Monatsgruß im Januar
Haben Sie etwas Zeit für mich ?
Wenn ich heute gefragt werde, ob ich Zeit für etwas habe, dann muss ich immer zuerst in meinem Terminkalender nachsehen, um antworten zu können. Das war nicht immer so. Als Student war „Zeit“ in der Regel noch nicht so ein rares Gut. Wir hatten so viel Zeit, dass wir uns recht merkwürdige Wettbewerbe ausdachten. So gab es einmal unter den Studenten einen Wettbewerb, wer den dicksten Roman in der kürzesten Zeit lesen kann. Beim „Zauberberg“ von Thomas Mann und dem „Mann ohne Eigenschaften“ von Musil lag ich noch nicht so gut im Rennen, aber bei Marcel Proust’s „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ hatte es mich gepackt. In zwei Wochen hatte ich die 10 dicken Bände in mich „aufgesogen“. Es faszinierte mich, wo und wie dieser Schriftsteller seine „verlorene“ Zeit suchte, mit welcher Liebe er sich an einzelne, eigentlich recht unscheinbare Situationen und Momente erinnerte. Bis heute ist mir im Gedächtnis geblieben, wie er über viele Seiten sein Gefühl schilderte, das er beim Anblick der Schlehenblüten am festlich geschmückten Marienaltar in seiner Heimatkirche empfand. Dass es solche kleinen Momente sind, in denen er seine Zeit des Lebens wieder entdeckt, die er zunächst als erschöpfter und von Krankheit gezeichneter Lebemann schon verloren glaubte, das gab mir damals sehr zu denken. Glaubt man als junger Mensch, alle Zeit der Welt noch vor sich zu haben, so merkt jeder doch recht bald, dass unsere Zeit von Jahr zu Jahr immer schneller zu laufen scheint. Eines Tages kommt bei dem einem oder anderen dann die erschreckte Frage: „Was hast du eigentlich mit deiner Zeit gemacht, und was willst du mit dem Rest machen, der dir noch bleibt?“ Wie wird am Ende unseres Lebens die Suche nach der verlorenen Zeit aussehen? Gibt es da Momente zu finden, die wir schon fast vergessen hatten, oder löst sich alles in eine einzige Eile auf, so als ob wir am Leben vorbei gerannt sind? Versäumen nicht gerade diejenigen letztlich alles, die nie etwas verpassen können?! Von dem Pfarrer und Schriftsteller Lothar Zenetti gibt es eine sehr schöne Geschichte, in der er die wunderbare Brotvermehrung aus Matthäus 14 in eine „wunderbare Zeitvermehrung“ umschreibt. Am Ende eines langen Tages mit Jesus fehlt den Menschen nicht das Brot, sondern einfach die Zeit. Erst als sie lange suchen, da finden sich einige Termine und zwei Viertelstunden. Als sie die dann austeilen, da reicht es auf einmal für alle und es bleibt sogar noch Zeit übrig. Wenn sie jetzt meinen, so etwas gibt es nicht, dann probieren sie es doch einmal aus. Schauen sie mal nach, wo in ihrem Kalender noch etwas frei ist und schreiben sie dick rot hinein „Zeit für Gott“, bevor ihnen jemand diese Zeit auch noch wegnehmen will. Ich garantiere ihnen, dann können auch sie das Wunder der Zeitvermehrung erleben. Zeit, in der wir einmal nichts weiter tun, als die Ruhe Gottes zu hören, ist keine verlorene Zeit. Es ist im Gegenteil wiedergewonnene Zeit.
Eine solche Zeit wünsche ich ihnen am Beginn des neuen Jahres von ganzem Herzen.
Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß zu Advent und Weihnachten
Unsere Wanderung mit den Sterndeutern durch die Advents- und Weihnachtszeit
Als drei heilige Könige (die Sterndeuter) den Stern gesehen haben, standen sie vor einer schweren Entscheidung. Sie mussten auswählen: entweder das pralle Leben in ihren Ländern weiter genießen oder sich in die weglose Wüste mit Unsicherheit und Angst um die Zukunft aufmachen. Der Schein des Sternes und das stundenlange Studium der alten Bücher waren stärker als eine Bequemlichkeit des königlichen Lebens und als eine Angst vor den unbekannten Wegen der Welt. Der Schein des Sternes hat eine innere Kraft gehabt, die zu der Entdeckung der Wahrheit, der Liebe und des Glücks führte. Für die Weisen aus dem Morgenland hat der Advent begonnen. Caspar, Melchior und Balthasar haben sich auf den Weg gemacht: in die unbekannte Wüste und in die innere Welt der Seele. Sie wussten nicht, was kommt. Sie glaubten nur, dass ihre Forschung und ihr Nachdenken einen tiefen Sinn haben. Und die Hoffnung hat sich erfüllt. Sie haben den getroffen, der den wahren Frieden schenken kann, der selbst Liebe und Glück des Lebens ist. Das Aufbrechen gehört auch zu unserem Leben. Wir sind in der Zeit eingetaucht. Jeder neue Tag bringt mit sich Unkenntnis und viele Fragen. Wir wissen nicht, was in den nächsten Minuten, Stunden, Tagen uns das Leben bringt. Und das ist unser Advent. In dieser Situation sind wir ähnlich den Sterndeutern. Wir sind unsicher, nachdenklich, aber erwartungs- und geheimnisvoll. Wir haben auch unseren Stern, der uns das wahre, glückliche und erfüllte Leben zeigen will. Dieser Stern ist für uns der, der in Bethlehem geboren wurde und den die Sterndeuter gesucht haben: Jesus Christus. Sein Licht beleuchtet unsere Lebenswege und zeigt uns das wahre Ziel: das Leben mit Gott. Wir wünschen Ihnen und uns allen, dass wir Jesus Christus in unserem Leben nachfolgen und dass wir den wahren Schein von falschen, künstlichen Lichtern der Welt unterscheiden können. Der wahre Schein erwärmt unsere Herzen und Seelen.
Möge er uns allen Geborgenheit, Liebe und Zuversicht für die Advents- und Weihnachtszeit und für das ganze Neue Jahr schenken.
Gregor Olszak, Pfarrer,
Thomas Keller, Diakon,
Margot Much, Pfarrsekretärin
Monatsgruß im Oktober
Gemeinsam auf dem Weg mit Christus
Wir leben heute mit unserer Kirche in einer Zeit des Umbruchs. Vieles, was in der sogenannten „Volkskirche“ noch ganz selbstverständlich war, finden wir nicht mehr selbstverständlich vor. Die Kinder wachsen schon lange nicht mehr in einem „kirchlichen Milieu“ auf, in dem selbstverständlich am elterlichen Esstisch gebetet wird, man die Weihnachtsgeschichte zuhause liest und als geschlossene Familie die Sonntagsmesse und Andachten besucht. Die Eltern sind auch nicht mehr bei Kolping, KfD, Männergemeinschaft oder anderweitig in Kirche engagiert. Selbst wenn sie es wollten, haben sie oft keine Zeit oder Gelegenheit dazu. In Folge davon muss man nicht nur bei der Erstkommunionvorbereitung damit anfangen, das Kreuzzeichen zu üben und den Kirchenraum zu erklären, als Geistlicher erlebt man es auch immer öfter, dass man bei Trauungen oder Taufen das „Vater unser“ alleine beten muss, weil es den Anwesenden unbekannt ist. Kirchliches Leben ist für viele Christen oft nicht mehr so wie früher selbstverständlich und mit dem Alltagsleben verwoben, sondern Kirche ist für manch einen eine „Service-Institution“ für besondere Gelegenheiten geworden.
Auf der anderen Seite gibt es zunehmend auch Christen, die sich nach einem intensiveren geistlichen Leben sehnen. Sie wünschen sich ein intensiveres Leben mit Gott, weil sie merken, dass in einer anscheinend immer schneller und haltloser werdenden Welt allein Christus Halt und Zukunftsperspektive geben kann. Wie aber ist es möglich, in der heutigen Zeit aus dem christlichen Glauben heraus zu leben? Wie schaffe ich es, ein Leben aus dem Glauben einzuüben und vor anderen zu bekennen?
Schriftgespräche, Bibelwochen, Glaubenskurse und Exerzitien sind sicherlich Möglichkeiten, hier Hilfe für das eigene Glaubensleben zu finden.
Eine weitere Möglichkeit ist auch die persönliche „geistlichen Begleitung“. Geistliche Begleitung ist ein Angebot, sich auf dem eigenen Weg des Glaubens und der Suche nach einem Sinn von einem anderen gläubigen Menschen begleiten zu lassen. Der eigentliche Ratgeber ist dabei der Heilige Geist. Die Aufgabe des Begleiters besteht darin, beim Hinhören auf die Stimme Gottes im eigenen Leben zu unterstützen. Gerade in einer solchen geistlichen Begleitung sehe ich eine gute Möglichkeit für Christen, die ihren Glauben tiefer in ihrem Leben verwurzeln möchten, eine Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Deshalb habe ich vor einem Jahr mit einer zweijährigen Ausbildung zum Geistlichen Begleiter begonnen. Einmal im Monat bin ich für ein paar Tage bis zu einer Woche zur Ausbildung in Kloster Vinnenberg oder Marienrode. Inzwischen ist es so, dass ich in der Lage bin, Interessierten Christen selbst geistliche Begleitung anzubieten. Ich werde dabei selber von dem Ausbildungskreis durch Supervision und weitere Fortbildung begleitet. Wer also Interesse an geistlicher Begleitung hat, oder einfach nur mal mehr darüber erfahren will, kann sich gerne an mich wenden.
Ihnen eine besinnliche und schöne Herbstzeit
wünscht Diakon Thomas Keller
Monatsgruß September
Viel Arbeit im Verborgenen
„Seit den Kirchenvorstands- und Pfarrgemeinderatswahlen geht es sichtbar voran“, bemerken viele Gemeindemitglieder. Da werden Bäume geschnitten, Behinderteneingänge gebaut, die Schimmelbeseitigung an der Orgel konnte endlich durchgeführt werden und eine automatische Kirchenbelüftung ist auch schon eingebaut. Da denken viele: „Alle Achtung, die „Neuen Besen“ kehren aber gut.“ Diese nun sichtbaren Erfolge sind nicht allein den neu gewählten Gremien zu verdanken. Wir ernten gerade die Früchte der guten Arbeit des letzten Kirchenvorstandes, der für viele der jetzt durchgeführten Maßnahmen in den letzten 5-10 Jahren die Vorarbeit geleistet hat. Leider mussten in den letzten Jahren einige Vorhaben zurückgestellt werden, weil die ganze Kraft der Verantwortlichen für vordringlichere Aufgaben verbraucht wurde. Hier meine ich besonders die Zusammenlegung der einst selbstständigen Gemeinden Büddenstedt, Offleben, Jerxheim und Schöningen zu einer gemeinsamen Gemeinde, mit allen Schwierigkeiten, die damit verbunden waren. Hier wurde viel Arbeit im Verborgenen geleistet, und der liebe Gott weiß, dass diese Arbeit nicht immer angenehm war, weil sie oft mit unangenehmen Veränderungen, Finanzmittelkürzungen, ja sogar der Ankündigung von Kirchenschließungen zu tun hatte. Außerdem musste die Pfarrei während der immer weiter voranschreitenden Krankheit von Pfarrer Franzke und der Zeit der anschließenden, mehrfach wechselnden Übergangsgeistlichen mit enormem ehrenamtlichen Einsatz von vielen Gemeindemitgliedern am Leben gehalten werden
Hier kann man den damaligen Pfarrgemeinderat unter Führung von Bärbel Wippich und den Kirchenvorstand unter Leitung von Georg Much nicht hoch genug loben, dass es ihnen gelungen ist, die Gemeinde durch diese schwere Zeit zu führen. Neben der Gemeindezusammenführung wurde auch noch die große Außenrenovierung des Gemeindehauses und das 100-jährige Kirchenjubiläum organisiert. Das alles übrigens zusätzlich zu einem vollen Arbeitstag in Beruf oder Familienbetreuung.
Herzlichen Dank an Alle, die aktiv das Gemeindeleben gestalten. Sei es bei der Vorbereitung und Ausgestaltung der Gottesdienste, bei der Organisierung und der Teilnahme an Veranstaltungen im Gemeindehaus, beim Sauberhalten der Gebäude und der Außenanlagen oder bei den Arbeiten im Büro und in der Druckerei.
Dank den Betreuern der Kommunion- und Firmvorbereitung und den Begleitern von Jung und Alt bei Ausflügen und den Besuchsdiensten.
Der neue Pfarrgemeinderat hat nun seit Dezember seine Arbeit aufgenommen. In diesem Gremium gab es einen großen Verjüngungsprozess. Haben die „Neuen“ nicht ein gelungenes Fronleichnamsfest organisiert? Die jungen Leute machen Vieles anders, als wir es die letzten Jahre gewohnt waren, aber sie tun es aus Liebe zu unserer Gemeinde und mit all Ihren Fähigkeiten und all Ihrer Kraft, neben ihren anstrengenden und sie fordernden Berufen. Deshalb brauchen sie weiterhin die Hilfe der „Alten“.
Jede(r) wird gebraucht, sonst kann gute Gemeindearbeit nicht gelingen. Also bieten Sie den „Jungen Leuten“ immer mal wieder ihre Hilfe oder Mitarbeit an, sie wird gern angenommen.
Gregor Olszak, Pfarrer
Monatsgruß zur Sommerzeit
Sommerzeit – Zeit für die Begeisterung
Endlich ist er da: der Sommer. Viele sagen, besonders die Kinder: Die schönste Jahreszeit hat begonnen. Die Sonne wird uns wärmen, die schöne Landschaft verzaubern, die hektikfreie Zeit beruhigen.
Das wird für uns eine gute Gelegenheit, um tiefer in Herzen und Seele zu schauen und aufs neue zu entdecken, was das wichtigste im Leben ist. Es ist ein Angebot, neu die Elemente des Lebens wie in einem Mosaik wieder richtig zusammenzulegen. Und dadurch aufs neue Gott zu entdecken. Der Autor des Buches der Weisheit schreibt:
„..denn von der Größe und Schönheit der Geschöpfe lässt sich auf ihren Schöpfer schließen.“
Und der Psalmist betet:
„Dankt dem Herrn, denn er ist gütig, /
denn seine Huld währt ewig!
Dankt dem Gott aller Götter, /
denn seine Huld währt ewig!
Der allein große Wunder tut, /
denn seine Huld währt ewig,
der den Himmel geschaffen hat in Weisheit, /
denn seine Huld währt ewig,
der die Erde über den Wassern gegründet hat, /
denn seine Huld währt ewig,
der die großen Leuchten gemacht hat, /
denn seine Huld währt ewig,
die Sonne zur Herrschaft über den Tag, /
denn seine Huld währt ewig,
Mond und Sterne zur Herrschaft über die Nacht, /
denn seine Huld währt ewig.“
Die Reflexion über Natur hat die Menschen zu Gott geführt und im Herzen beten und danken lassen. Dies macht menschliches Herz und Leben breiter, empfindlicher und fröhlicher.
Ich wünsche uns allen solche Entdeckungen, Begeisterungen und Erfahrungen.
Ihr Gregor Olszak, Pfarrer.
Monatsgruß im Mai

Regina caeli, laetare, Halleluja,
quia, quem meruisti portare, Halleluja,
resurexit sicut dixit, Halleluj;
orare pro nobis deum, Halleluja.
So erklingt es zu Ostern in unseren Kirchen. Wir haben hier eines der schönsten Marien-Minne-Lieder aus dem 12.Jhd. vor uns. Und durch den späten Ostertermin in diesem Jahr, gehen wir direkt vom Osterwochenende zum Marienmonat Mai über. Der zweite Ostersonntag ist zugleich der 1. Mai, an dem wir auf dem Heeseberg um 15.00 Uhr mit einer feierlichen Messe diesen besonderen Monat eröffnen. Mit dem „Regina caeli“ sind wir dann auch schon ganz dicht am Ursprung der besonderen Marienverehrung im Mai. Der Mai als Monat des Aufblühens der Natur in allen Bereichen (bis hin zum „Wonnemonat“ Mai) spielte schon immer eine besondere Rolle im Bewusstsein der Menschen. Der lebensbedrohliche Winter war überwunden, das Leben hatte einmal wieder gesiegt. So nimmt es kein Wunder, dass seit Anbeginn der menschlichen Gemeinschaft, in unseren Breiten dieser Monat mit besonderen Bräuchen und Riten belegt war. In der Zeit der christlichen Missionierung waren es insbesondere Mönchsgemeinschaften, die daran interessiert waren, diesen Bräuchen von Fruchtbarkeit und neuem Leben einen tieferen christlichen Sinn zu geben. Was lag da näher, als Maria, die mit der Geburt Christi neues Leben für diese Welt ermöglicht hat, diesen Monat zu weihen. Und so breitete sich aus Oberitalien der Brauch der Marienandachten im Mai auch zu uns nach Norden aus. Natürlich brauchte man dafür auch besondere Marienlieder. Viele Marien-minne-Lieder entstanden in dieser Zeit. Aber auch eine ganze Reihe mittelalterlicher Mirakelerzählungen um Maria bereicherten die Vielfältigkeit der Volksfrömmigkeit. Und noch heute haben diese Andachten kaum an Beliebtheit eingebüßt, auch wenn der Blumenschmuck an den Altären leider eher bescheidener geworden ist, und nicht mehr den betörenden Duft verströmt, den Marcel Proust in seinem Buch „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ in so beeindruckender Weise beschrieben hat. Was bleibt ist die Freude an der wiedererwachenden Natur, die sich in so einzigartiger Weise mit der Freude über das neue, ewige Leben in Christus verbindet, das durch das Ja-Wort Mariens Gestalt annahm. Stimmen wir alle mit ein in diese Freude und Dankbarkeit!
Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im April

Ostern – Zeit des Lichtes
Fast niemand von uns mag eine Dunkelheit. Wenn wir im Dunkel verweilen oder ins Finsternis gehen müssen, begleiten uns Unsicherheit, Ängste und Unruhe. Das dunkle (ohne Licht) Zimmer oder einen finsteren Tunnel, wenn wir mit dem Auto hereinfahren müssen gefallen uns nicht. Diese Gefühle können wir auf unsere Seele uns auf unser spirituelles Leben beziehen. Wenn was schlechtes im Leben passiert ist, wenn wir einer Sache nicht gewachsen waren, fühlen wir uns niedergestürzt und sprachlos. Wir sehen keine Möglichkeit uns keinen Ausgang aus diesem dunklen Tal. In dieser Lebenssituation kommt uns Jesus zu Hilfe. Er ist in der Osternacht auferstanden. Er hat das Reicht der Dunkelheit bezwungen. Er ist der König des Lichtes. Das Licht und das Leben haben in dieser Nacht gesiegt. Über diesen Sieg lesen wir in dem Ambrosius von Mailand zugeschriebenen und aus dem 4. oder 5. Jahrhundert stammenden Hymnus „Aurora lucis rutilat“, der zu den Laudes des Ostersonntags gesungen wird:
„Der Morgen rötet sich und glüht,
der ganze Himmel tönt von Lob,
in Jubel jauchzt die Erde auf,
und klagend stöhnt die Unterwelt.
Der starke, königliche Held
zerbrach des Todes schweren Bann.
Sein Fuß zertrat der Hölle Macht:
Aus harter Fron sind wir befreit.
Er, den der Stein verschlossen hielt,
und den man noch im Grab bewacht,
er steigt als Sieger aus dem Grab,
fährt auf in strahlendem Triumph.
Schon werden alle Klagen stumm,
in Freude wandelt sich der Schmerz,
denn auferstanden ist der Herr;
ein lichter Engel tut es kund.
Dem Herrn sei Preis und Herrlichkeit,
der aus dem Grabe auferstand,
dem Vater und dem Geist zugleich,
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.“
Und das wollen wir in der Osternacht feierlich begehen. Wir feiern das Leben, nicht den Tod. Wir feiern das Licht, nicht die Dunkelheit. Seit Jesu Auferstehung befinden wir uns an der Siegesseite. Wir Christen sind die Menschen des Lebens und des Lichtes. Zu dieser Feier am 23.04.2011 um 21.00 Uhr möchten wir Sie, Schwestern und Brüder herzlich einladen und Ihnen eine besinnliche Karwoche und frohe Ostern wünschen.
Mit dem Gebet Ihr Seelsorgeteam:
Gregor Olszak, Pfr., Thomas Keller, Dk., Margot Much, Pfarrsekreterin
Monatsgruß im März
Krise und Fastenzeit
Das Wort „Krise“ kennen wir alle. Es tritt in den verschiedenen Bereichen unseres Lebens hervor. Wir erleben jetzt in Deutschland auch die Kirchenkrise. Viele suchen eine Möglichkeit aus dieser Krise herauszugehen. Viele deutschsprachigen Theologinnen und Theologen haben auch einen Ausgangsweg aus der Krise vorgeschlagen. Sie haben ein „Memorandum“ geschrieben und unterzeichnet. Ihre Thesen sind schon längst bekannt: Aufhebung des Zölibats, Priesterweihe der verheirateten Männer („viri probari“), Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, Änderung der Moraltheologie, u.a.. Ob das richtiger Ausweg ist, möchte ich nicht entscheiden. Eine gute Antwort darauf hat Kardinal Walter Kasper in seinem Text „Kommen wir zu Sache!“ gegeben. Der Text konnten wir in FAZ im Februar lesen. Er schreibt u.a.: „Die gegenwärtige Kirchenkrise sei aber eine Folge der Gotteskrise in der Gesellschaft und nicht in erster Linie auf die Kirchenverfassung zurückzuführen. Die entscheidende Frage sei "die Bezeugung des Glaubens in der Welt von heute". Statt "oberflächlich an der Stellschraube des Zölibats zu drehen", brauche es eine "radikale Erneuerung" dieses Glaubens.“ Also, geht es um den Glaube. Nicht um den Glaube der Kirche. Es geht um meinen persönlichen Glaube. Wie seht mein Glaube aus? Glaube ich wirklich noch an Gott? Ist mein Glaube so stark wie vor 30 Jahren?, d.h.: Er hat sich nicht geändert. Er hat keinen Schritt nach vorne gemacht. Und das ist nicht gut. Der Glaube ist ein Prozess, der sich entwickeln, sich ändern muss. Die Änderung gehört zu der Natur des Glaubens. Er wächst von der Menschengeburt an, bis zum Gottessehen im Himmel nach dem Tod. Wir wissen: Gott ist in sich unendlich vollkommen und glücklich. Und er selbst, der den Menschen nach seinem Bild erschaffen hat, schrieb in sein Herz das Verlangen, ihn zu sehen. Der Mensch antwortet, unterstützt durch die göttliche Gnade, mit dem Glauben. Dieses besteht darin, sich Gott völlig anzuvertrauen und seine Wahrheit anzunehmen. Diese Antwort heißt der Glaube. Gott selbst kommt zu den Menschen und wartet auf seine Antwort. Gott bringt seine Liebe, Glück und Freundschaft. Er lädt uns zu sich ein. Der Mensch muss nur die Antwort geben. Die Fastenzeit, die wir am Aschermittwoch beginnen, ist eine gute Zeit, um innerliche Ruhe zu schaffen, von der Hektik zu erholen und über die Seele und den Glauben nachzudenken.
Liebe Christen! Ich wünsche uns allen dieses Nachdenken und schlage ein kurzes Gebet um Glaube vor:
„Gott, du bist es, an den ich glaube; du bist es, dem ich glaube. Du hast zu uns gesprochen durch deinen Sohn. Seine frohe Botschaft will ich annehmen. Die Kirche verbürgt sie mir auch in unserer Zeit. Du sprichst zu mir auch durch Menschen, die mir begegnen, und durch Ereignisse, die mir widerfahren. Hilf mir, dich in allem zu finden und immer mehr aus dem Glauben zu leben.“
Je mehr wir dieses Gebet beten und um den Glauben bitten werden, desto schneller das Ende der Krise kommt.
Im Glauben verbunden Gregor Olszak, Pfr.
Monatsgruß im Februar
Kennen Sie von Christian Morgenstern das Gedicht „Die Geruchsorgel“, in der Palmström sich eine Geruchsorgel baut und darauf v. Korfs Nieswurz-Sonaten spielt? Diese beginnt mit Alpenkräuter-Triolen und erfreut durch eine Akazien-Arie. Doch im Scherzo, plötzlich und unerwartet, folgen die drei berühmten Nieswurz-Stellen. Palmström fällt bei diesen Ha-Cis-Synkopen jedesmal beinah vom Hocker. In Wirklichkeit hat noch niemand eine solche Geruchs-Orgel gebaut und auch unsere Orgel in der Kirche soll keine Düfte verströmen, sondern den Gottesdienst mit ihrer Musik bereichern. Seit nunmehr einhundert Jahren tut sie das und die Zeit ist nicht ganz spurlos an ihr vorüber gegangen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit hat ihr nicht gut getan und so manche Holzteile sind vom Schimmel befallen. Und so kommt nun nicht nur der reine Ton aus den Pfeifen, sondern auch Schimmelsporen werden mit heraus geblasen. Damit unsere Organisten nicht wie Palmström beinah vom Hocker fallen, wird es also höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Ein langer Weg ist dazu schon zurück gelegt. Sachverständige haben verschiedene Gutachten dazu erstellt, Kostenvoranschläge wurden eingeholt und eine Firma für die Sanierung ist gefunden. In unserer Kirche gibt es einen speziellen Opferstock für dieses Vorhaben, man kann natürlich auch eine Spende auf das Konto unserer Kirchengemeinde einzahlen. Immerhin sind so bisher schon 3608 Euro an Spenden zusammen gekommen. Ein herzliches Dankeschön an alle Spender! Doch auch mit den Zuschüssen, die wir bisher einwerben konnten, reicht dieses Geld noch nicht, denn die Sanierung ist aufwendig. Die Orgel muss auseinander gebaut werden, alle Teile werden gereinigt und desinfiziert, getrocknet und wieder zusammen gebaut. Dies soll nun noch vor den Sommerferien beginnen. Wer also von Weihnachten noch den einen oder anderen Euro übrig behalten hat, könnte jetzt mit dazu beitragen, dass auch in Zukunft unsere schöne Orgel den Gottesdienst mit ihren Klängen bereichert. Schon jetzt ein herzliches „Vergelt`s Gott“ dafür!
Ihr Diakon Thomas Keller
„Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.“ (Vaticanum II)
Monatsgruß im Januar

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ (Dtn 6,5)
So lautet die Losung der evangelischen Kirchen für den Januar 2011. Ich finde diesen Spruch sehr passend für den Beginn eines neuen Jahres. Zum Jahresende 2010 haben wir einen neuen Kirchenvorstand und einen neuen Pfarrgemeinderat gewählt. Dabei war die Wahlbeteiligung in unserer Pfarrgemeinde höher als im Bistumsdurchschnitt. Das zeigt, welche Erwartungen auf den neu gewählten Gremien liegen. Inzwischen hat ja jeder gemerkt, dass das Gemeindeleben in dieser Zeit nicht leichter wird. Die Mitgliederzahlen gehen zurück und die Gelder, die zur Verfügung stehen auch. Viele der aktiven Gemeindemitglieder sind in einem Alter, in dem es ihnen immer schwerer fällt, Aufgaben in der Gemeinde zu übernehmen. Dennoch wollen wir lieb gewonnenes nicht nur behalten, wir wünschen uns auch eine Intensivierung des Gemeindeleben. Gewissermaßen also eine „Quadratur des Kreises“ die auch die neu dazu gewonnenen Mitglieder von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat nicht leisten können. Und so muss dann doch vieles neu bedacht werden und manches muss sich aus der Not der Zeit heraus ändern. Das bedarf natürlich einer sorgfältigen Abwägung und gründlicher Überlegung. Auf der anderen Seite ist eine solche Herausforderung auch immer eine Chance, sich nicht an vorhandenen Strukturen zu orientieren, sondern sich neu den Wurzeln unseres Miteinanders zu nähern. Als Jesus nach dem wichtigsten Gebot überhaupt gefragt wird, da verweist er auf die Gottes- und Nächstenliebe. Wenn das Gemeindeleben auf einer solchen grundlegenden Gottesliebe aufruht, dann ist mir um unsere Zukunft nicht bang.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein von Gott gesegnetes Jahr 2011!
Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im Dezember

Advent
Ich habe eine kurze Meditation gefunden, die Ich Ihnen zum Advent schenken möchte. Setzten Sie sich in den Gedanken oder in der Realität bei der Wärme des Kamins hin und lesen Sie das in Stille:
„Herr, komme bald –
hinein in unser Leid,
mitten unter die streitenden Parteien,
an die Seite aller, die alleine sind,
in die Gedanken derer, die forschen und beraten,
in die Herzen aller, die vergiftet sind
vom Hass vieler Generationen,
in den Blick derer, die nur noch sich selber sehen
hinter all die, die abgehängt wurden
und vor all jene, die jeden zu überrollen drohen
Herr, komme bald –
als Bruder oder Schwester
als der, der Einheit stiftet
als der, der mitten unter uns lebt
als der, der uns vollendet.
Der Herr kommt bald!
Ich wünsche uns allen, dass wir den Herrn treffen können.
Dann wird unsere Welt viel schöner und wärmer.
Im dem Gebet
mit Ihnen verbunden
Ihr Pfarrer
Gregor Olszak

