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22.5.2012

Aktueller Bericht

Plastikzisterne
Plastikzisterne
Kaputte Plastikzisterne
Kaputte Plastikzisterne
Protest gegen Kriminalsiierung der Menschen
Protest gegen Kriminalsiierung der Menschen
Kapuuter Kanal
Kapuuter Kanal
Umbu-Produkte
Umbu-Produkte

Maria Oberhofer schickt uns einen aktuellen Beicht, einen "kurzen Blick auf die Situation im Nordosten Brasiliens und  die Hintergründe" 

Danach besteht die Hoffnung, dass die Proteste der Menschen gegen die Kündigung der erfolgreichen Arbeit der Nicht-Regierungsorganisationen die Fortsetzung dieser Programme - 1 Million Zisternen und 'unsere' Handpumoen - doch noch zulassen.

Die Regierung hatte Plastikzisternen gekauft, die bald kaputt gehen und doppelt so teuer sind, wie dei selbst hergesttellten.

 

Erschütternd ist auch die immer wieder neue Verschiebung des Prozeses gegen die Auftraggeber des Mordes an einem Anführer der Klenbauern.

 

Schließlich wird - fast möchte man sagen: erwartungsgemäßi - das Umleitungsprojekt um 71% tuerer als geplant, Kanäle sind zudem schadhaft, die Auswirkungen sind negativ.

 

Positiv ist der Bericht über die Produkte aus den Umbu-Früchten, die wir hoffentlich bald im Fairen Handel anbieten können.

 

Den ganzen Bericht finden Sie hier (.pdf 571 KB)

 

Der Einblick 3 mit wichtigen Informationen ist da!

Maria Oberhofer schreibt:

"Liebe Freunde, liebe Freundinnen!

Allen noch die besten Wünsche für ein Gutes Neues Jahr. Viel Kraft und 
Ausdauer im Einsatz für eine Gerechte Welt.

Anbei übersende ich die 3. Ausgabe des Rundbriefes - EinBlick.
Ich hoffe, Euch damit etwas an meiner Arbeit und der Arbeit des IRPAA 
teilhaben zu lassen.
Um Euch möglichst auch Einblicke in die brasilianische Wirklichkeit zu 
geben, werde ich ab sofort regelmäßig ca. alle 2 - 3 Monate diesen 
kurzen Rundbrief mit aktuellen Kurzinformationen herausgeben..
Ich hoffe, dass diese Informationen dazu beitragen können, Euch bei 
Eurer so wichtigen Solidaritätsarbeit zu helfen.

Mit solidarischen Grüßen
Eure Maria"

Hier die bisher erschienenen Einblicke

Einblick 1

Einblick 2

Einblick 3

Der Einblick 3 berichtet eine bedrückende Entwicklung.

Brasilianische Regierung verdrängt Nichtregierungsorganisationen

Einige Zitate aus dem Einblick 3

"Ein ganz besonderes "Weihnachtsgeschenk" erhielten Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen und Organisationen in Brasilien.

Am 8. Dezember gab das Ministerium für soziale Entwicklung und Ernährungssicherheit – MDS – das Ende der Zusammenarbeit mit dem Dachverband der sozialen Organisationen und Nichtregierungsgruppen im semiariden Gebiet –der ASA (Articulação no Semiárido Brasileiro) bekannt. Das heißt konkret, dass das Programm des Einmillionenzisternenbaues (Projeto 1 Milhão de Cisternas) und das Programm 1 Stück Land und 2 Arten Wasser (Programa Uma Terra e Duas Águas) – P1 + 2 = „1“ heißt Kampf um genügend Land und „2“ heißt zwei Arten von Wasser: Wasser zum Trinken und Wasser für die Landwirtschaft (Tierhaltung und Feldbau) garantiert - nicht mehr fortgeführt werden soll. VertreterInnen des Ministerium begründen die Entscheidung damit, dass die Bundesregierung für die Ausführung zuständig ist und nicht die Zivilgesellschaft.

Diese Entscheidung rief zu großer Empörung seitens der Zivilgesellschaft und sozialen Organisationen aus. Die Regierung hatte bereits im Juni 2011 angekündigt, dass innerhalb des Sozialprogrammes zur Bekämpfung der extremen Armut, 750.000 Regenwasserzisternen geplant sind. Dies hört sich sehr interessant an. Das Problem ist jedoch, dass die Regierung in keiner Art und Weise den pädagogischen Prozess miteinbeziehen will, sondern eine reine Infrastrukturmaßnahme plant. Als weitere Sorge gilt das Baumaterial. Die Regierung plant Plastikzisternen (aus Polyethylen), die kurzlebig sind. Durch die Arbeit der über 800 Gruppen und sozialen Organisationen, die der ASA angehören, konnten seit dem Jahre 2003, 372.000 widerstandsfähige Zementzisternen gebaut werden. 2 Millionen Menschen in 1.076 Gemeinden wurden begünstigt, sei es mit der Zisterne, aber auch mit Kenntnissen über die Wasserbevorratung und -nutzung, auch über die Zisterne hinaus. Außerdem wurden tausende von Maurern ausgebildet, die die Bauarbeiten ausführten und so ihr Einkommen sicherten; sämtliche Materialien wurden vor Ort gekauft.

Aber PE-zisternen werden von der Fabrik fertig vors Haus gestellt. Wer gewinnt dabei? Private Firmen der verschiedenen Regionen. In einigen Gegenden „gewann“ das mexikanische Unternehmen Rotoplas die Ausschreibung. Zweifelsohne steckt viel Gewinn dahinter, denn eine Zementzisterne kostet R$ 2.080,00 R$, eine Plastikzisterne dagegen R$ 5.000,00. Dies bedeutet einen gewaltiger Rückschritt des ursprünglichen populären Projektes. Das Ende des Abkommens mit der ASA bedeutet, dass die brasilianische Regierung ein Projekt, das von der Zivilgesellschaft geleitet und ausgeführt wird, aufgibt um ein anderes überzustülpen, bei dem die Betroffenen kein Mitspracherecht haben. Die Probleme der „Armen zu lösen, ohne sie mit einzubeziehen ist ein sehr großer Fehler und bringt keinen Nutzen“, bestätigt auch Leonardo Boff. Dieser sagt weiter „Diese unbekannten Technologie bringt die Begünstigten in Abhängigkeit, die  Plastikzisternen können zur Wahlpropaganda von lokalen Politikern genutzt werden“.

Aber die Zivilgesellschaft, VertreterInnen der soziale Organisationen und NGOs sagen ein klares NEIN. Innerhalb nur 5 Tagen wurde eine Großdemonstration organisiert, Großdemonstration Die Menschen, die aus den neun  Bundesstaaten des semiariden Gebietes ankamen, trafen sich in den frühen Morgenstunden des 20. Dezembers in Juazeiro. In einer riesigen Schlange, die keine Ende zu haben schien, ging es über die Brücke zur Nachbarstadt Petrolina, wo am Kirchplatz eine Kundgebung stattfand. Es nahmen sage und schreibe 15.000 Menschen teil. Familien die bereits Zisternen über das ASA-Programm erhielten, Familien die noch keine Zisterne haben, Gruppen,  rganisationen, Pfarrgemeinden und Pastoralgruppen, usw. Die Medien übertrugen die Veranstaltung auf lokaler und nationaler Ebene.

Damit rechneten die Regierungsverantwortlichen nicht. Sie mussten Antwort geben und luden die Koordinierungsgruppe der ASA zu einer Besprechung am 23. Dezember in Brasilia ein. Das Ergebnis war, dass der Teilbetrag für das Einmillionen Zisternenbauprogramm in Höhe von R$ 23.000.000 freigegeben wird und als Frist für die Beendigung der Baumaßnahme auf den April 2012 festgesetzt wurde. Auch für das Projekt 1 Land und 2 Wasser wurde die Fortführung gewährleistet.

Am 3. Januar wurde eine weitere Versammlung anberaumt, bei der über ein neues Abkommen über den April hinaus diskutiert und entschieden werden soll. Dieser Erfolg war nur möglich, weil die Zivilgemeinschaft ihren Kompromiss im Kampf um die Konviventia mit dem semiariden Klima gezeigt hat. Die Demonstration konnte die Größe und Kraft der ASA zeigen! die am 20 Dezember stattfand. Es nahmen 15.000 Menschen teil."

Hier ist eine Präsentation, die den Aufbau von Zisternen nach dem von der IRPAA entwickelten System zeigt - viele arme Menschen haben Arbeit und Wasser! Hilfe zur Selsbthilfe!

Regelmäßige Information

Maria Oberhofer hat inzwischen bereits den 2. Einblick geschickt, eine konzentrierte Information über die Entwicklungen in Brasilien.

Sie stehen als .pdf-Datei zur Verfügung:

 

  •  Ein Blick Ausgabe 1

    Allgemeines aus Brasilien /

    Genehmigung des Waldgesetzes, das den Rücken der Großgrundbesitzer und -unternehmen stärkt.

    Die Regierung genehmigt den Bau des umstrittenen Wasserkraftwerk und

    Megastaudamm Belo Monte.

    Seminar über Energie-Matrix

    WünschelrutengängerInnen Seminar in Juazeiro

    Treffen der regionalen des Arbeitskollektivs der Gemeinschaftsweideflächen

    Projekt ATER Frauen

    Umwelterziehung hautnah erleben– Schifffahrt auf dem São Franciscofluss.

     
  •  Ein Blick Ausgabe 2

    Allgemeines aus Brasilien

    „Ein reiches Land ist ein Land ohne Elend“

    Ableitung des Sao Franciscoflusses.

    Attentat gegen Leben

    Seminar der indigenen Jugendlichen in Cabrobó/Bundesstaat Pernambuco.

    Seminar zur Eröffnung der Kampagne „Volksgericht soll über Verhaltensmissbrauch des

    Gerichtswesens“ entscheiden. (Tribunal popular do judiciário )

    Semiarido Show

 

 

Maria würde sich zweifellos über eine Reaktion freuen ( maria(at)irpaa.org)