
Protestaktion!
Bitte beteiligen Sie sich an einer Protestaktion zur Unterstützung der Forderungen des brasilianischen Bischofs Dom Luiz Cappio gegen das Mammutzprojekt der brasilianischen Regierung, der Ableitung des Stroms São Francisco mit schlimmen Folgen:
- Anlage von Riesenplantagen zur Erzeugung von Biosprit
- Sklavenähnliche Ausbeutung von Wanderarbeitern
- Zerstörung ökologischer Bewirtschaftung durch Kleinbauern
- Zerstörung des Flusssystems des drittgrößten Stroms Brasiliens
- Zerstörung der halbtrockenen Landschaft des Sertão
- Vertreibung von indigenen Völkern gegen alles Recht
Die Protestaktion finden Sie auf dieser Seite:
https://www.regenwald.org/protestaktion.php
Danke!
MISEREOR-Jahrestagung
Das Hilfswerk MISEREOR, mit dem wir durch unsere Aktion "Trotz Dürre leben" verbunden sind, veranstaltete in diesem Jahr erstmals die Jahrestagung in Berlin. Prälat Günther und Diakon Weise nahmen daran teil und präsentierten unser MISEREOR-Projekt "Trotz Dürre leben" .
Sie stand ganz unter dem Eindruck der Persönlichkeit von Bischof Luiz Cappio aus Brasilien, der weltweit bekannt wurde, als er durch eine Fastenaktion (Hungerstreik) gegen die geplante Ableitung des drittgrößten Stroms Brasiliens, des São Francisco – der Lebensader des Dürregebiets im Nordosten Brasiliens – protestierte.
Die brasilianische Regierung will diesen Fluß um 300m hochpumpen und das Wasser in das Dürregebiet leiten – aber nicht für die Bevölkerung (die soll nur 4% erhalten), sondern zu 70% für die Agroindustrie und zu 26% für die Stahlindustrie. Hierfür sollen 6 Milliarden Euro investiert werden, obwohl die alternativen Maßnahmen zur Versorgung der Bevölkerung mit Wasser – die auch wir durch unser Hilfsprojekt "Trotz Dürre leben" seit Jahren erfolgreich unterstützen - nur ein Drittel dieser Summe kosten würden.
Aber die Großgrundbesitzer wollen die Kleinbauern vertreiben. Erst am 4. Februar 2009 hat man die Siedlung Casa Nova im Hinterland von Bahia durch Bulldozer zerstört und den Kleinbauernführer José Campos Braga, 56 Jahre, Vater von 10 Kindern, ermordet.
Das Land will man mit künstlicher Bewässerung und Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden zur agrarindustriellen Produktion von Zuckerrohr für die Herstellung von „Bio“Ethanol und Soja zum Export als Futtermittel für unser Vieh nutzen.
Bischof Cappio wie auf die unmenschliche Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Biokraftstoffen in Brasilien hin. Arme Wanderarbeiter müssten unter sklaverei-ähnlichen Bedingungen im Akkord Zuckerrohr für die Bioethanol-Produktion schneiden. Es sind Fälle dokumentiert, in denen Männer auf den Feldern vor Erschöpfung gestorben sind. Es ist bekannt, dass die Lebenserwartung dieser Arbeiter geringer ist als die der früheren Sklaven. Wir sind an dieser himmelschreienden Ungerechtigkeit nicht unschuldig, denn durch unseren riesigen Energieverbrauch versprechen sich die Großgrundbesitzer immense Gewinne beim Export des Biosprits.
Der Bischof rief Deutschland und die Biosprit verbrauchenden Länder auf, gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und die Verdrängung von Lebensmitteln zugunsten von Energiepflanzen zu protestieren. «Deutschland muss sicherstellen, dass wegen des importierten Biotreibstoffs für Autos in Brasilien keine Menschen hungern», so der 62-Jährige, der am Wochenende für seine Umweltarbeit den Freiburger Kant-Weltbürgerpreis 2009 erhielt.
Bischof Cappio rief zu Protesten auf, damit endlich die betroffene Bevölkerung gehört wird. Er hat die Erfahrung gemacht, dass internationale Proteste beachtet werden. Wir werden Unterschriftsaktionen vorbereiten. Schon jetzt können Sie Bischof Cappio unterstützen, sie finden Protestschreiben und Adressen auf dieser Homepage.
Wer macht mit?
Wer möchte bei unserem
MISEREOR-Hilfsprojekt "Trotz Dürre leben" mitarbeiten?
- gelegentlich einzelne Aufgaben übernehmen
- einen Teilbereich selbständig übernehmen
- in der Gruppe mitwirken
Ihre persönlichen Interessen entscheiden.
Rückfragen an
Diakon i.R. Karl Theodor Weise (05361-206607)
oder weise(at)kirchewolfsburg.info
Wieder ein Mord an einem Kleinbauern!
Wieder wurde ein Kleinbauer ermordet!
Großgrundbesitzer wollen das Land, um dort Energiepflanzen anzubauen. Die Caatinga mit ihrem weltweit einzigartigen Pflanzen wird zerstört, Kleinbauern werden vertrieben. Auch Deutschland trägt mit dem Energieabkommen mit Brasilien dazu bei, den sog. Biosprit zu Lasten der erzeugung von Nahrungsmitteln zu fördern.
Näheres auf der Seite "Mord für Biosprit"
Hunger nimmt zu
siehe hierzu:
die Dokumentationen und Analysen von
attac
http://www.attac.de/aktuell/nahrungsmittelkrise/einfuehrung/
die Kritik von FIAN:
http://www.fian.de/fian/index.php
Kirche kritisiert Abkommen mit Deutschland
Brasiliens katholische Kirche hat das geplante Energie-Abkommen mit Deutschland kritisiert, weil die agrarindustrielle Produktion von Biotreibstoffen zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion geht.
Hierzu passt dier von Harald Schistek übermittelte Information sowie den Vortrag von Maria Oberhofer.
Weltagrarbericht bestätigt das IRPAA-Konzept
Der kürzlich veröffentlichte Weltagrarbericht (IAASTD) - weltweit von hunderten Experten erarbeitet - fordert eine Rückkehr zu traditionellen Anbaumethoden - mit herkömmlichen Produktionsweisen, angestammtem Saatgut und natürlichem Dünger. Man spricht sich entschieden gegen den industriellen Intensivanbau in Monokulturen und mit gentechnisch veränderten Pflanzen aus. Gefordert wird die Umstellung auf eine "multifunktionale" Landwirtschaft, die den Erhalt und die Erneuerung von Wasser, Böden, Wälder und Artenvielfalt in den Mittelpunkt rückt.
Kritisiert wird auch die Produktion von Biosprit. Die dem Nahrungsmittelanbau entzogenen Flächen führen zu Preissteigrungen und damit zu Hunger. Dazu werden Umweltschäden erwartet.
Durch diesen Bericht wird die Arbeit von IRPAA eindrucksvoll bestätigt. Und das gleich in zweifacher Form:
- Das Konzept von IRPAA besteht in der Schulung von Kleinbauern in ökologischer, dem Klima angepasster Landwirtschaft (Konviventia). Hierdurch können die Kleinbauern "Trotz Dürre leben".
- Unsere Freunde in Brasilien kämpfen auch gegen die Ableitung des Sao Francisco, mit dessen Wasser vor allem Monokulturen (Zuckerrohr für Ethanol) gefördert werden sollen.




