Jugend > Weltjugendtag 2011 in Madrid > Das WJT-Reisetagebuch > Samstag, 20. August: Der Pilgerweg und die Vigil
18.5.2012

Licht im Dunkel

8.00 Uhr Wecken: Müde Gesichter schauen aus den Schlafsäcken heraus. Um 8.30 Uhr gibt es spanisches Frühstück - leider ohne Kaffee. Nach der kurzen Turnhallenandacht geht es dann in die Busse. Wir machen uns auf den Weg nach Cuatro Vientos, zu den vier Winden. Dort wird am Abend die Vigil und morgen die Abschlussmesse gefeiert werden. Mit dem Bus geht es nach Alcobendas, wo sich die Gruppe teilt. Diejenigen, die bereits am Sonntag fliegen, fahren zu ihrem Transporter, in dem sie das Gepäck lagern werden, weil sie sonst den Flug nicht erreichen werden. Die Gruppe, die den Weg nach Cuatro Vientos zu Fuß machen will, fährt nach Principe Pio, wo der Pilgerweg beginnt. Alle anderen versuchen, das Gelände so schnell wie möglich zu erreichen, um Plätze für alle freizuhalten. Inzwischen ist es 13.00 Uhr und die Temperatur hat ca. 40 Grad im Schatten errreicht. Ausreichend Wasser ist deshalb der wichtigste Ausrüstungsgegenstand, besonders für die Fußpilger. Nach einem kurzen Impuls geht es los. Zunächst sind wir relativ einsam unterwegs, aber nach und nach gesellen sich Pilger aus vielen anderen Ländern dazu. Dann erreichen uns Nachrichten, von denen, die als erste in Cuatro Vientos ankommen: Unser Bereich C8 ist bereits hoffnungslos überfüllt. Nach dem ersten Frust sagt eine Teilnehmerin: "Ich bin doch nicht hier, um den Papst zu sehen." Genau! Also wandern wir weiter. Die nächste Nachricht klingt wieder anders: Zwar ist C8 voll, aber ein großer Teil der Gruppe hat Platz in C7 gefunden und sie halten uns Plätze frei. Na also! Der Weg führt über eine Brücke, die jeweils nur zehn Personen überqueren dürfen, und es wird immer enger. An einer Stelle haben wir einen wunderschönen Blick auf die Kathedrale und den Königspalast. Gegen 18.00 erreichen wir das Gelände und es ist unglaublich, was hier los ist: Hunderttausende Menschen sind bereits da - vielleicht sind es am Ende wirklich zwei Millionen - aber auch wir finden noch unseren Platz. Auf Planen richten wir unseren Schlafplatz ein. Es wird etwas kühler, weil am Himmel erste Wolken aufziehen. Dann brandet tosender Beifall auf. Papst Benedikt hat Cuatro Vientos erreicht. Er kommt auf die Altarinsel und die Vigil beginnt. Im Hintergrund zucken Blitze. Ein Gewitter zieht auf mit Regen und heftigen Windböen. Fast alle von uns sind gut ausgerüstet mit Müllsäcken und Planen, sodass wir unsere Sachen schützen können. Wir unterstützen uns so gut es geht. Zwischendurch muss die Vigilfeier unterbrochen werden, weil der Wind alles übertönt. Papst Benedikt bleibt auf der Bühne sitzen, obwohl es so aussieht, als wollten seine Mitarbeiter ihn überreden, sich zurückzuziehen. Endlich hört der Regen auf. Die Vigil wird mit der Anbetung des Allerheiligsten fortgesetzt. Es ist beeindruckend, wie still so viele junge Menschen werden können. Der Abendgottesdienst schließt mit dem Segen des Papstes. Die Nacht auf dem Gelände sieht sehr unterschiedlich aus: Viele versuchen zu schlafen, andere singen, tanzen und spielen mit den Teilnehmern aus allen Ländern der Welt und wieder andere nutzen die geistlichen Angebote und beichten oder gehen in eine der Anbetungskapellen. Ein aufregender Abend geht zuende und mit ihm naht auch das Ende des Weltjugendtages 2011 in Madrid.

 

Marco

 

  • Das ist einfach der Hammer, wie groß das ist. Wenn ich mich umgucke, dann sind überall noch Menschen. Man sieht kaum das Ende. Der Weg auf das Gelände war einfach eine neue Erfahrung - bei der Hitze zu wandern und sich nicht in einem Park auszuruhen. Das war anstrengend, aber eine coole Erfahrung.
    Zacharias

  • Wetter geil, Essen top und wir haben einen guten Schlafplatz. Mehr kann man sich nicht wünschen - außer das es heute Nacht nicht regnet.
    Felix

  • Einmal und nie wieder...
    Franziska W.

  • Es ist ziemlich heiß, aber die Wanderung hat sich trotzdem gelohnt. Es ist unglaublich, wie viele Menschen hier sind.
    Valeria

  • Bis jetzt bester Tag würde ich sagen. Der Weg war megageil.
    Johannes