Bau und Weihe der Kirche
- Die Notkirche.
- Stadt ohne Kirchen - eine Legende?.
- Priester unerwünscht.
- Im Krieg - bis 1945.
- 1945 bis 1951.
- Bau und Weihe der Kirche.
- Kirche und Zwangsarbeiter.
Unsere Kirche
Hierzu gibt es auch einige pdf-Dateien:
- Unsere Kirche - eine besondere Kirche
- Die Gestaltung der Kirche von Prof. Koller
- Bau und Weihe der Kirche
- Taufkapelle, Kreuzkapelle, Marienkapelle
- Die Glocken
Grundsteinlegung

- Baustelle

- Generaldirektor Nordhoff

- Grundstein

- Grundsteinurkunde

- Bischof Godehard
Der Baugrund befand sich in einem Bachtal und musste aufgeschüttet werden. Betonpfähle tragen die Kirche. Auf dem nebenstehenden Bild kann man im Hintergrund das VW-Kraftwerk – noch ohne Schornsteine – und die später abgebrannte Cianetti-Halle erkennen.
Der erste Spatenstich zum Bau der Kirche wurde vom General-Direktor des
Volkswagenwerkes, Dr. Heinrich Nordhoff zusammen mit seiner Frau Charlotte
am Abend des 17. September 1950 getan. Am 3. Dezember 1950 konnte der Grundstein der Kirche gelegt werden. Die Gemeinde verdankt ihrem Mitglied Prof. Dr. Nordhoff nicht nur manche Hilfe beim Bau der Kirche. Er stiftete unter anderem auch die beiden Christophorus-Skulpturen an der Außenwand und im Inneren der Kirche.
In seinem Kalender aus dem Jahre 1950 vermerkt Pastor Holling am 17. September: „Abends 5 Uhr 1. Spatenstich für d. Kirche mit Nordhoff. "Alles Große beginnt klein." soll Dr. Nordhoff damals gesagt haben. Der Grundstein wurde am ersten Adventsonntag, dem 3. Dezember 1950, unter großer Beteiligung der Gläubigen gelegt.
Die Grundstein-Urkunde bringt nicht nur die Freude über das Ende der kirchenlosen Zeit zum Ausdruck – sie ist auch Verpflichtung für künftige Generationen. Bischof Godehard Machens predigt zu den Menschen, die ungeachtet der schlechten Witterung in großer Zahl gekommen waren, um dieses für sie so wichtige Ereignis mitzufeiern. Nach langer Zeit und vielen Opfern rückt der Traum – wieder eine Kirche haben – in greifbare Nähe.
Unvermindert sind bis heute die Gedanken aktuell, die er in seinem ersten Hirtenbrief nach dem Kriege am 15. Juni 1945 – als der Dom noch zerstört war – formulierte:
"Zunächst muss uns Seelsorger die Überzeugung tief durchdringen, dass nur die Kirche Christi unserem geschlagenen Volke die Hilfe und Heilung bringen kann, die zum Neuaufbau führen. Der Staat ist dazu nicht im Stande. Denn es handelt sich letztlich nicht um materielle, sondern um seelische Werte, die der Staat nicht zu geben vermag.
Von der Überzeugung aus, dass unsere heilige Kirche das Wertvollste zum Neubau unseres Volkes beizusteuern hat, werden wir Seelsorger mit Freude und Begeisterung an unsere Aufgaben gehen. Als erste und wichtigste Aufgabe steht vor uns die Pflege, die Festigung und Vertiefung des übernatürlichen Lebens bei unseren Gläubigen." ..."Die Kirche Christi allein stand in diesen zwölf Jahren inmitten der dunklen Nacht, die sich immer tiefer auf unser Volk herabsenkte, in all den tobenden Stürmen als der unerschütterte Leuchtturm. Die alles zersetzende Arbeit der nationalistischen Weltanschauung vermochte keinen Einfluss auf ihr Lehrgebäude zu gewinnen. Ihre Sittenlehre blieb rein und unverfälscht bei all der satanisch-raffinierten Arbeit, mit der der Nationalsozialismus die radikale Umwertung aller sittlichen Werte versuchte. Die Wahrheit und das Gesetz Christi, wie sie allein die katholische Kirche rein und unverfälscht verkündet, sind das Fundament, auf dem der Neubau unseres Volkes gründen muss, wenn er gelingen und Bestand haben soll. Diese Wahrheit müssen wir dem Volke tief einprägen. Unser Volk muss ein ganz starkes und festes Vertrauen zur Kirche bekommen. Unseren Predigten über die Kirche geben wir durch den eingehenden Hinweis auf die warnenden und mahnenden Hirtenschreiben unserer Bischöfe vor und nach 1933 und durch Zitate aus ihnen den entsprechenden zeitgemäßen Einschlag."
Bau und Einweihung der Kirche

- Baugerüst

- Dachstuhl

- Portal im Rohbau

- Christophorusfenster

- Baugerüst

- Fertige Kirche

- Urkunde Petrusreliquie

- Umgehung der Kirche bei der Weihe
Der Bau der Kirche wächst empor. Wer ahnt schon das später angebrachte herrliche Glasfenster mit dem Christophorusbild? Wer die Kirche verlässt, wird gewissermaßen vom Schutzpatron der Kirche und der Gemeinde begleitet. Er ist zum Symbol geworden für den Schutz, der uns durch die inneren und äußeren Gefahren des Lebens tragen will.
Die Urkunde des Grundsteins begründet die Wahl des Patrons auch mit der engen Verbindung zur Stadt des Volkswagens – ist doch Christophorus auch
der Schutzpatron der Autofahrer. Viele haben inzwischen ein gesegnete
Christophorusplakette in ihrem Auto angebracht. Sie sollte vor allem zu
einer rücksichtsvollen Fahrweise ermahnen.
Das Baugerüst lässt sie imposante Größe der Kirche erahnen, aber auch die Mühe, die man bei den damaligen Techniken hatte, einen solchen Bau mit geringen Mitteln zu errichten. Die Menschen waren noch gewohnt, körperliche Anstrengungen auf sich zu nehmen. So kamen die meisten Arbeiter mit dem Fahrrad aus den umliegenden Dörfern zur Baustelle.Der Bau schreitet fort. Um manchen Sack Zement wurde gerungen – aber an der Gesamtkonzeption der Kirche wurden keine Abstriche und Verwässerungen zugelassen.
Pastor Holling drängte auf die Fertigstellung, denn viele Gläubige zogen
in die Stadt und wollten seelsorglich betreut werden.
Der Dachstuhl der Kirche wurde aus Windwurf-Holz gezimmert, welches sehr günstig erstanden werden konnte. Bei der Deckenwölbung des Mittelgangs wurde dagegen nicht gesparte. Diese aus architektonischen Gründen so wichtige Komponente wurde in einer aufwändigen Stuckarbeit per Hand hergestellt. Die Bruchsteinfassade ist aus grobgehauenen Sandsteinen aus dem Steinbruch in Velpke gemauert worden – eine Arbeit, für die es heute keine
Spezialisten mehr gibt.
12 Apostelkreuze sind an den Pfeilern der Kirche angebracht, sie werden von jeweils einer Kerze beleuchtet, die an den entsprechenden Apostelfesten und an großen Festtagen entzündet wird. Wer die beiden im Altarraum angebrachten Apostelkreuze näher betrachtet, wird jeweils ein kleines Gefäß entdecken – es enthält die Reliquien der Apostel Petrus und Paulus. Bei den unter Papst Pius XII durchgeführten Grabungen unter der Peterskirche wurden Gebeine gefunden, die man mit einiger Wahrscheinlichkeit den beiden Aposteln zuordnen kann.
Bei der Weihezeremonie umschreitet der Bischof segnend die Kirche – hier sieht man, dass die Verbindung zum Turm noch nicht besteht. Gebete werden vor dem Öffnen der Tür und dem Einzug in die neue Kirche gebetet.
Die Kirche ist fertig. Noch steht sie nicht an einer Straße, sondern am sogenannten "schwarzen Weg". Der Föhrenkrug und manches andere Gebäude existieren noch nicht.

