St. Norbert, Grasleben
Helmstedter Str. 42
38368 Grasleben
50 Jahre: 1961-2011
Am 17. und 18. Juni 1961 wurde die katholische Kirche in Grasleben durch Weihbischof Heinrich Pachowiak geweiht und unter den Schutz des Hl. Norbert gestellt. Bischof Heinrich-Maria Janssen hatte damals den Termin für das jährliche Kirchweihfest auf den jeweils ersten Septembersonntag festgelegt, somit wird Anfang September 2011 das 50. Jubiläum der St. Norbert-Kirche in Grasleben gefeiert.
Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Grasleben keine katholische Kirche. Die wenigen Katholiken Graslebens wurden von Helmstedt aus betreut oder gingen in die nahegelegene katholische Kirche in Weferlingen.
1946 war der Andrang der Katholiken, die in Grasleben, Mariental und Querenhorst nach der Vertreibung aus den Ostgebieten Deutschlands und Polens ansässig wurden, so groß, dass die Kirchgänger in der auf dem Gutshof in Grasleben eingerichteten Kapelle nicht mehr unterzubringen waren. Daher richtete man im Waldlager Heidwinkel einen zusätzlichen Gottesdienstraum ein und im Durchgangslager Mariental wurde für die polnischen Katholiken eine Barackenkapelle gebaut, die auch von den Deutschen genutzt werden durfte.
Nacheinander betreuten Pfarrer Max Czerwensky, Pfarrer Roman Berg, Pfarrvikar Leonhard Dietmayer, Pfarrer Wilhelm Schwermer und ab 3. Juni 1956 Pfarrer Adolf Enenkel die Pfarrvikarie Grasleben.
Nach einigen vergeblichen Versuchen erreichte Pfarrer Enenkel - mit einem starken Kirchenvorstand und dem energischen Dechant Leonhard Reinhardt an der Seite - 1957 die Zustimmung für den dringend notwendig gewordenen Kirchbau.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 17. Juli 1960 und bereits ein knappes Jahr später – dank der vielen freiwilligen Helfer – konnte die Außenweihe am 17. Juni und die Konsekrierung des Innenraumes am 18. Juni 1961 vollzogen werden. Die Kirche wurde aus der Verbundenheit zum angrenzenden Bistum Magdeburg unter den Schutz des Hl. Norbert, den ehemaligen Bischof von Magdeburg, gestellt.
Nachdem Pfarrer Enenkel nach elf Jahren eine neue Pfarrstelle zugewiesen bekam, folgten in Grasleben Pfarrer Peter Ulrich Biehl, Pfarrer Günther Schüttenhelm und Pfarrer Johannes Hauck. 1974 erfolgte der Anbau eines größeren Gemeindesaales mit Toiletten- und Küchentrakt an das bestehende Jugendheim, da die Räumlichkeiten für die aktive Gemeindearbeit zu eng wurden.
Seit dem Fortgang von Pfarrer Hauck im Juli 1976 – seit nunmehr 35 Jahren – ist Grasleben ohne ortsansässigen Priester. Von dieser Zeit an stützt sich die Gemeinde (was vor allem das aktive und caritative Gemeindeleben anbetrifft) auf die selbstständige Arbeit der Gliedgemeinschaften. Die seelsorgliche Betreuung war zu jeder Zeit gesichert. Dechant Leonhard Reinhardt und Dechant Alfred Merten übernahmen in der Folge mit Hilfe von Kaplänen und Ruhestandsgeistlichen ebenfalls die Seelsorge in Grasleben. Darauf folgten bis zum heutigen Tag Pfarrer und stellvertretender Dechant Jürgen Beuchel sowie Pfarrer Lothar Krzeminski als zuständige Priester auch für die St. Norbert-Gemeinde.
Ab 1978 wurde das Pfarrhaus wieder besetzt, und zwar durch die Gemeindereferentinnen Hilda Rathmann (2 Jahre), Christiane Kluge (4 Monate) und schließlich mit Johanna Schmidt, die fast 25 Jahre blieb, um dann in den Ruhestand und in ihre Heimat im Westfälischen zurückzugehen.
Auf Initiative des langjährigen Bürgermeisters und Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Johannes Nitschke wurde 1994 ein Kindergarten für 25 Plätze angebaut und 2008 der Umbau des leerstehenden Pfarrhauses in eine Kinderkrippe geplant.
Zur St. Norbert-Gemeinde gehören von Beginn an die Orte Grasleben, Mariental und Querenhorst und seit 1. Juni 2002 auch die sogenannten Hasenwinkeldörfer Ahmstorf, Rennau und Rottorf. Dieser Einzugsbereich ist mit dem Gebiet der Samtgemeinde Grasleben identisch. Seit dem 1. September 2008 ist die St. Norbert-Gemeinde Kirchort der Pfarrgemeinde St. Ludgeri Helmstedt. Die aktiven Gemeindemitglieder versuchen immer wieder neu, durch interessante Angebote und Ideen für ein stärkeres Miteinander zu werben, damit ihre Kirche vor Ort auch nach dem 50. Jahrestag noch lebendig bleibt.


