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 Dekanat > Trotz Dürre leben > Projekt
29.7.2010

Aktueller Projektbericht von MISEREOR

Herr Johannes Schaaf, bei MISEREOR für unser Partnerschaftsprojekt zuständig, hat einen aktuellen Projektbericht verfasst, der zum Download bereit steht.

MISEREOR-Partnerschaftsprojekt

MISEREOR-Logo
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Johannes Schaaf
Johannes Schaaf

MISEREOR-Projekte sind Partnerprojekte. Denn nachhaltige Entwicklung gelingt nicht am grünen Tisch, sondern ist das Ergebnis gemeinsamer Planung, gemeinsamer Mühen, gemeinsamer Erfolge. Alle von Misereor geförderten Projekte werden eigenverantwortlich von den örtlichen Projektpartnern geplant und durchgeführt. MISEREOR-Partner sind Ordensschwestern, Priester, Bischöfe, kirchliche und nicht-kirchliche Initiativen. Sie leben mit den Armen und können sie gewinnen für eine bessere Zukunft. Sie wenden sich an Misereor mit der Bitte um die Finanzierung ihres Vorhabens.

Einen Überblick der gesamten Problematik gibt der Vortrag, den der MISEREOR-Referent für Partnerschaftsprojekte in Lateinamerika, Herr Johannes Schaaf, zur Eröffnung der Aktion am 13.02.2002 in Wolfsburg gehalten hat. An diesem Tag wurde die gemeindeübergreifende Aktion "Trotz Dürre leben" des katholischen Dekanats Wolfsburg gestartet.

 

Brasilien, das Land der großen Trockenregion

"Diese Überschrift scheint nicht zu stimmen. Wenn von Brasilien gesprochen wird, denken viele sofort an tropische Regenwälder. Das tropisch feuchte Amazonasgebiet ist jedem bekannt. Und doch gibt es in diesem riesigen Land, fast von der Größe Europas, eine ausgedehnte Fläche, wo Wasser Mangelware ist. Sie befindet sich im nordöstlichen Teil Brasiliens und umfasst rund 900.000 km². Das ist die Fläche Frankreichs und Deutschland zusammen. Hier wohnen mehr als 18 Millionen Menschen in oft unvorstellbarer Armut. Hier sind die Vorzeichen, wenn vom Wetter gesprochen wird geändert. Wenn der Himmel sich bewölkt, die Sonne verschwindet, es feucht und regnerisch ist, dann bedeutet dies für alle "schönes Wetter".

  • Das Klima ist regenarm und wird als semi arid bezeichnet. Die Regenzeit und die Anzahl der Regenmonate ist nicht gleich im gesamten semi-ariden Gebiet. Sie konzentriert sich im südlichen Teil um den Jahreswechsel, im Norden um die Monate April und Mai und dauert vier bis sechs Monate. Die restlichen Monate sind garantiert regenfrei!
  • Eines der markantesten Kennzeichen des Gebietes ist das praktisch völlige Fehlen von permanenten Wasserläufen: die unzähligen Flüsse und Bäche führen selbst in der Regenperiode immer nur für kurze Zeit Wasser.
  • Der natürliche Pflanzenbewuchs trägt den Namen Caatinga, was in der Sprache der Ureinwohner soviel wie "weißer Wald" bedeutet. Es ist dies eine busch- bis baumartig, wenig dichte Pflanzendecke, die oft mit Stacheln und Dornen bewehrt ist. Typisch ist das Vorkommen von den verschiedensten Arten von Kakteen.
  • Das üppige Grün der Caatinga verliert sich bald mit dem Ende der Regenzeit. Der dann praktisch blattlose Buschwald nimmt eine hellgraue bis weiße Farbe an, mit der ihn die Ureinwohner bezeichneten."

Mit der Dürre leben lernen

"Sie kehrt immer wieder - die Seca, die Dürreperiode, die im semi-ariden Nordosten Brasiliens regelmässig für die immer gleichen Bilder sorgt: Ausgetrocknete Brunnen und Wasserspeicher, verdorrte Ernten, hungernde Bauern und lokale Eliten, die die Not der Landbevölkerung zum eigenen Machterhalt nutzen und mit dem Einsatz von Wassertankwagen und der Ausgabe von Nahrungsmitteln politisches Wohlverhalten erkaufen. Dagegen steht die Forderung nach strukturellen Veränderungen und kontinuierlichen Aktionen, die das wirtschaftliche Überleben der Kleinbauern im Sertão absichern, sie aus der lähmenden Abhängigkeit von Großgrundbesitzern und lokalen politischen Machthabern befreien sollen. Die organisierte Zivilgesellschaft im Nordosten  Brasiliens hat nun eine Kampagne gestartet, die mit einfachen und seit Jahren erprobten Mitteln dauerhafte Veränderungen dieser Situation verspricht."