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Monatsgruß im Oktober

Herbst – Zeit der Ernte
Am ersten Sonntag begrüßt uns Oktober mit dem schönen bunten Erntealtar. In diesem Jahr wollen wir einen Mitbringaltar bauen. Jeder von uns kann die Früchte seines Gartens im einen Korb mitbringen und segnen lassen. Der Erntesonntag schenkt uns jedes Jahr eine Gelegenheit über die Ernte des Lebens nachzudenken. Reiner Maria Rilke hat über den Herbst ein Gedicht geschrieben:
Herbsttag
Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten reif zu sein
gib Ihnen noch zwei südlichere Tage
dräng sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat,
baut sich keines mehr
wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird lesen, wachen, lange Briefe schreiben
und wird auf den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Es klingt bisschen traurig und düster. Darauf musste das schwere Schicksal des Dichters einen Einfluss nehmen. Unser Glaube und die Bibel zeigen andere Perspektive. Sie beschreiben den Herbst des Lebens als die Zeit der Ernte, des Friedens und der Zuversicht. Im Psalm 128 lesen wir:
„Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und der auf seinen Wegen geht!
Was deine Hände erwarben, kannst du genießen;
wohl dir, es wird dir gut ergehn.
Es segne dich der Herr vom Zion her.
Du sollst dein Leben lang das Glück Jerusalems schauen
und die Kinder deiner Kinder sehn.“
(Ps. 128)
Und als Simenon Jesus sah und in die Hände nahm hat sein Herz die große Freude erfüllt. Er hat gesagt: „Nunc dimittis, servum tuum, Domine...“ – „Nun lässt du, Herr, deinem Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden (Lk 2, 29).“ Der Psalmist und Simeon haben Gott vertraut. In seine Hände haben sie jede Zeit des Lebens hingelegt. Gott wurde für sie alles. Gott kann auch uns den Herbst des Lebens voll Freude und Hoffnung schenken. Es gibt nur eine Voraussetzung: der Glaube an Ihn. Die Jünger von Emmaus haben gebetet: „Herr, bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.(Lk 24, 29).“ Diese schöne, bunte Jahres- und Lebenszeit ist für uns eine große Herausforderung. Mit Gott ist sie eine schöne und abenteuerliche Herausforderung.
Und das wünsche ich uns allen.
Euer Pfarrer Gregor Olszak
Monatsgruß im September
Fest Kreuzerhöhung
Je älter man wird, um so mehr lebt man auch mit den Erinnerungen. Das Fest „Kreuzerhöhung“ verbindet sich dabei für mich mit vielen schönen Kindheitserinnerungen, denn es war ein großes Fest unserer Kirchgemeinde. Dazu kam es so: 14 Kilometer von unserem Heimatort entfernt gab es das Schloss eines Grafen mit einem wunderschönen Park im englischen Stil. In diesem Park standen zwei riesige alte Eichen. Unter ihnen hielt sich der Graf gerne auf, und hier wollte er beerdigt sein. Deswegen ließ er ein großes Kreuz an dieser Stelle errichten, mit einem lebensgroßen Corpus daran. Um seinen Ruheplatz vor späteren Erbschaftsstreitigkeiten zu bewahren, vermachte er dieses Stück Land der Kirche mit der Auflage, dass er dort begraben wird. Die Geschichte brachte es anders. Nach dem Krieg musste der Graf fliehen und starb irgendwo in der Fremde. Das Schloss und der Park wurden enteignet und dort ein „Heim für schwer erziehbare Kinder“ eingerichtet. Das Stück Land am Ende des Parks aber blieb im Eigentum der Kirche. Und so feierten wir jedes Jahr zum Fest Kreuzerhöhung ein wunderschönes Gemeindefest auf diesem Gelände. Früh ging es mit einer Prozession los. Voran rannten und tobten die Kinder, dann kamen die Messdiener mit Weihrauch und Kerzen, und nach dem Pfarrer folgte die Gemeinde mit Rucksäcken, Körben und Taschen bepackt. So zogen wir von der Kirche zu jenem Kreuz. Dort hatten Helfer schon einen Altar aufgebaut und es wurde eine Messe im Grünen gefeiert. Die Gemeinde lagerte dazu auf der frisch gemähten Wiese davor. Nach dem Gottesdienst gruppierte man sich um: es wurden mehrere große Sitzkreise gebildet und jeder legte seine mitgebrachten Speisen und Getränke in die Mitte, wo sich dann alle bedienten. Es war eine fröhliche und ausgelassene Feier. Damals hatte ich noch nichts gehört von der Kaiserin Helena, die 325 das Kreuz Christi gefunden haben soll; und die Grabesbasilika in Jerusalem sehen zu können, schien in unerreichbarer Ferne. Was mir damals aber irgendwie bewusst wurde: wie schön es sein kann, wenn sich die Gemeinde unter dem Kreuz Christi versammelt. Dabei war die Teilnahme an dieser Feier in der DDR auch ein deutliches Bekenntnis zum Glauben. Die staatlichen Organe beobachteten das Geschehen mit Missbilligung und immer mal wieder wurde versucht, die Gemeinde von diesem Brauch abzubringen. Doch das bestärkte uns nur in unserem Tun und wir freuten uns jedes Jahr auf den 14. September.
In diesem Sinne wünsche ich ihnen einen Monat froher Gemeinschaft und Stärkung des Glaubens.
Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im August
Der Wind des Heiligen Geistes
Die sommerliche Atmosphäre, die im August herrscht; unsere ruhige Urlaubzeit und die neuen Erfahrungen, die wir gemacht haben, können uns helfen über den Sinn des Lebens nachzudenken und die Antwort auf die wichtigen Lebensfragen zu finden. Wir sind nicht die erste, die sich mit diesen Fragen beschäftigen. Jede Generation, jeder Mensch muss auf die Fragen um den Sinn des Lebens antworten. Einer, der diese Suche in einem Song geschlossen hat, war ein Amerikaner Bob Dylan. Er hat ein schönes Lied geschrieben. Der Titel lautet: „Blowin' in the Wind”.
Wie viele Straßen muss ein Mann runter laufen,
bevor man ihn einen Mann nennen kann?
Wie viele Seen muss eine weiße Taube überfliegen,
bevor sie im Sand schlafen kann?
Ja und wie oft müssen die Kanonen fliegen,
bevor sie für immer verbannt sind?
Die Antwort mein Freund weht im Wind.
Die Antwort weht im Wind.
Wie viele Jahre kann ein Berg existieren,
bevor er ins Meer gewaschen wird?
Wie viele Jahre können einige Leute existieren,
bevor sie frei sein dürfen?
Ja und wie oft kann ein Mann seinen Kopf drehen und so tun,
als würde er nichts sehen?
Die Antwort mein Freund weht im Wind.
Die Antwort weht im Wind.
Wie oft muss ein Mann hoch gucken,
bevor er den Himmel sehen kann?
Und wie viele Ohren muss ein Mann haben,
bevor er Menschen weinen hören kann?
Und wie viele Tode wird es brauchen,
bis wir wissen, dass zu viele Menschen gestorben sind?
Die Antwort mein Freund weht im Wind.
Die Antwort weht im Wind.
Für uns Christen ist der Wind ein Symbol für den Heiligen Geist. Er hat die Antwort auf die Frage um den Sinn des Lebens. Er selbst ist die Antwort, weil er die Liebe ist – die Gottes Liebe. Nur diese Liebe kann das menschliche Herz ganz erfüllen und alle seine Sehnsüchte stillen. Sie hilft uns ohne Gleichgültigkeit anderen Menschen vorbeizugehen und kreativ zu leben. Ich wünsche Ihnen solchen Wind des Heiligen Geistes. Und Ihr Leben wird schön und glücklich sein, weil „die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung“(Ga 5, 22n).
Ihr Pfarrer Gregor Olszak
Monatsgruß Juli
Begeisterung
Ich gebe es zu: ich kann mich für die Fußballweltmeisterschaft nicht so recht begeistern. Fußball war noch nie mein Ding und bei einem Spiel zuzuschauen, hat für mich keinen Reiz. Woran ich in diesen Tagen aber meine Freude habe, ist die Tatsache, dass es noch immer Dinge gibt, für die sich Menschen begeistern können. Ich finde solche Begeisterung etwas sehr Schönes und freue mich an den vielen Autos mit den schwarz rot goldenen Fahnen. Trotzdem es immer wieder auch Ausschreitungen in Stadien gibt, ist sportliche Begeisterung im Grunde ein friedlicher Wettstreit. Viele Menschen hoffen, dass unsere Mannschaft in die Endrunde kommt, aber wenn andere gewinnen, dann waren sie eben die Besseren, oder hatten mehr Glück. In meiner Nachbarschaft erlebe ich das Fußballspiel dann immer indirekt. Ich nutze die ruhige Zeit, wenn keine Autos auf der Straße unterwegs sind und auch sonst sich alle vor den Fernseher zurück gezogen haben, um in Ruhe auf der Terrasse zu lesen. Nur hin und wieder wird mein Lesen mit lautem Ah… oder Oh… unterbrochen, und so kann ich am nächsten Tag fast mitreden, wie der Spielverlauf war. Gut finde ich es auch, dass in diesem Jahr die Spiele in Afrika stattfinden. Das lenkt den Blick auf diesen Kontinent, der uns oft so anders erscheint, wo aber Menschen genauso mit ihren Sorgen und oft mit viel mehr Nöten leben als wir. Wenn es dazu beiträgt, dass sich die Menschen auf der ganzen Welt immer mehr als eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern verstehen, dann ist doch eigentlich schon viel gewonnen. Was ich mir noch wünschen täte, wäre, dass sich noch mehr Menschen nicht nur für den Sport, sondern auch für andere schöne und wichtige Dinge in gleicher Weise begeistern könnten. Ich stelle mir eine Sonntagsmesse vor, in der die Christen mit der gleicher Begeisterung den Herrn loben, die die Fußballfans nach dem Endsieg zeigen. Ich stelle mir eine gleiche Begeisterung vor, wenn es darum geht, Menschen in Not und Elend zu helfen…. Ja, Begeisterung kann etwas Schönes sein. Als die Apostel am Pfingsttag von ihrem Glauben begeistert waren, da steckten sie viele mit ihrer Freude an und tausende ließen sich taufen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich hin und wieder mal von etwas Schönem und Wichtigen begeistern lassen – Ich glaube, das ist gemeint, wenn Jesus vom „Leben in Fülle“ sprach.
Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im Juni

Fronleichnam: Wir gehen mit Christus unseren Weg…
Es sind ja bald nur noch wenige, die sich an die Zeiten erinnern können, als es auch in Schöningen verboten war, an Fronleichnam mit der Eucharistie durch die Straßen zu ziehen. Dabei war es einst ein harter Kampf gewesen, dafür die Genehmigung zu erhalten. Vor 80 Jahren, 1930 war es so weit, die katholischen Christen durften nach etwa 200jähriger Pause wieder das Fronleichnamsfest in aller Öffentlichkeit feiern. Im Stadtpark trafen sie sich damals schon und es war gerade zu damaliger Zeit ein durchaus mutiges Bekenntnis ihres Glaubens. Immerhin nur 10 Jahre später war es dann wieder verboten. Die Nationalsozialisten wollten solches Glaubensbekennis nicht sehen, sie empfanden es als Provokation. Seit 1945 feiern wir wieder hier im Stadtpark. Heute muss niemand mit Nachteilen rechnen, wenn er sich hier zu seinem Glauben bekennt. Und doch tut sich der eine oder andere vielleicht schwer, in der eucharistischen Prozession gesehen zu werden, denn es bleibt ein Bekenntnis: Ja, ich stehe zu dieser katholischen Kirche, auch mit all ihren Fehlern und Problemen, mit all ihren Sorgen und Nöten, die sie haben mag. Ich stehe zu ihr, weil ich der Überzeugung bin, dass es Christus selbst ist, der voran geht. Wir sind mit Christus unterwegs – so lautet unsere Botschaft an Fronleichnam, die wir eben auch öffentlich bekunden wollen. Warum ist uns das so wichtig? Warum all dieser Aufwand? Könnten wir nicht irgendwann sagen: wenn unsere Gemeinde halt kleiner wird, dann feiern wir eben zu Hause, das heißt in unserer Kirche einen Gottesdienst und gut. Ich denke, das Fronleichnamsfest ist ein wichtiges Signal für andere Menschen und ebenso auch für uns selbst. Es zeigt uns genau so, wie wir sind: Wir sind auf dem Weg. Nicht immer gelingt dabei alles, wie es sein sollte. Aber das ist nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist doch die Tastsache, dass wir mit Christus unterwegs sind. Ihn heben wir in der Gestalt des Brotes in ganz besonderer Weise hervor, denn er gibt unserem Weg erst den eigentlichen Sinn. Das gilt genauso für den Weg der ganzen Kirche, wie für den Weg jedes Einzelnen von uns. Christus ist unser Halt und unser Kompass auf diesem Weg. Ohne ihn wird jeder Weg sehr schnell zum Irrweg. Wenn wir Christus im heiligen Brot empfangen, dann erhalten wir damit einen Halt für unseren Lebensweg, einen Orientierungspunkt, der uns von innen heraus stärkt. Und so sind es letztlich nicht wir, die Christus durch die Straßen tragen, sondern Christus ist es, der uns durch die Straßen unseres Lebens trägt. Gerade in der heutigen Zeit können wir es immer wieder erleben, wie ein Leben ohne Gott sehr schnell zu einem Wettlauf auf Irrwegen werden kann. Abgehetzt und erschöpft kommen dann die Menschen irgendwo an, dort, wo sie vielleicht nie hin wollten. In einer Zeit, da alles immer schneller gehen muss. In einer Zeit, wo Fortschritt das A und O alles Handelns sein soll. In einer Zeit, in der man sich solche merkwürdigen Dinge wie „Wirtschaftswachstumsbeschleunigungsgesetze“ ausdenkt, - in einer solchen Zeit darf man doch mal fragen: wohin soll der Weg eigentlich gehen? Warum muss alles immer schneller gehen – welches Ziel gilt es mit dieser unmenschlichen Hatz zu erreichen? Nicht wer am schnellsten unterwegs ist, wird deswegen sein Ziel erreichen. Nicht wer das meiste Geld hat, wird das Ziel erreichen. Nicht, wer die meisten neben sich ausgebotet hat, ist der Sieger…Um ein Ziel zu erreichen, muss man das Ziel kennen und klar vor Augen haben, sonst ist man umsonst unterwegs. Unser Ziel ist es, mit unserem Lebensweg hin zu Gott zu gelangen. Dafür haben wir diesen Kompass und Halt, der uns in der Eucharistie gegeben wird. Und damit alle auch dieses Ziel erreichen können, ist es wichtig, dass wir diesen Kompass hoch halten, damit ihn jeder sehen kann. Die anderen sollen ihn sehen, aber vor allem auch wir selbst immer wieder. Immer wieder müssen wir auf den schauen, der uns den Weg zu Gott frei gemacht hat und uns den Weg dorthin weist.
Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Einen guten Weg wünscht Ihnen
Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im Mai
Marienweg – unser Weg
Meerstern, sei gegrüßet,
Gottes hohe Mutter,
allzeit reine Jungfrau,
selig Tor zum Himmel!
Du nahmst an das AVE
aus des Engels Munde.
Wend den Namen EVA,
bringt uns Gottes Frieden.
Jungfrau ohnegleichen,
Gütige vor allen,
uns, die wir erlöst sind,
mach auch rein und gütig.
Gib ein lautres Leben,
sicher uns geleite,
dass wir einst in Freuden
Jesus mit dir schauen.
(Brevier)
Es ist eine alte Tradition, dass der Monat Mai zu Maria gehört. Wir verehren Maria das ganze Jahr hindurch, aber im Mai besonders. Wir haben zu dieser Verehrung noch einen zusätzlichen Titel. Maria ist unsere Patronin. Mit der Freude oder mit der Trauer im Herzen zünden wir vor ihrer Figur die Kerzen an und hoffen, dass sie bei Gott für uns benötige Hilfe erbitten kann.
In diesen Monat gehen wir mit den Änderungen in unserer Gemeinde herein. Nach der langen Diskussion hat unser Pfarrgemeinderat für drei Monate die Zeit der Messe am Sonntag in Schöningen von 9.00 Uhr auf 10.30 zu verschieben entschieden. Wir wollen den jungen Menschen und jungen Familien eine Chance in die Kirche zu kommen geben. Die später Zeit ist günstiger für diese Leute und sie sind auch unsere Schwester und Brüder. Wir wollen ihnen entgegen gehen, dass sie die Gottes Gegenwart auch erfahren können. Wir müssen alles, was möglich ist, tun, um die anderen zu gewinnen. Drei Monate sind nur eine Probezeit. Wir bemerken schnell, ob unsere Vorrausehungen richtig waren. Diese Bemerkungen möchten wir am 19. Juni bei der Pfarrversammlung äußern. Dazu sind auch alle Mitglieder unserer Pfarrgemeinde eingeladen. Bitte suchen Sie neue Ideen, die das Gemeindeleben verbessern zu Gott und miteinander annähern können.
Unsere Patronin – Maria war offen auf den Gottes Ruf. Sie hat Gott „ja“ gesagt, obwohl sie nicht wusste, was kommt. Marienlebensweg ist unser Weg. Sie ist für uns ein Vorbild. Wie alle sind ihre Kinder. Ihre Figur in der Kirche sagt uns immer: „Habt Vertrauen zu Jesus. Er ist bei euch alle Tage.“
In diesem Vertauen wünsche ich Ihnen gesegneten Mai.
Euer Pfarrer Gregor.
Monatsgruß im April
Eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen ist der Gottesdienst der Osternacht, der bei uns zuhause am Sonntag früh stattfand. Nie sonst stand ich als Kind so früh auf. Um fünf Uhr fing der Gottesdienst an. Vom überwältigenden Feuer draußen im Pfarrgarten wurde das Licht in die Kirche getragen und verbreitete sich in ihr wie ein Schwarm übermütiger Glühwürmchen. Das Dunkel um uns wurde hell; und die beste Predigt von Ostern ist und bleibt das Exultet, das Loblied auf dieses Licht, das die Dunkelheit der ganzen Welt erleuchtet. Der Gesang des Exultet ging mir jedes Mal wie ein Schauer unter die Haut und ich begann im Lichtermeer der Kerzen von der wärmenden Sonne des Sommers zu träumen und von einer Welt, die ihre Schattenseiten verloren hat und nur noch aus Licht und Wärme besteht. Wenn der Gottesdienst nach einer kindlich gefühlten Ewigkeit dann zu Ende ging, schien draußen die Sonne und die Vögel sangen ihr Frühlingslied. In fröhlicher Runde wurde dann mit der ganzen Pfarrgemeinde gefrühstückt und wir Kinder durften Ostereier suchen. Das ist es, was Christus für uns getan hat: Er hat unsere Dunkelheit hell gemacht. Er hat ein neues Licht in unser Leben gebracht. „Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu bringen, und wie froh wäre ich, wenn es schon brennt.“ (Lk12,49) So hat er selbst es gesagt. Und nach und nach begann dieses Feuer einst bei den ersten Jüngern zu brennen. Denken sie an die Emmausjünger, von denen wir am Ostermontag hören: „Brannte uns nicht das Herz, als er mit uns sprach.“ Es ist ein Feuer des Herzens, das jeden ergreift, der es erlebt. So heißt es im Exultet: „Frohlocket, ihr Chöre der Engel, frohlocket ihr himmlischen Scharen..“ Dieses Feuer der Begeisterung ergreift nicht nur uns Menschen, es ergreift auch die Himmlischen Wesen, genauso wie die ganze Schöpfung. Als die Pharisäer zu Jesus am Palmsonntag sagten, er solle den Jubel seiner Anhänger endliche unterbinden, da antwortete er: „Selbst wenn diese schweigen täten, jeder Stein würde singen.“ Da, wo die Herzen anfangen zu brennen, da findet Ostern statt, denn brennende Herzen tauchen die ganze Welt in ein neues Licht! Das kalte Neonlicht der Berechnung schwindet. Da ist auch kein Scheinwerferlicht, das einen bloß stellt; kein Nacktscanner und kein Durchleuchtungsgerät. Da ist nur der milde Schein der Liebe, die aber mitunter heißer brennen kann als jedes irdische Feuer. Das wärmende Licht dieses Feuers lässt den Frühling trotz aller kalten Nordwinde beginnen. Im Licht der brennenden Herzen gibt es einen ganz neuen Glanz in dieser Welt. Das ist das Geheimnis von Ostern. Gehen wir also hinaus und bringen dieses Licht in alle Welt, denn die Welt sehnt sich nach echter Liebe.
Eine gesegnete Osterzeit wünschen ihnen:
Diakon Keller
Monatsgruß im März
Die Fastenzeit ist der Weg
– das Ziel ist Ostern. Der farbige Karneval ist vorbei. Die Musik spielt nicht mehr so laut. Die lustigen Lieder sind ausgesungen. Jetzt braucht der Mensch die Zeit für eine Reflektion und für die Besinnung. Und Gott bietet uns jedes Jahr solche Zeit an - die Fastenzeit. Sie dauert 40 Tage, weil Jesus 40 Tage in der Wüste verweilt, gefastet und gebetet hat. Diese Fastenzeit ist für uns kein Ziel. Sie ist ein Weg: ein Weg zum Sieg des Lebens über den Tod. Diesen Sieg feiern wir Ostern. Die Fastenzeit ist nur eine Vorbereitungszeit auf das größte Fest unseres Glaubens. Wenn wir uns in den kommenden Wochen aufmachen und dem Osterfest entgegengehen, stehen wir also in einer langen christlichen Tradition, die es seit dem 4. Jahrhundert gibt. Unzählige Menschen sind bereits vor uns diesen Weg gegangen. Nun sind wir eingeladen, mehr als sonst im Jahreskreis uns das Leiden und Sterben Jesu Christi bewusst zu machen und Herz und Seele für das Geheimnis von Ostern zu bereiten. Dem dienen unsere Fastenzeitgottesdienste: der Kreuzweg am Sonntagnachmittag, die Bibelwoche, der Bußgottesdienst und die Beichtgelegenheit, der Jugend- und Kinderkreuzweg. Über diese Treffen öffnet sich der Horizont Gottes, kündigt sich der Ostersieg an.
Dieser Sieg gilt auch uns,
jedem Menschen,
der in die Fußspuren Jesu tritt.
Auch ich kann mich aufmachen.
Ostern ist mein Ziel.
Schwester und Bruder!
Ich wünsche Dir: Öffne dein Herz für Gott, für jeden Menschen. Atme tiefer die Luft des Heiligen Geistes. Gib dir die Zeit für deine Seele, für dein inneres Leben. Und dann bekommst du einen Frieden und eine unendliche Freude – Osternfreude.
Dein Bruder Gregor und das Seelsorgeteam
Monatsgruß im Februar
Gibt es etwas Schöneres, als im Frühjahr das Erwachen der Natur zu beobachten? Noch herrscht Frost in den Fluren, aber die Schneeglöckchen schieben in den Vorgärten schon ihre grünen Spitzen aus den Resten des Schnees. Ich kann mich an solchen kleinen Wundern nicht genug satt sehen. So erleben wir die Natur als eine Quelle der Inspiration und Erholung in einer immer komplizierter werdenden Welt. „ Stimmt es nicht, dass am Anfang all dessen, was wir `Natur` nennen, ein `Plan der Liebe und der Wahrheit` steht?“ schreibt Papst Benedikt in seinem Wort zum Weltfriedenstag 2010. Unter der Überschrift: „Willst du Frieden, so bewahre die Schöpfung“ macht er deutlich, dass wir Christen „gegenüber dem, was um uns geschieht, nicht gleichgültig bleiben können; denn die Schädigung irgend eines Teils des Planeten würde auf uns zurück fallen.“ In der heutigen Zeit ist der Einfluss des Menschen auf die natürlichen Vorgänge so groß, dass er nicht nur lokal, sondern weltweit das Gleichgewicht der Natur aus den Fugen bringen kann. Gerade auch angesichts der Schwierigkeiten, die die Staaten dieser Welt derzeit haben, sich auf einen gemeinsamen Klimaschutz zu verständigen, fordert er uns auf zum Handeln und zum Gebet für die Bewahrung der Schöpfung, weil Gott selbst uns die Verantwortung für seine Schöpfung gegeben hat. Weiter schreibt er: „ Die Kirche trägt Verantwortung für die Schöpfung und ist sich bewusst, dass sie diese auch auf politischer Ebene ausüben muss, um die Erde, das Wasser und die Luft als Gaben Gottes, des Schöpfers, für alle zu bewahren und vor allem den Menschen vor der Gefahr der Selbstzerstörung zu schützen. Die Schädigung der Natur hängt nämlich eng mit der Kultur zusammen, die das Zusammenleben der Menschen prägt.“ Und so ruft er uns auch auf, unser eigenes Verhalten zu überdenken: „ Es ist mittlerweile unerlässlich, dass es zu einem tatsächlichen Umdenken kommt, das alle zur Annahme neuer Lebensweisen führt, in denen die Suche nach dem Wahren, Schönen und Guten und die Verbundenheit mit den anderen … jene Elemente sind, die die Entscheidungen für Konsum, Sparen und Investitionen bestimmen.“ Die vor uns liegende Fastenzeit bietet uns die Möglichkeit, einmal darüber nach zu denken, wie weit unser eigenes Konsum-verhalten noch gerechtfertigt ist, angesichts der Not so vieler Menschen auf dieser Erde und der Herausforderungen, denen wir uns zum Schutz unserer Umwelt in Zukunft stellen müssen.
Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im Januar
Die Glocken der Hoffnung
Unsere Gemeinde begrüßt das Neue Jahr mit dem Klang der Glocken. Es ist eine schöne und lange Tradition, die uns viel zu denken geben kann. Wir fragen: Sind es die Glocken der Trauer, weil das Alte Jahr vergangen ist oder sind es die Glocken der Freude, weil was Neues kommt? Was wollen wir be¬denken? Welche Gefühle begleiten uns in dieser besonderen Stunde? Was ist für uns wichtiger: die Vergangenheit oder die Gegenwart und die Zukunft?
Der Schweizer Dichter Conrad F. Meyer hat u.a. ein Gedicht geschrieben:
Neujahrsglocken
In den Lüften schwellendes Gedröhne,
Leicht wie Halme beugt der Wind die Töne:
Leis' verhallen, die zum ersten riefen,
Neu Geläute hebt sich aus den Tiefen.
Große Heere, nicht ein einzier Rufer!
Wohllaut flutet ohne Strand und Ufer.
Es klingt wie ein Echo der Freude und der Hoffnung auf die Zukunft. Der Schall der Glocken läuft ringsumher - grenzenlos. Für uns ist es ein Zei¬chen der Hoffnung. Die Hoffnung kann die Grenze überqueren, die Finsternis durchdringen, in einer blühenden Blume inmitten des Winters den Frühling sehen.
Wir Christen sind Menschen der Hoffnung und der Zukunft, weil in der tiefsten Dunkelheit des Jahres ein Licht in die Welt gekommen ist. Dieses Licht heißt Jesus Christus. Er kann jede Finsternis erleuchten: in meinem Le¬ben, in deinem Leben - Schwester und Bruder, im Leben unserer Gemeinde. Er ist das Fundament unserer Hoffnung und unserer Zukunft. Wir müssen nur im kleinen Kind aus Bethlehen Gott erkennen, wie Kasper, Melchior und Baltazar. Sie folgten dem Stern voller Hoffnung und in ihren Herzen klangen die Glocken der Freude auf das Treffen mit Gott.
Dieser Freude und Hoffnung wünsche ich Ihnen und Euch, Schwestern und Brüder, für das ganze Neue Jahr und für das ganze Leben.
Gregor Olszak, Pfarrer
Monatsgruß im Dezember
Rauhnächte
„Zwischen den Jahren“- so nannte man früher die Zeit von Weihnachten bis Hl. Drei Könige, oder auch die „Rauhnächte“. Mit dem Wort Rauhnächte ist dabei zunächst weder gemeint, dass diese Nächte besonders kalt und rau sind, noch bezieht es sich auf den Weihrauch, den man im Mittelalter in dieser Zeit gerne gegen böse Geister in Haus und Stall einsetzte. Rauh ist ein altes Wort für Fell, (so wie man heute auch noch von „Rauchware“ spricht) und steht für die behaarten Ungeheuer, vor denen man sich fürchtete. Seinen Ursprung hat das Ganze unter anderem in den unterschiedlichen Kalendern der Germanen und der Römer. Der alte germanische Kalender war ein Mondkalender, der römische dagegen ein Sonnenkalender. Brachte man beide zusammen, ergab sich ein Unterschied von 12 Tagen. Es lag nahe, diese 12 Tage als die Vorboten der nächsten 12 Monate zu sehen und es entstand allerlei Aberglaube um diese Zeit. So waren die Tage nicht nur dunkel, weil die Sonnenscheindauer in diesen Tagen am kürzesten ist, sie waren auch dunkel in der Vorstellung der Menschen und für viele mit Furcht vor bösen Geistern besetzt. Eine schwere Zeit waren diese kürzesten Tage des Jahres für die Menschen sicherlich auch davor schon immer gewesen. Man sehnt sich in diesen Tagen nach Wärme und Licht. Selbst wir heute, mit Zentralheizung und elektrischer Beleuchtung, spüren noch etwas vom Schauer dieser dunklen Tage. Aber in eine solch dunkle Zeit hinein leuchtet uns nun das Licht von Weihnachten. Dabei wissen wir nicht mit Sicherheit zu sagen, wann Jesus wirklich geboren wurde. In den ersten Jahrhunderten vermutete man das Geburtsdatum von Christus eher im März oder Mai. Erst im 4. Jhd. kam der 25. Dezember als Weihnachtstag immer mehr in den Blick. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, warum man gerade auf diesen Tag kam. Letztlich aber überzeugt dieser Termin besonders durch diese große Symbolkraft: in die dunkelste Nacht des Jahres hinein, in eine Dunkelheit, die von Furcht und Aberglaube geprägt war, wird Christus geboren. Mit seinem Licht wird die Dunkelheit überwunden und ein neues Jahr, ja ein ganz neues Leben kann beginnen. In die Dunkelheit und Furcht unseres Lebens kommt Gott selbst zu uns, um unser Licht zu sein. Wir wünschen Ihnen, dass Sie ganz viel von diesem Licht mit auf Ihren Weg nehmen können!
Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im November
November und Gott des Lebens
Die Natur im November, wo alles zu schlafen scheint, lässt uns an die Ver-gänglichkeit, an Flüchtigkeit des Lebens und an den Tod denken. Wir fragen uns: warum das Leben so schnei! rennt, warum vergehen Tage, Monate, Jahreszeiten, Jahre, Menschen, Freunde? Ist was am Ende des Lebens? Oder: ist der Tod alles, was auf uns wartet?
Die Antwort auf diese Fragen gibt uns unser Glauben an den lebendigen Gott. In der Bibel lesen wir: „Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs ? Er ist doch nicht der Gott der Toten, sondern der Gott der Lebenden." In unserem Glaubensbekenntnis sprechen wir: „Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben"
Aus diesen theologischen Gründen sind zwei Feste erstanden: Allerheiligen und Allerseelen.
Allerheiligen (lat: Omnium Sanctorum) bezieht sich auf alle, die schon den Himme! erreicht haben. An diesem Tag (1. November) wird aller Heiligen gedacht, auch solcher, die nicht heilig gesprochen wurden, sowie der Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott. Der Tag kann also als Gedenktag der Heiligen bezeichnet werden. Wir freuen uns mit ihnen und verstärken unsere Hoffnung auf den Himmel.
Beim Fest Allerseelen (2. November) geht es um allen Verstorbenen, die unser Gebet und unsere Hilfe brauchen. Durch Gebet, Almosen und Fürbitte können wir ihnen helfen, den Himmel zu erreichen. Wir besuchen die Gräber unseren Ver¬wandten und Freunden. Wir erinnern uns an sie und beten für sie. Wir können auch für sie den Ablass gewinnen. Diese gute Tradition und unser Glauben lassen uns selbst die Hoffnung haben, dass wir auch nach dem Tod in der anderen Welt leben können werden. Das ist die Welt, die Wohnung, die uns unser Gott vorbereitet hat. Wir Christen sind Menschen des Lebens nicht des Todes. In diesem Glauben wünsche ich ihnen, dass wir im November tiefer über das eigene Leben nachdenken können.
Ihr Pfarrer
Gregor Olszak
Monatsgruß im Oktober

Was Sie schon immer wissen wollten…
….das können Sie nun erfahren.
Warum wird in der Osternacht die Geschichte vom Durchzug durch das Rote Meer gelesen, oder was hat die Geschichte vom Abrahams-Opfer dort zu suchen? Warum kommt der Prophet Jesaja in der Weihnachtszeit so oft vor oder wie war das nun wirklich mit der Erschaffung der Welt? Seit wann und warum wird Weihrauch in der Kirche benutzt oder warum gibt der Pfarrer bei der Wandlung ein Stück von der Hostie in den Wein? Warum sind die Gewänder im katholischen Gottesdienst bunter als in der evangelischen Kirche und was für ein Öl wird eigentlich bei der Krankensalbung benutzt? Solche oder andere Fragen rund um die Bibel oder die Kirche werden Sie vielleicht selber schon einmal gehabt haben, oder Ihre Kinder haben die Frage gestellt, und Sie wussten keine Antwort. Kirche lebt nun einmal aus einer alten Tradition und mit vielen Bildern - manches ist uns heute nicht mehr so leicht zugänglich und verständlich. Oft aber traut man sich nicht, nachzufragen, wenn etwas unklar ist, oder man weiß auch nicht, wem man die Frage stellen kann. Wir wollen in Schöningen möglichst einfach zum Gespräch über die Bibel, den Glauben und die Kirche einladen. Jeden letzten Mittwoch im Monat bieten wir ab September von 18.00 bis 19.30 Uhr einen Informationsabend zu diesen Themen im Schöninger Gemeindehaus unter dem Motto: "Frage und Antwort" an. In unserer Kirche wird ein Zettelkasten stehen, in den man Fragen oder Bibelstellen, über die man mehr wissen will, einwerfen kann. Sie können dies auch per Mail an das Pfarramt senden. Wir fassen die Fragen zu einem Themenkomplex zusammen und werden nach und nach Ihre Fragen beantworten. Im Schaukasten und aus den Vermeldungen erfahren Sie dann eine Woche vorher, unter welchem Thema der jeweilige Abend stehen wird. Der Informationsabend besteht aus einem Vortrag zu Ihren Fragen und einer anschließenden Gesprächsrunde. Wir freuen uns auf Ihr Interesse!
Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im September

Gemeinde unterwegs
Schwestern und Brüder!
Das Thema der Gemeinde beschäftig viele Menschen. Das Zusammenleben der Leuten gehört zu den schönsten Sachen der Welt, aber auch zu der schwierigen. Wir kennen das von der Familie, von der Schule, von der Sportgemeinschaft. Die ähnliche Situation erleben wir in der Gemeinde der Kirche. Wir wollen unseren Weg des Glaubens zusammengehen. Das Wichtigste auf diesem Weg ist, dass wir unsere Herzen für Gott und für die andere geöffnet haben. Ich habe ein schönes Gebet gefunden, das uns dabei helfen kann.
Sei bei uns, Herr, auf unserm Weg.
Geh mit uns Schritt für Schritt,
Mach unsere tauben Ohren auf,
lass unsere blinden Augen sehen.
Gib den verzagten Herzen Mut,
lass uns in Angst nicht untergehen.
Gib uns von deinem heiligen Geist:
den Geist der Eintracht und der Wahrheit,
den Geist der Weisheit und der Liebe,
damit nicht einer gegen den anderen kämpft.
Lass uns in deinem Geist Gemeinde werden
und weitersagen, was uns im Glauben stärkt.
Lass uns dich finden in der Tischgemeinschaft,
die um dein Brot versammelt ist.
Damit im Zeichen des gebrochenes Brotes
wir dich erkennen als den einen Herrn,
der uns in Liebe auf dem Weg begleitet
und uns als Boten ausschickt in die Welt.
Wir bitten, bleibe bei uns, Herr,
jetzt und an jedem neuen Tag. Amen.
(Adolf Exeler)
Liebe Gemeinde, beten wir dieses Gebet. Versuchen wir es stets tiefer zu verstehen, damit wir uns immer freundlicher treffen, sprechen, singen und arbeiten können. Mit dem Gottes Segen für den September und für das ganze Leben Euer Pfarrer Gregor Olszak.
Monatsgruß im Juli / August

Liebe St.-Marien-Gemeinde in Schöningen!
Es war ein bewegender Dankgottesdienst, den ich mit vielen von Ihnen / Euch und zahlreichen Gästen anlässlich meines 25-jährigen Weihejubiläums in der St. Marienkirche feiern konnte -jener Kirche, die für meine Familie und mich mit so vielen Erinnerungen verbunden ist. Im Gottesdienst stand - wie konnte es anders sein - der Dank an Gott im Mittelpunkt, verbunden mit der Einladung: "Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt." Mit diesen Zeilen im Pfarrbrief möchte ich heute DANKE sagen: - Pfarrer Olszak, der die Verlegung der Gottesdienstzeit auf 10.00 Uhr ermöglicht hat, - Frau Much im Pfarrbüro - Mit ihr konnte ich vorab Vieles telefonisch absprechen, - Frau Wippich, die sich um das leibliche Wohl bei der Begegnung nach dem Gottesdienst gekümmert hat, - und den vielen Helferinnen und Helfern, die den Saal hergerichtet -und nach dem Empfang wieder aufgeräumt haben. - Danke sage ich auch für das Buchgeschenk "Schöningen -Stadt der Speere", das mir Herr Much im Namen der Gemeinde überreicht hat. In froher und dankbarer Erinnerung an den 21. Juni und im Gebet weiterhin verbunden
grüße ich Sie / Euch ganz herzlich aus Hannover
IhrW. Langer, Pfr. / Euer Wolfgang
Monatsgruß im Juni

In diesem Jahr beginnt der Juni mit dem langen Pfingstwochenende. Ein traditioneller Termin für Zeltlager und Ausflüge ins Grüne. Das früher in der Pfingstnovene intensiv geübte Gebet um den Heiligen Geist ist dagegen eher ins Hintertreffen geraten. Die Älteren von Ihnen kennen sicherlich noch die sieben Gaben des Heiligen Geistes. Im Firmunterricht werden diese zwar auch heute noch angesprochen, doch wer von den jüngeren Gemeindemitgliedern bringt sie alle 7 noch zusammen? Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Wobei die beiden letzten aus der unterschiedlichen Übersetzung eines einzigen hebräischen Wortes hervorgegangen sind. Man merkt also hier das scholastische Bemühen, alles in eine schöne und vernünftige Ordnung zu bringen. Die Zahl sieben ist nicht nur eine heilige Zahl, sie passt dann auch gut zu den 7 Sakramenten, den 7 Tugenden und auch als Gegenpol zu den 7 Todsünden. So ist im Laufe der Jahrhunderte ein schönes theologisches Gebäude entstanden. Nur leider scheint sich die Gegenwart des Heiligen Geistes im Bewusstsein der Gläubigen aus ihrem Alltag in die kirchliche Institution verzogen zu haben. Wo spüren Sie noch in Ihrem Alltagsleben die Gegenwart des Geistes Gottes? Im Betrieb, in der Familie, im Schrebergarten, auf dem Wochenmarkt, in der Schule – ist der Geist Gottes ihnen da gegenwärtig? - Es ist nicht so, dass Gottes Geist sich zurückgezogen hätte. Er ist da und will uns berühren – aber sind wir bereit, uns auf ihn ein zu lasse? Es ist ja nicht immer leicht, an der Seite des Heiligen Geistes zu stehen. Hans Urs von Balthasar hat das mal sehr drastisch zum Ausdruck gebracht, als er schrieb, dass der Hl. Geist nicht dazu da ist, unser Leben mit Geschenken zu veredeln. Er schreibt: der Heilige Geist „ist ein scharfer, schneidender Wind, der uns das Zähneklappern beibringen kann. Wer wird sich vermessen, er habe den Geist? ... Keine Partei fängt die Taube für sich ein. Sie kommt und sie geht. Sie schwebt herab, aber sie setzt sich nicht. Der Geistbraus stürmt, wo er will!“ Wer sich also auf den Hl. Geist einlässt, der muss sich auf Überraschungen gefasst machen, aber er wird auch feststellen, dass das Leben lebendiger und bunter wird. Gegen den heutigen Lebensfrust und die Sinnkriese ist er aber die ideale Arznei. Probieren sie es doch mal mit einer „Portion“ Hl. Geist in Ihrem Alltag – Sie werden erstaunt sein, was alles möglich ist!
Viel Lebensfreude mit dem Geist Gottes wünscht Ihnen
Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im Mai
Die Osterfreude dauert weiter Der Monat Mai ist der schönste Monat des Jahres. Die ganze Natur entwickelt sich schnell und herrlich. Wir können das jeden Tag beobachten. Die Blumen, die Bäume blühen. Die verschiedenen Vögel singen. Die Menschen treffen sich nicht zu Hause, sondern im Garten. Der Frühling, der für uns Christen in der Osternacht begonnen hat, hat eine tiefe Bedeutung. Er bedeutet das Leben. Wir feiern an Ostern nicht den Tod, sondern das Leben. Wenn wir geboren wurden, werden wir nicht sterben, d.h.: wir werden für die Ewigkeit bestehen. Jesus ist auferstanden! Und mit IHM auferstehen auch wir. Das ist das fröhlichste Geheimnis unseres Glaubens. Das ist der stärkste und tiefste Grund der Freude unseres Glaubens. Darum haben wir so herrlich das Osterfest gefeiert. An dieser Stelle möchte ich im Namen der ganzen Gemeinde allen, die dazu beigetragen haben, danken: unserem Diakon für die schöne Predigt und für die helfenden Ideen, unserer Sekretärin für den schönen Pfarrbrief; den Frauen, die die Kirchen geputzt und geschmückt haben; dem Chor für seinen Einsatz; Organisten, Lektoren, Kantoren, Kommunionhelfer aus allen unseren Kirchorten, den Messdienern für den treuen Dienst; allen Küstern für ihr Engagement; den Busfahrern, den Männern, die das Osterfeuer vorbereitet haben, den Jugendlichen für die liturgische Nacht und für die schöne Osterkerze und allen anderen, die ihre Kräfte dazu eingesetzt haben, dass unser Osterfest so schön ausgesehen hat. Vergelt`s Gott! Die Osterfreude dauert bis Pfingsten und soll noch weiter dauern. Im Mai treffen wir uns bei den Maiandachten. Am 1. Mai in Jerxheim auf dem Heeseberg. Das ist ein Fest für das ganze Dekanat. Darum ist es wichtig, dass wir unsere Gemeinde gut vertreten. Ich lade Sie alle ganz herzlich dazu ein. Am 12. Mai haben wir die ökumenische Maiandacht in Offleben. Außerdem feiern wir auch jeden Sonntag in Schöningen um 17.00 Uhr die Marienandachten. In Jerxheim beginnen am 13. die Fatimaandachten. Durch diese Treffen wollen wir Maria verehren. Ihr ist der Monat Mai gewidmet. Sie ist unsere Patronin und unsere große Fürsprecherin bei Gott. Wir können alle unsere Sorgen in ihre Hände legen. Sie betet für uns jeden Tag. Wir empfehlen Maria unsere Erstkommunionkinder und ihre Familien, dass sie sich gut auf das Treffen mit Jesus vorbereiten können. Möge Maria, die Mutter Gottes, alle unsere Gebete erhören und für uns alle den Gottessegen erbitten.
Das wünsche ich Ihnen allen vom ganzen Herzen.
Mit freundlichem Gruß Gregor Olszak, Pfarrer
Monatsgruß im April

Karsamstag und Speisesegnung
Die Tage der Karwoche sind die wichtigsten Tage unseres Glaubens im kirchlichen Jahr. Darum haben sie eigene Namen: Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Osternacht und Ostersonntag. Der Karsamstag (althochdeutsch "kara" = Klage, Kummer, Trauer) ist der letzte Tag der 40-tägigen christlichen Fastenzeit und der Karwoche. Auf ihn folgt Ostern. Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Christi! Der Tag der Stille. An diesem Tag gibt es keinen Gottesdienst. Der Karsamstag ist der Tag der Vorbereitung auf die Auferstehung Jesu, auf die Osternacht. Die Quelle der Bedeutung des Karsamstags finden wir in der Bibel. Der Sabbat ist der jüdische Ruhetag. An diesem Tag darf nicht gearbeitet werden. Deswegen musste Jesus noch am Freitag beerdigt werden. Am Karsamstag wurden Wachen vor dem Grab Jesu positioniert. Sie sollten darauf achten, dass der Leichnam nicht gestohlen wird und so die Aussage im Land verkündet werden kann, dass Jesu auferstanden sei. Am Karsamstag wurde aber nicht nur Jesus für tot erklärt, sondern auch die Hoffnung auf einen Retter begraben. Denn am Karsamstag versteckten sich die Jünger aus Angst selbst am Kreuz hingerichtet zu werden. Der Altar der Kirche trägt keine Kerzen oder Blumen. Der Tabernakel, in dem sonst die Kommunion aufbewahrt wird, steht offen. Die Kirche ist fast leer. Im Inneren herrscht eine ungewöhnliche Atmosphäre. Man kann sagen: Es geschieht nichts. Alles ist vorbei. Kann man noch etwas erwarten? Die ähnliche Situation erleben viele Menschen und wir auch. Es kam ein Unglück, obwohl wir uns es anders vorgestellt haben. Jemand aus der Familie ist unerwartet gestorben. Eine schwere Krankheit ist aufgetaucht. Wir verlieren langsam die Hoffnung und den Glauben. Und wir fragen: warum? - besonders in der leeren Kirche am Karsamstag. Darum ist es Wert zu kommen und die Antwort zu suchen. Die Antwort kommt in der Osternacht. Der letzte Satz gehört nicht dem Tod, sondern dem Leben. Der Tod Jesu bedeutet den "Tod des Todes". Ostern heißt: Die Macht des Todes ist endgültig besiegt. Wir feiern dieses Ereignis mit
der großen Freude. Wir feiern das Leben. Wir gehören endgültig dem Leben, nicht dem Tod. Wer an Jesus glaubt, der wird wie Er auferstehen. Als ein Zeichen dieses Ereignisses bringen am Karsamstag die Gläubigen in verschiedenen Teilen der Welt Speisen in die Kirche, um sie segnen zu lassen. Diese Speise hat einen symbolischen Charakter. Im einen geschmückten Korb befinden sich: Brot – ein Zeichen der Gemeinschaft; Eier – ein Symbol des neuen Leben; ein Lamm aus Zucker oder Teig, das den auferstandenen Christus symbolisiert; Meerrettich – ein Symbol der bitteren Kräuter, die die Israeliten in der Wüste zu sich genommen haben. Dies symbolisiert auch die Mühen des Lebens; Wurst und Kuchen, die die Fülle des Lebens im Paradies symbolisieren und Salz, das dieses Leben im Paradies kein Ende haben wird. Die Speisen werden entweder bei der Agape in der Nacht oder beim Osterfrühstück durch die Familie gemeinsam gegessen als Verlängerung der kirchlichen Feier und der Freude aufgrund der Auferstehung Christi. Viele Familien in unserer Gemeinde kennen diesen Brauch, darum werden wir die Speisesegnung am Karsamstag um 10.00 Uhr anbieten.. Alle andere Gemeindemitglieder sind auch herzlich eingeladen. Wir werden zusammen beten und uns innerlich auf die Auferstehung Christi vorbereiten.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest.
Ihr Gregor Olszak, Pfarrer
Monatsgruß im März

Asche, die keine Angst macht!
Vor ein paar Tagen haben wir mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit begonnen. Die Asche, die wir, als Christen, auf unser Haupt gestreut bekommen, ist ein Symbol der Vergänglichkeit. Die Asche erweckt in uns Angst und Furcht. Sie regt uns zum Nachdenken an. Warum? Aus der Geschichte und von der Forschung der Archäologie wissen wir, dass es schon lange prachtvolle Zivilisationen gab, die wörtlich und bildlich unter der Asche begraben worden sind. Ein anschauliches Beispiel dafür ist die Geschichte von Pompeji am Fuße des Vulkans Vesuv. Die ganze Stadt wurde innerhalb weniger Stunden durch die Asche des Vulkans bedeckt. Plötzlich wurde alles in Stein verwandelt. Alles schien wie eingefroren. Die Schlafenden sind im Bett geblieben. Die, die zur Arbeit eilten, hielten auf der Hälfte des Weges an. Die Verkäufer schafften es nicht mehr das Geld herauszugeben. Die Träume der Kinder erfüllten sich nicht. Alles ist gestorben. Alles wurde durch die Asche zugedeckt. Und der Mensch? Der heutige Mensch? Ist ihm die Asche fremd? Und die Angst vor der Asche? Nein. Immer öfter sind wir Zeugen einer Urnenbeisetzung. Der Leib des Menschen wird im Krematorium zu Staub verwandelt. Gestern war der Mensch, heute ist er eine Handvoll Asche. Und während wir bei der Urne eines Verwandten stehen, stellen wir uns die Frage: Wo ist er jetzt? Ob die Asche der ganze Mensch ist, den wir kannten, mit dem wir sprachen, mit dem wir das Leben teilten? Ob alles schon geendet ist? Wir stehen kraftlos und mit Ohnmacht da. Vielleicht erinnern wir uns noch, dass ein alter Dichter namens Horaz sprach: „Non omnis moriar” – „Ich sterbe nicht ganz”. Was meint er damit? Ist das wirklich die Wahrheit? Wie kann man dieses Schicksal besiegen? Wie kann man die Zeit besiegen, die alles in Asche verwandelt? Und in dieser Situation kommt uns unser Gott zu Hilfe. Jesus hat gesagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“ (Joh 11, 25ff.). Das ist seine Frohe Botschaft. Das ist seine unsterbliche Verheißung. Er selbst hat den Tod erfahren. Aber das war nicht das Ende. Das war nicht die Niederlage für immer. Am dritten Tag ist er auferstanden. Das Leben hat den Tod besiegt. Darum feiern wir mit großer Freude Ostern. Ostern ist das Fest des Lebens. Durch seine Auferstehung hat Jesus uns einen neuen Sinn für die Asche gegeben. Die Asche ist nicht mehr das Ende, wonach es nichts mehr gibt. Die Asche ist eine Erinnerung, dass wir zur Erde gehören. Gott hat zu Adam gesagt: „Staub bist du, zum Staub musst du zurück” (Gen 3, 19). Aber unser Leben, unsere Seele gehört zu Gott. Und das ist eine christliche Revolution. Wir Glaubende leben für Gott. Er ist unser Ziel. Er ist der Sinn unserer Existenz. Die Fastenzeit, die wir vor uns haben, ist eine gute Möglichkeit um auf die neue Weise über das Leben nachzudenken. Dem dienen auch die Gottesdienste der Fastenzeit, die wir in unserer Gemeinde haben: die Kreuzwege, die Fastensandachten, die ökumenische Bibel–Freitage. Das alles hilft uns besser zu werden und sich auf das kommende Osterfest gut vorzubereiten.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Gemeindemitglieder und Gäste eine gesegnete Fasten- und Passionszeit.
Ihr Gregor Olszak, Pfarrer
Monatsgruß im Februar
2.Februar – „Darstellung des Herrn“
Weihnachten liegt nun gefühlsmäßig schon lange hinter uns. Kein Wunder, wenn schon im Oktober die Geschäfte voller Weihnachtsartikel liegen, dann haben viele Menschen in unserer heutigen schnelllebigen Zeit schon am 26. Dezember genug von Weihnachten. Am 6. Januar (Erscheinung des Herrn) endete dann aber erst wirklich die Weihnachtliche Festzeit. Die Älteren unter Ihnen werden sich aber sicherlich noch erinnern, dass es früher oft Brauch war, den Weihnachtsbaum bis zum 2. Februar (Mariä Lichtmess) stehen zu lassen. Das entsprach zwar auch früher nicht dem liturgischen Kalender, machte aber deutlich, dass dieses Fest, wie auch der 25. März („Verkündigung des Herrn“ – früher“ Mariä Verkündigung“), ein Fest ist, dass durchaus der weihnachtlichen Festzeit zuzuordnen ist. Worum geht es bei diesem Fest? Hintergrund ist der Bericht aus Lk 2,22-39, wo uns berichtet wird, wie Maria und Josef den Jesusknaben in den Tempel bringen, um die vorgeschriebenen Opfer zu entrichten. Nach Lev. 12,1-8 galt eine Frau nach der Geburt eines Knaben für 40 Tage als unrein und musste danach ein Schaf und eine Taube (arme Leute nur 2 Tauben) als Sühneopfer dem Priester übergeben. Außerdem galt ein erstgeborener Knabe als Eigentum des Herrn, er musste vor den Herrn gebracht (Ex 13,12) und mit einem Geldopfer ausgelöst werden( Num.18,16). Der älteste Nachweis dieses Festes ist ein Bericht der Pilgerin Ätheria um 400, die dieses Fest in Jerusalem erlebt hat. Zunächst berechnete man die 40 Tage ab Epiphanie (6.Januar) und kam auf den 14. Februar, ab dem 6. Jhd. rechnete man ab dem 25 Dezember und kam auf den 2. Februar. Der Bericht von Ätheria macht auch deutlich, dass es sich damals schon eher um ein „Herrenfest“ als um ein Marienfest gehandelt hat. Man gedachte an diesem Tag, dass der Herr zum Ersten Mal nach Jerusalem und in den Tempel gekommen war. Deshalb ging man ihm aus Jerusalem entgegen und zog in einer feierlichen Lichterprozession wieder in die Stadt ein. Die mitgetragenen Lichter erinnern dabei daran, dass der alte Simeon an diesem Tag Jesus als „Das Licht, das die Heiden erleuchtet“ bezeichnet hat(Lk2,32) Noch vor der ersten Jahrtausendwende kam in Gallien der Brauch auf, die dabei mitgetragenen Lichter zu segnen. Leider ist diese Segnung gegenüber der eigentlichen Lichterprozession dann im Laufe der Jahrhunderte oft in den Vordergrund geraten. Dabei finde ich es ein schönes Zeichen, gerade am Anfang eines neuen Jahres, den Herrn Jesus Christus, das Licht der Welt, mit unseren eigenen kleinen Lichtern auf dem Weg nach Jerusalem zu begleiten.
Möge das Licht der Welt mit Ihnen sein – Ihr Diakon Thomas Keller
Monatsgruß im Januar
Dein ist das Jahr, Dein ist die Zeit,
Dein, Gott ist alle Ewigkeit.
Dein ist die Welt, auch wir sind Dein;
kann keins hier eines anderen sein.
Dein ist de Tag und Dein die Nacht,
Dein, was versäumt, Dein was vollbracht.
Dein Saat und Ernte, täglich Brot,
Das Leben samt Geburt und Tod.
O Herr, im Werden und Vergehn
lass ohne Wandel uns bestehn
in Deiner Gnade, Lieb‘ und Huld
mit Los und Leid, Angst, Sorg‘ und Schuld.
So gehn wir Gott, aus dem, was war
getrost mit Dir ins neue Jahr,
ins Jahr, dem Du Dich neu verheißt,
Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Mit diesen Worten von Arno Pötsch (1900—1956) wünsche ich Ihnen, liebe Gemeindemitglieder, und Ihren Familien Gottes Segen für das Jahr 2009
Ihr Pfarrer
Gregor Olszak
Monatsgruß im Dezember
Advents- und Weihnachtsfreude
Liebe Gemeinde und liebe Gäste, vor uns befinden sich die zwei schönsten Zeiten im kirchlichen Jahr: Advent und Weihnachten. Der Begriff Advent stammt aus dem Lateinischen (advenio) und bedeutet die Ankunft. Die Adventszeit hat einen doppelten Charakter. Sie ist einerseits Vorbereitungszeit auf die weihnachtlichen Hochfeste mit ihrem Gedächtnis des ersten Kommens des Gottessohnes zu den Menschen. Andererseits lenkt die Adventszeit zugleich durch dieses Gedenken die Herzen hin zur Erwartung der zweiten Ankunft Christi am Ende der Zeiten. Unter beiden Gesichtspunkten ist die Adventszeit eine Zeit hingebender und freudiger Erwartung. Wir Menschen sind von der Erwartung bestimmt. Die Kinder warten auf ihre Eltern und fragen sich, wann sie von der Arbeit nach Hause kommen. Sie warten auch mit Freude auf den ersten Schultag. Die Jugendlichen warten darauf, dass sie erwachsen werden. Die Erwachsenen haben auch Erwartungen: dass die Kinder groß werden, dass der Kredit endlich bezahlt wird, dass der Ruhestand kommt. Die älteren Menschen warten auf die Erfüllung ihrer Träume vom glücklichen Leben. Und wir Christen warten auf die Begegnung mit Gott. Das ist der Lebensadvent. Er ist ein Teil unserer Existenz. Wie ist das zu verstehen? Der Lebensadvent ist keine Selbstverständlichkeit. Ich muss mein Herz öffnen für die Begegnung mit Gott in Jesus Christus. Ich lebe hier und jetzt. Gott hat mich an diesen Ort gestellt, wo ich in seinem Auftrag mitwirken kann. Ich kann anderen helfen, ihnen ein gutes Wort sagen, Trost spenden und für sie beten. Diese Erfahrungen geben dem Herzen Freude, die von Gott kommt und niemals aufhört. Das ist der tiefe Sinn des Advents und des Lebens. Diese Freude ist noch größer, wenn wir uns bewusst machen, dass Gott uns nicht allein gelassen hat. Er hat uns seinen Sohn geschickt. Jesus geboren in Bethlehem zeigt uns, dass er zu jedem kommt. Wir sind zu Ihm ganz herzlich eingeladen. Wo befindet sich Bethlehem in unserer Pfarrgemeinde, wo wir Jesus treffen können? Das ist die Kirche, wo Jesus unter der Gestalt der Eucharistie versteckt ist. Und Bethlehem auf hebräisch bedeutet „Haus des Brotes“. Wir können es auch übersetzen „Haus des Jesus“. Wir treffen Jesus auch in der Familie, wo der Frieden herrscht; im Freundeskreis, wo jeder dem anderen gerne hilft. Liebe Mitchristen, ich wünsche Ihnen und euch solche Treffen, so viel wie möglich sind, weil das unser Leben schöner und fröhlicher macht. Jesus möchte, dass wir diese Freude nicht für uns selbst behalten, sondern sie weitergeben. Und das ist der tiefste Sinn der Advents- und Weihnachtszeit.
Gregor Olszak, Pfarrer
Monatsgruß im November
Wie stehen wir zum Tod?
Die Frage: „Was bedeutet für Sie der Tod?“, würden wohl die meisten von uns zunächst beantworten: „Den Verlust eines (einer) lieben Angehörigen.“ Der Gedanke an den eigenen Tod oder an das Leben nach dem Tod kommt dann erst an zweiter Stelle. In der Rastlosigkeit des heutigen Lebens gilt es zu überleben und Kariere zu machen, für Gedanken an den Tod bleibt keine Zeit. Da der Tod aber auch mit der besten medizinischen Versorgung nicht zu verhindern ist, wird er verdrängt und verschoben. Immer weniger Menschen sterben heute zu Hause im Kreis der Familie; immer mehr Menschen sterben einsam und allein im Krankenhaus oder Altenheim. Der Tod ist etwas Geheimnis volles und Verborgenes geworden, ein Schicksal des Einzelnen und keine gesellschaftlich bedeutsame Sache. Über den Tod spricht man heute auch kaum noch und schon gar nicht mit Kindern. Sie erleben Sterben nur noch als „Verliererplatz“ im Videospiel oder Horrorfilm. Von der einst gepriesenen „Kunst des Sterbens“ ( ars moriendi) ist uns fast nichts geblieben. Aus der Einheit von Leben und Tod versuchen wir das reine Leben herauszufiltern und merken zu spät, dass wir es dabei verlieren. In diese Situation hinein gedenken die beiden großen christlichen Kirchen mit einem jeweils eigenen Gedenktag ihrer Toten, die katholische Kirche mit dem Allerseelentag und die evangelische Kirche mit dem Ewigkeitssonntag (im Volksmund oft auch Totensonntag genannt).Doch gerade die jungen Christen beider Konfessionen tun sich mit einem solchen Totengedenken auf dem genannten gesellschaftlichen Hintergrund recht schwer. Dabei hat ein solches Totengedenken eine sehr alte Tradition. Schon die heidnischen Völker der Antike kannten verschiedene Feste, die mit dem Totengedächtnis verbunden waren, wie z.B. die römischen „Parentalia“ vom 13. bis 22. Februar. Die Christen haben solche Feste zunächst beibehalten, sofern sie mit dem christlichen Glauben vereinbar schienen. Schon seit dem 2. Jh. gibt es Zeugnisse, daß solche Gedächtnisse mit Gebeten für die Verstorbenen verbunden wurden und bald auch die Feier der Eucharistie einschlossen. Solche Totengedächtnisse waren oft im Anschluß an große Feste, um der Einheit von Leben und Tod Ausdruck zu geben. So waren z.B. Totengedenken nach Ostern oder Pfingsten üblich. Als man im 8.Jhd von Irrland her in der römischen Kirche allgemein den Allerheiligentag einführte, gedachte man zuerst im Kloster Cluny am darauf folgenden Tag aller Verstorbenen. Dieser Brauch verbreitete sich rasch. Nicht nur die Nähe zum Fest Allerheiligen, auch die Jahreszeit des Spätherbstes legten den Gedanken an den Tod nahe. Auch heute ist es noch Brauch, daß am Allerseelentag die Angehörigen an den Gräbern ihrer Verstorbenen Grablichter aufstellen und für die Verstorbenen beten. Das Besprengen der Gräber mit geweihtem Wasser ist ein Zeichen des Lebens. Der Gedanke an die Toten schloß den Gedanken an die Lebenden nie aus. Vor allem im Mittelalter war es vielerorts ein fester Bestandteil des Allerseelentages, dass Brote an Bedürftige und Kinder verteilt wurden. In einigen Gegenden ist daraus der Brauch der „Gebildbrote“ bis heute erhalten. Wenn wir als Christen daran glauben, daß der Tod nicht einfach ein Ende, sondern der Anfang eines neuen Lebens ist, dann dürfen wir weder den Tod noch den Gedanken an die Verstorbenen aus unserem Leben ausklammern. Viele Probleme und Ängste der heutigen Zeit bekommen aus dem Blickwinkel der Vergänglichkeit des irdischen Lebens eine andere Gewichtung. Nur wer den eigenen Tod mit einbezieht, kann auch richtig leben. Keinen traurigen, sondern einen besinnlichen November wünscht Ihnen
Diakon Thomas Keller
Monatsgruß Oktober

Liebe Gemeinde,
ich möchte bei Ihnen meinen Dienst mit einem Gebet beginnen. Das ist ein Gebet, das ich von einem alten Pfarrer aus unserem Bistum bekommen habe. Woher hatte er das, das ich weiß nicht. Dieses Gebet klingt so:
Gebet eines Pfarrers
Herr, setze dem Überfluss Grenzen Und lasse die Grenzen überflüssig werden. Lasse die Leute kein falsches Geld machen Und auch das Geld keine falsche Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort Und erinnere die Männer an ihr erstes. Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit Und der Wahrheit mehr Freunde. Bessere Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute, die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein gutes Deutsch und den Deutschen eine gute Regierung.
Und sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen - aber nicht sofort. Amen. Dieses Gebet enthält die wichtigen Angelegenheiten, wofür nicht nur ein Pfarrer, sondern auch jeder Christ, beten soll. Aber, als eurer Pfarrer, schließe ich euch alle, eure Schwierigkeiten und eure Hoffnungen in mein Gebet. Am Anfang möchte ich meinen herzlichen Dank an alle richten, die in meiner Einführung teilgenommen haben. Vergelt`s Gott. Als das Motto meiner Arbeit bei Ihnen möchte ich noch einmal wiederholen das, was ich in meiner Predigt ausgedrückt habe: „Meine Aufgabe ist es, Ihnen, Schwestern und Brüder, die frohe Botschaft zu verkünden und Ihren Glauben und Ihr Vertrauen auf Gottes Güte zu stärken.“ Und ich möchte mich daran halten. Dazu muss natürlich die ganze Verwaltung der Gemeinde kommen, die ich als Pfarrer zu erfüllen habe. Wir wissen, dass unsere Zukunft sieht nicht so einfach aus. Verschiedene Schwierigkeiten warten auf uns. Doch alles liegt in der Gottes Hand. Wir glauben daran und hoffen darauf, dass Gott unseren Weg gemeinsam geht und schickt uns jeden Tag den Heiligen Geist. Möge auf uns sich die Worte des 37 Psalmen erfüllen: „Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm.“ Mit dem Gottes Segen Ihr
Pfarrer
Gregor Olszak
September
Die Schulferien sind zu Ende und für viele Erwachsene auch der große Jahresurlaub. Die Äpfel werden langsam reif und die meisten Felder sind abgeerntet. - da bietet es sich an, ein erstes Fazit vom Sommer 2008 zu ziehen. Wie war er nun, was hat er Ihnen gebracht? "Viel zu kalt und zu nass!", werden die einen sagen - andere, die ihre Ferien weiter im Süden verbrachten, fanden es wiederum zu heiß. Alles in allem: einen Grund, unzufrieden zu sein, finden wir immer wieder. Dabei gibt es durchaus auch Menschen, die zufrieden waren mit dem, was uns der Sommer geboten hat. Eine solche Zufriedenheit muß nicht immer auf einer außergewöhnlichen Neigung beruhen oder auf übertriebener Bescheidenheit - oft ist es auch ganz einfach die Fähigkeit, überall etwas Gutes zu entdecken. Der Blick für die kleinen Freuden und Schönheiten des Lebens ist aber ein besonderer Sinn des Menschen, der ständig geübt werden muß. Rainer Maria Rilke hat es als die Fähigkeit bezeichnet, "die Musik zu hören, die in allen Dingen liegt". Um eine solche Musik zu hören, bedarf es eines feinen inneren Organs, gewissermaßen eines Herzens mit Ohren. In unserer heutigen, oft sehr lauten und hektischen Welt, scheint diese Musik in den Dingen immer weniger Menschen zu erreichen. Viele Dinge unseres Alltags haben auch nur noch wenig von dieser Musik in sich, weil wir Menschen sie nach unserer Vorstellung von Zweckmäßigkeit umgeformt haben. Dabei sind solche inneren Töne für uns Menschen auf Dauer unverzichtbar, weil wir ohne sie zu einem Leben in Disharmonie und ständigem Frust verdammt wären. Wenn heute Selbsterfahrungskurse, Wellness und Urlaub auf dem Bauernhof hoch im Kurs stehen, dann zeigt das, wie sehr eigentlich jeder Mensch den Kontakt zu den einfachen Dingen braucht. Im Einfachen das Große zu entdecken, die Musik zu hören, die in den Dingen liegt, das ist nicht irgend eine Spinnerei, sondern das ist der erste und einfachste Weg zu Gott, der die schönen Dinge dieser Welt geschaffen hat. Und so hat die große Mystikerin Juliana von Norwich geschrieben: "Ich weiß gewiß, daß Himmel und Erde und die ganze Schöpfung großartig sind, weitherzig und schön und gut ... Gottes Güte erfüllt alle seine Kreaturen und alle seine gesegneten Werke fließen endlos in ihnen über... Gott ist alles Gute, wie ich meine, und das Gute in allem ist Gott." Wenn Ihnen also das Wetter mal wieder einen Strich durch Ihre Freizeitaktivitäten machen sollte, dann versuchen Sie es doch einmal mit einer solchen Entdeckungsreise nach innen. Die Musik der Schöpfung ist überall zu hören, für den der Ohren hat. Viel Freude dabei wünscht Ihnen
Diakon Thomas Keller
Juli / August
Als ich Anfang März vergangenen Jahres in Ihre Gemeinde kam, empfing mich eine attraktive Senioren mit den Worten: „Schön, dass Sie da sind, nun wird endlich wieder Ruhe einkehren.“ Ihr Wort empfand ich als einen freundlichen Willkommensgruß. Doch im Nachklang – wir beide gingen längst wieder unsere Wege – stutzte ich beim Wort „Ruhe“. Bin ich gekommen um eine “Ruhe“ herzustellen, eher nicht, wenn ich ehrlich bin. Wozu dann? Äußerlich, weil der Personalchef mich hierher geschickt hat. Innerlich, weil ich mit Ihnen leben wollte. Auch mit Ihnen wollte ich erleben, wie es ist, wenn der Auferstandene kommt, um in uns ein Fest lebendig werden zu lassen, wie es in einem Papier von Taizé formuliert wird. Nach über 40 Jahren werde ich meinen priesterlichen Dienst beenden und in den sogenannten „Ruhestand“ treten. Allerdings erwarte ich keine besonders ruhige Zeit vor mir. Wenn ich auf Jesus schaue, bemerke ich, wie es ihn umtrieb, von Ort zu Ort zu gehen. Bei jeder Gelegenheit versuchte er, seine Jünger und die Menschen um ihn von der liebenden Zuwendung seines Vaters zu überzeugen. Auch die Menschen unserer Zeit hatte er bereits im Blick. Ihnen allen danke ich für Ihr Vertrauen und die Bereitschaft Neues anzunehmen. Das möchte ich Ihnen auch persönlich sagen. Eine Gelegenheit dazu bietet sich an meinem Geburtstag, dem 22. Juli im Gemeindehaus. Ich lade Sie herzlich ein zur Kaffeetafel um 15.00 Uhr oder zum Abendessen um 19.00 Uhr. Was am 15. Juli 1966 in der Gemeinde St. Benno in Hannover begann, wird am 27. Juli 2008 in Schöningen, Jerxheim und Büddenstedt/ Offleben seinen vorläufigen Abschluss finden. Mit meinem Nachfolger werden Sie ein neues Kapitel in der Geschichte von St. Marien schreiben. Nicht Ruhe wünsche ich Ihnen, vielmehr gespannte Aufmerksamkeit auf Ihrem persönlichen und gemeindlichen Weg in die Zukunft
Ihr Josef Wellner
24. Juni - Hochfest „Geburt des hl. Johannes des Täufers“
Der Juni ist der Monat der Johannisbeeren, der Johanniswürmchen (Glühwürmchen), der Johannisfeuer und Johanniskräuter, der langen Tage und des Lichtes. Die besondere Kräfte, die der „Johannisnacht“ in vielen Volksbräuchen zugeschrieben werden, haben ihren Ursprung aber in heidnischen Vorstellungen von der besonderen Bedeutung der Sommersonnenwende. Dass das Fest von Johannes dem Täufer gerade auf diese Sommersonnenwende fällt, hängt mit der engen Beziehung zur Geburt Jesu zusammen. Ist er doch nach den Worten Jesu selbst mehr als nur ein Prophet, der größte unter allen Menschen und der Bote und Wegbereiter des Messias (vgl. Lk.7) Er ist Zeuge für das Licht (Joh.1) und Brautführer der Kirche(Joh.3). Während man seiner in der Ostkirche im Zusammenhang mit Epiphanie am 7. Januar gedenkt, entschied man sich in der Westkirche für den 24. Juni, genau 6 Monate vor Weihnachten, dem Geburtsfest des Herrn. Weil beide Geburtsfeste die beiden Sonnenwenden markieren, die eine Zunahme bzw. Abnahme der Tageslänge einleiten, sah der hl. Augustinus in ihnen eine kosmische Bestätigung für das Johanneswort „Jener muß wachsen, ich aber geringer werden.“(Joh.3,30) Die katholische Kirche bringt die besondere Bedeutung von Johannes dem Täufer sehr schön im dem Lob und Dankgebet der Präfation zum Ausdruck, wenn der Priester am 24. Juni betet: „Du hast ihn geehrt vor allen, die je eine Frau geboren hat, schon im Mutterschoß erfuhr er das kommende Heil, seine Geburt erfüllte viele mit Freude. Als einziger der Propheten schaute er den Erlöser und zeigte hin auf das Lamm, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Im Jordan taufte er Christus, der seiner Kirche die Taufe geschenkt hat, so wurde das Wasser zum heiligen Quell des ewigen Lebens. Bis an sein Ende gab Johannes Zeugnis für das Licht und besiegelte mit dem Blut seine Treue.“ Nutzen Sie doch mal den Juni, um das Licht in sich aufzunehmen – nicht nur mit einem entspannenden Sonnenbad, sondern auch im übertragenen Sinne mit der Lektüre der Hl. Schrift oder eines guten Buches. Viel Licht wünscht Ihnen
Diakon Thomas Keller

- Das Licht, das alles durchdringt
Monatsgruß zum Mai
Der Mai macht alles neu!?
Wenn im Mai hoffentlich der Frühling endgültig bei uns angekommen ist, dann haben wir gleich eine ganze Reihe kirchlicher Feste. Am 1. Mai ist nicht nur unsere Heesebergwallfahrt, sondern in diesem Jahr auch gleichzeitig Himmelfahrt. Am 11. Mai feiern wir Pfingsten, und das Fronleichnamsfest vom 22. Mai feiern wir am 25. Mai in Schöningen. Das ist dann zugleich der Beginn der Festwoche zum 100. Kirchweihfest in Schöningen. Etwas eher, am 30. April, ist das Datum des 75. Kirchweihfestes in Offleben. In Anbetracht der Überlegungen zu Kirchen-schließungen in unserem Bistum, für viele Offlebener eher ein trauriges Jubiläum. Und so schaut man bei solchen Jubiläen heute weniger stolz zurück in die Geschichte, als vielmehr sorgenvoll in die Zukunft. Vieles haben die ehemaligen drei Gemeinden in den letzen drei Jahren an Einschnitten und Verlusten hinnehmen müssen. Wie wird es weiter gehen, was ist von der katholischen Kirche in unserer Gegend in Zukunft noch zu erwarten? Was ist an gemeindlichen Leben noch möglich? Wie geht es weiter, wenn im Sommer Pfarrer Wellner in den Ruhestand geht? Sorgenvolle Fragen, die man in diesen Tagen überall in unserer Gemeinde hören kann. Aber, solche sorgenvollen Fragen sind nicht neu. An den Osterfeiertagen haben wir wiederholt das Evangelium von den Emmausjüngern gehört. Ging es ihnen nicht ähnlich? Waren sie nicht auch voller trauriger Fragen, besorg um die Zukunft dessen, was mit Jesus so verheißungsvoll begonnen hatte? Wir wissen, Jesus ließ sie nicht alleine, auch wenn sie ihn nicht gleich erkannten, als er in dieser schweren Stunde mit ihnen ging und ihnen versuchte, die Schriften zu erklären. Erst als er ihnen das Brot brach, erkannten sie ihn und hatten ein solches Vertrauen, dass sie alle ihre traurigen Fragen vergaßen und sofort zurückgingen, erfüllt vom stärkenden Geist Gottes. Auch wir können in unserer Situation heute eine solche Erfahrung machen, in der Begegnung mit Christus in Brot und Wein. Vom Altar geht auch heute eine Quelle aus, die uns zu neuem Leben und neuer Gemeinschaft Mut machen will! Es war für mich wie ein Zeichen, als ich vor einigen Wochen zum ersten Mal die Quelle mit eigenen Augen gesehen habe, die unter dem Altar der Schöninger Kirche entspringt. Gut, sie ist sehr versteck und kaum zugänglich, tief in einem Loch unter der Heizungsanlage. Aber sie ist da und kann für uns ein Zeichen sein: Manchmal weiß man gar nicht, dass gerade da, wo man steht und trauert, eine Quelle lebendigen Wassers im Verborgenen sprudelt… Vertrauen wir nur fest darauf: solange wir zu Christus stehen, wird auch er an unserer Seite mitgehen. In diesem Sinne können wir durchaus optimistisch in die Zukunft schauen! Diesen Optimismus wünscht Ihnen:
Diakon Thomas Keller
Monatsgruß zum April:
Durch seine Wundmale sind wir geheilt…
Osterfeuer überall, in jedem kleinen Dorf. Jeder feiert irgendwie Ostern. Die Läden sind voll von bunten Eiern und Schokoladenhasen. Aber was feiern die Menschen? In meinem Arbeitszimmer hängt ein Bild von dem Maler Winfried Wanke, aus der Zeit kurz nach dem Krieg, das mich an das eigentliche Geheimnis von Ostern erinnern soll. Das Bild wirkt gespenstisch: In einer Kirche steigt Christus vom Kreuz. In Händen und Füßen hat er noch die Nägel stecken. Er selbst erscheint uns als der Tod, und nicht als das Leben. Man ahnt in den düsteren Farben die schlimmen Kriegserlebnisse des Malers, die ihm noch in den Knochen zu stecken scheinen. Das ist kein Auferstandener, das ist ein Gespenst. Oft habe ich den Eindruck, für viele Menschen ist der Auferstandene ein solches Gespenst. Das, was wirklich geschehen ist, bleibt ihnen verborgen – sie bleiben am Karfreitag stehen. Ist es schon unfassbar, dass Gott Mensch wird, wie unbegreiflich scheint erst die Tatsache, dass ein Mensch wieder auferstehen kann, wenn er gestorben ist. Gerade aber, dass der Auferstandene nicht einfach wieder „nur“ Gott ist, sondern auch Mensch bleibt, auf diese Tatsache weisen uns die Evangelisten immer wieder hin. Der Auferstandene lässt sich anfassen, er isst mit den Jüngern – kann denn ein Geist etwas essen? Der Evangelist Johannes macht es uns noch einmal besonders deutlich in der Begegnung des Thomas mit Jesus. Thomas nimmt die Auferstehung nicht einfach so hin, er will die Wundmale sehen, ja berühren, weil das für ihn klar werden lässt: hier ist kein Geist, kein unberührbarer Gott, hier ist der Menschensohn Jesus Christus auferstanden. Und Jesus zeigt ihm die Wundmale und lädt ihn ein, sie anzufassen. Für Thomas wird klar: die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist kein einmaliges Ereignis der Vergangenheit. Im Auferstandenen bleibt Gott unser Bruder, ja er hat sich von uns „verletzen“ lassen. Die Wundmale des Auferstandenen sind keine Gruselgeschichte, sondern das Zeichen unserer Rettung. In Christus hat erstmals ein Mensch über den Tod hinaus das Leben erlangt. Seitdem muss das Wort „Leben“ neu buchstabiert werden. Dass das auch für uns gilt, dass lässt uns unser eigenes Leben neu begreifen.
Eine gesegnete Osterzeit wünscht:
Diakon Thomas Keller


















