Fastenaktion 2011
Traditionell wurde am Aschermittwoch (09.03.2011) die Fastenaktion eröffnet, die mit ihren Impulsen weit über die Fastenzeit hinaus wirken wird.
Bei der Heiligen Messe - in der auch das Aschenkreuz ausgeteilt wurde - hing das
Misereor-Hungertuch über dem Altar(ein weiteres befindet sich mit entsprechenden Erläuterungen in der Seitenkapelle).
In seiner Predigt ging Prälat Günther auf die Botschaft dieses Hungertuchs ein, dass er Künstler Sokey Edorh aus Togo geschaffen hat. Es enthält eine bewegende Aussage zu unserer Zeit. Man sieht den Gegensatz zwischen den reichen Industrieländern - symbolisiert durch Hochhäuser und Hinweis auf Finanzgiganten - und dem Leben in einem afrikanischen Slum. Darüber schwebt in Gestalt einer Taube der Heilige Geist Gottes. Er will mit seiner Gnade zu barmherzigen Handeln führen. Wir dürfen nicht gleichgültig sein, wie das Evangelium vom Endgericht deutlich macht.
Im Gottesdienst konnte Prälat Günther die Herren Harald Schistek und Johannes Schaaf begrüßen, mit denen wir durch das Hilfsprojekt "Trotz Dürre leben" verbunden sind: Harald Schistek ist Mitbegründer jenes Instituts, welches im Nordosten Brasiliens den Kleinbauern hilft, ungeachtet der widrigen klimatischen Verhältnisse leben zu können, Johannes Schaaf ist bei Misereor für dieses Partnerschaftsprojekt zuständig. Die Kollekte war für Misereor bestimmt, so dass die Botschaft des Hungertuchs unmittelbar lebendig wurde.
Eröffnung der Fastenaktion
Die Fastenaktion 2011 wurde im Anschluss an die Heilige Messe im Föhrenkrug eröffnet. Prälat Günther begrüßte die Teilnehmer, Herr Michael Schmecht übernahm die Moderation der Veranstaltung (siehe hierzu die Bilder)
Der Schirmherr der Aktion "Trotz Dürre leben", Prof. Dr. Carl H. Hahn, hatte ein Grußwort geschrieben, welches verlesen wurde. Hierin fordert er zu verstärkten Anstrengungen im Einsatz für die Not leidenden Menschen auf.
Harald Schistek erläuterte anhand einer Präsentation (IRPAA2011.pdf 4,4 MB), wie das von ihm mitbegründete Institut
IRPAA den Kleinbauern hilft, ungeachtet des trockenen Klimas - acht Monate kein Regen! - zu existiieren.
Das Biom der Caatinga selbst bietet einen Reichtum an Nahrungs- und Futterpflanzen. Der Umbubaum speichert in der Regenzeit Wasser in seinen Wurzeln, so dass er noch vor dem Beginn der nächsten Regenzeit austreiben und Früchte bilden kann, oft mehr als 70kg an einem Baum. Diese werde zu Marmelade u.s.w. verarbeitet und sogar exportiert - ein wichtiges Nebeneinkommen für die Kleinbauern.
Selbst Kakteen - die typischen Pflanzen eines Trockenklimas - können als Viehfutter genutzt werden.
Die Ziege ist das Haustier, welches unter den Bedingungen der Caatinga gute Erträge gewährleistet, denn sie ist genügsam und gibt Milch ohne so viel Wasser wie das Rind zu brauchen.
Sehr wichtig ist der Umgang mit dem Wasser - nach dem Beispiel des Umbubaums wird es während der Regenzeit gesammelt in Zisternen oder auch in tiefen Becken, deren Oberfläche angesichts der Verdunstung von 3000mm jährlich möglichst klein gehalten wird. Die gerade von unserem Projekt in Zusammenarbeit mit VW geförderten Handpumpen haben sich so bewährt, dass sie inzwischen auch von staatlicher Seite finanziert werden.
Sehr aktuell war der Bericht über die Vertreibung von Kleinbauern durch Großgrundbesitzer - oft mit betrügerisch erlangten Besitztiteln - , die Zuckerrohr für die Ethanolproduktion anbauen wollen. Neben der Zerstörung von Siedlungen kam es auch zu Morden.
Johannes Schaaf, der unser Partnerschaftsprojekt bei MISEREOR betreut, berichtete, wie die im Nordosten durch die IRPAA betriebene Konviventia - das Leben in Harmonie mit der Natur - auch in dem von Ihm betreuten Projekt in Haiti erfolgreich praktiziert wird. Dort sind die Wälder abgeholzt worden, so dass der Boden von den Hängen weggeschwemmt wird. Nun leitet man die Kleinbauern an, Waldgärten anzulegen, wo zwischen Bäumen, die dem Boden Halt geben, Gemüse, Obst, Kakao und Kaffee angebaut wird - eine nachaltige Wirtschaftsweise.
Sehr erfreulich waren die Beiträge der Jugend, deren Engeagement ansteckend wirkte:
- die KJG greift Anregungen der Jugendaktion von MISEREOR auf und wird in den sieben Fastenwochen verschiedene Themen behandeln.
- die CAJ wird unsere Fastenessen mit Werbeplakaten versorgen und den Fairen Handel unterstützen.
Andrea Kalbitzer und Eberhard Hohenhausen präsentierten ein reichhaltiges Sortiment fair gehandelter Waren und referierten ber die Bedeuutund dieses Beitrags zur Gerechtigkeit - wovon auch in der Predigt von Prälat Günther die Rede war.
Grußwort des Schirmherrn
Grußwort
des Schirmherrn des MISEREOR-Partnerschaftsprojekts "Trotz Dürre leben",
Prof. Dr. Carl H. Hahn zur Eröffnung der Fastenaktion 2011
Die im Rahmen unseres Hilfsprojektes „Trotz Dürre leben“ seit vielen Jahren praktizierte Entwicklungspartnerschaft zwischen MISEREOR und IPRAA - dem Institut für angepasste Landwirtschaft und Tierhaltung - hat sich im dürregeplagten Nordosten Brasiliens im Kampf gegen die Armut bewährt. Tausende von Menschen erhielten dadurch dringend benötigte Hilfe zur Selbsthilfe. Die Installation von Handpumpen ermöglichte der dortigen Landbevölkerung den Zugang zum Elementarsten, was der Mensch zum Leben braucht, nämlich Wasser, und ebnete damit den Weg für eine bescheidene, aber nachhaltige, an das Klima angepasste Landwirtschaft. Das Wasser sichert vielen der unverschuldet in existentielle Not geratenen Menschen dieser Region heute nicht nur die Lebensgrundlage, sondern gibt ihnen zugleich auch die Hoffnung auf eine menschenwürdige Zukunft und damit neuen Lebensmut.
Mit Ihren Spenden hatten Sie wesentlichen Anteil am bisherigen Erfolg dieses Projektes. Darauf können Sie zu Recht stolz sein. Gleichzeitig müssen wir aber auch realisieren, dass es bislang allenfalls ein paar Tropfen waren, die wir auf die Region haben fallen lassen. Weiterhin leben im Nordosten Brasiliens hunderttausende Menschen in großer Armut und sind auf wirksame Unterstützung angewiesen. Angesichts dieses Ausmaßes der Not sollten wir uns zum Ziel nehmen, auch möglichst viele derjenigen in unserem Dekanat, die sich bisher noch nicht beteiligten, für unser Vorhaben zu mobilisieren. Das schließt natürlich auch unseren Freundeskreis ein. Schließlich bin ich überzeugt, dass das Spendenaufkommen pro Kopf des letzten Jahres von wenig mehr als einem Euro noch spürbar gesteigert werden kann.
Als Schirmherr unserer Fastenaktion appelliere ich deshalb erneut an alle Mitglieder unserer Kirchengemeinde, sich solidarisch zu zeigen und unser gemeinsames Projekt nach Kräften zu unterstützen. Dabei geht es aber nicht allein nur um klingende Münze. Denn bei der Bekämpfung des Elends auf der Welt ist verantwortungsvolles Handeln, politische Einflussnahme und damit Bürgerengagement im besten Sinne des Wortes wichtiger denn je. Jeder von uns kann seinen Beitrag für eine bessere, gerechtere Welt leisten. Die Änderung des persönlichen Lebensstils und der verantwortungsvolle Umgang mit unserer Umwelt sind erste wichtige Schritte auf diesem Weg.
In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich in Verbundenheit
Carl H. Hahn
25.02.2011
Fastenessen
Fastenessen in unseren Gemeinden
Ev.luth. Christuskirche
Sonntag, 13.03.2011, ab 11:30 Uhr
St. Bernward, Nordstadt
Sonntag. 27.03.2011, ab 11:00 Uhr
Erlös zugunsten der "Brasilienhilfe Caetite"
St. Joseph, Oppelner Straße
Sonntag, 03.04.2011, ab 11:30 Uhr
Erlös zugunsten der Mission Ghana und Peru
St. Christophorus, Stadtmitte
Sonntag, 03.04.2011, ab 11:30 Uhr
der Erlös kommt der MISEREOR-Aktion "Trotz Dürre leben" zugute
Die Veranstaltung steht unter dem Leitwort "Gottes Schöpfung bewahren"
Sie haben hier die Möglichkeit, sich über diverse Themen zu informieren, wie z.B. Klimaschutz-Initiativen; Beispiele, wo Sie Waren in Bio-Qualität in Wolfsburg erhalten, Tipps zum Umweltschutz.
Auch können Sie sich gerne über den Fairen Handel informieren oder Produkte von El Puente dort käuflich erwerben.
St. Heinrich, Rabenberg
Samstag, 09.04.2011, ab 19:00 Uhr
Erlös zugunsten der Haiti-Mission


