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20.5.2013

Die Kirche

St. Heinrich
St. Heinrich

Der Architekt der St.Heinrichskirche, Peter Koller, hat bei der Planung die Idee einer Krone vor Augen gehabt. Diese Kirche ist Heinrich II. geweiht, der von 1002 - 1024 als deutscher Kaiser politisch und gesellschaftlich als verantwortslicher Christ gehandelt hat. Der Baukörper der Kirche ist in einer ovalen Form gehalten, die hohen Fenster, die über das Dach hinausragen, verdeutlichen die Zacken einer Krone. In den Fenstern ist ein Ährenmotiv zu erkennen, das sich im Tabernakel wiederfindet. Hiermit hat die Kirche auch schon eine Deutung: Sie weist auf eiunen anderen König hin, dessen Brot neues Leben gibt: "Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt wird niemehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten." (Joh 6)

Das Kreuz

Das Kreuz

Das Kreuz an der Seite ist ein Zeichen für den, dem diese Gemeinde sich verpflichtet weiß: dem gekreuzigten Jesus von Nazaret, den Gott nicht im Tode gelassen hat. Der Entwurf und die Gestaltung des Kreuzes stammen vom Braunschweiger Künstler Klaus Kilian. Mit dem Kreuz als "Zeichen des Widerspruchs" (1 Kor 1,23) soll das Gebäude unserer Kirche äußerlich als Haus Gottes gekennzeichnet werden, zumal auf den ersten Entwürfen für die Kirche ein hohes Kreuz vorgesehen war.

Das Altarbild

Das Altarbild

Im Altarbild unserer Kirche hat sich der Künstler Gerd Winner an die Theologie der Geheimen Offenbarung des Johannes angelehnt. Im Mittelpunkt unseres Altarbildes sitzt "der Menschensohn", umgeben von der Mandorla. Dieser mandelförmige Lichtschein symbolisiert "Christus in Majestät" und ist die Darstellung des göttlichen Lichtes in der Gegenwart.

Der Seher in der Offenbarungserzählung eird in den Himmel entrückt und sieht "einen Thron, auf dem einer sitzt" (Off 4,2). "Und in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, sah ich eine Buchrolle, die mit sieben Siegeln versiegelt war" (Off 5,1). Die Zahl sieben hat als heilige Zahl eine besondere Bedeutung, in der sich drei (die Zahl der Vollkommenheit) plus vier (die Zahl der Elemente, des Quadrats, der Jahreszeiten) Gott und Welt vereinen. Das Buch der sieben Siegel, das alle Geheimnisse der Weltgeschichte entschleiert, wird geöffnet.. Es ist ein Symbol des göttlichen Geheimnisses, das in Christus endgültig offenbar geworden ist und somit den Menschen für die Gestaltung seines Lebens zur Verfügung steht. Nicht mehr das Geheimnisvolle und Undurchschaubare stehen bedrohlich über dem Leben des Menschen, sondern die Durchschaubarkeit und Klarheit, die sich in der von Jesus verkündeten göttlichen Gerechtigkeit manifestiert. Das Öffnen des Buches der sieben Siegel zeigt einerseits das göttliche Gericht über den Kosmos und die Menschheit und andererseits die Vollendung der Welt- und Menschheitsgeschichte durch die Neuschöpfung der Welt und die Aufrichtung des Reiches Gottes

"Und der auf dem Thron saß, entrückte mich auf einen hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott vom Himmel herunterkam... Die Stadt hatte eine große, hohe Mauer mit zwölf Toren. Auf den Toren sind die Namen der zwölf Stämme Israels geschrieben. Die Tore der Mauer haben zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die Namen der zwölf Apostel" (Off 21).Mauern sind Sinnbild des Schutzes und der Bewahrung. Eine Stadt ohne Mauern war im Altertum den Feinden und wilden Tieren schutzlos preisgegeben. Daher hatte eine starke Mauer einen hohen Wert. Mauern sind aber auch ein Symbol der Scheidung. Die Mauern der "heiligen Stadt Jerusalem" (Off 22,15) sollen alles gottlose abhalten. Dennoch sind diese Mauern durch 12 Tore unterbrochen, durch die die Menschen ihrer Wege gehe: sie können in die Stadt eintreten oder sie verlassen. Das Tor legt den Gedanken des Übergangs zwischen 2 Bereichen nahe. Daher verbinden Tore dasjenige, was durch Mauern getrennt ist.

Die Tore auf unserem Altarbild haben verschiedene Ausmaße. Durch die einen kann der Mensch bequem hindurchgehen, andere sind klein und eng. Ein Tor ist so klein, dass man es nur mit Mühe entdecken kann. Wenn diese Unterschiedlichkeit auch von der Offenbarungserzählung abweicht, so verdeutlicht sie doch verschiedene Lebensphasen. Es gibt Zeiten, wo wir bequem in unserer Lebensgestaltung Übergänge schaffen; es gibt aber auch Phasen, in denen es Durststrecken gibt, die anstrengend sind und viel Mühe kosten. Jeder wird immer wieder erneut für sich selbst bestimmen müssen, an welchem Tor er steht. "Und er zeigte einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie kristall" (Off 22,1). Der Künstler läßt diesen Strom in die vier Himmelrichtungen laufen. In der heiligen Stadt Jerusalem ist die Quelle des göttlichen Lebens. Schon der Prophet Ezechiel sieht in seiner Vision, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorquillt und in das Tote Meer fließt, um dessen Wasser gesund zu machen. In der Offenbarungserzählung entspringt dieses Wasser unter dem Thron Gottes, wodurch es wahres Leben spendet und erhält. Wasser ist in der jüdischen und christlichen Tradition Zeichen des Ursprungs und der Schöpfung.

"Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!" (Off 22,21). Am Ende der großen Vision steht der Segenswunsch, wie schon am Anfang der Wunsch nach Gnade und Frieden steht. Dieser Wunsch richtet sich an den einzelnen und die ganze Gemeinde, damit der einzelne Mensch in der "Gemeinschaft der Glaubenden" sein Leben bestimmen kann.

Die Orgel

Die Orgel

Die Orgel wurde am 30. Januar 1983 eingeweiht. Die Orgel hat zwei Manuale und ein Pedal. Sie verfügt über 23 Register von jeweils ausgeprägter Tonhöhe, Klangfarbe und Klangstärke. 4.194.303 Klangmischungsmöglichkeiten bietet das Werk an. Wenn der Organist täglich 10 neue Registrierungen nutzt, so benötigt er 1.152 Jahre, um sämtliche Klangkombinationen kennenzulernen.

Die Orgel in der St.Heinrich-Kirche ist sichtbar gegliedert. Das zum unteren Manual gehörige Hauptwerk befindet sich links der Mittelachse; rechts daneben und etwas höher angeordnet das Pedalwerk. Beide werden durch Prinzipale 8' nach außen sichtbar "repräsentiert". Das 2. Manual ist als schwellbares Brustwerk im Orgelfuß untergebracht worden. Ein doppelter Schwellkasten ermöglicht eine ausgeprägte Modulation der Klangkraft dieses Werkes.

Taufbecken, Altar, Osterkerze

Der Altar in unserer Kirche ist von der Firma Billen aus italienischem Mamor geschaffen, ebenso wie der Taufstein, der Osterleuchter und die Tabernakelsäule. Diese vier Teile bilden nicht nur vom Material her eine Einheit, sondern sie gehören auch in ihrer Aussage zusammen. In der Taufe wird dem Menschen österliches Leben von Gott geschenkt, das Jesus durch Kreuz und Auferstehung für die Menschen ermöglicht hat. In der "Gedächtnisfeier des Abendmahles" wird diesem Leben Nahrung gegeben. Die gewaltige Tischplatte ruht auf zwölf eckigen Halbsäulen. Die Zahl zwölf spielt im Altarraum an mehreren Stellen eine Rolle: die zwölf Ähren im Tabernakel und die zwölf Tore in der Stadtmauer im Altarbild. Diese Zahl ist förmlich ein Leitmotiv der Bibel, das sich z.B. in den zwölf Stämmen Israels oder den zwölf Aposteln wiederfindet. Es ist die Zahl der Stunden des Tages und der Nacht, aber ebenso der Monate des Jahres.

Als harmonische Ergänzung zum kühlen, schweren Marmor des Taufbeckens ist die Abdeckung aus leichtem, durchsichtigem Glas. Sie symbolisiert eine Sonne, deren Strahlenkranz aus Bronze gefertigt wurde. (Künstler: Raimund Lange)

Die Osterkerze, die in der Osternacht entzündet wird, symbolisiert den auferstandenen Christus als Licht der Welt.