Von Brasilien nach Afrika!
- Fastenaktion 2010.
- Von Brasilien nach Afrika!.
- Ratsgymnasium.
- Dekanatsjugend in Brasilien.
- Bras. Jugend in Wolfsburg.
- 1/2 Million Euro für MISEREOR.
Maria Oberhofer schult in Afrika
Unsere befreundeten Partner vom Institut
IRPAA (Instituto Regional da Pequena Agropecuária Apropriada) haben seit vielen Jahren landwirtschaftliche Methoden entwickelt, die an das Dürreklima angepasst sind und den Kleinbauern eine gesicherte Existenz bieten. Diese Methoden werden unter dem Begriff "Konviventia" (mit dem Klima leben) zusammengefasst
Nun werden zwei Fachleute, Maria Oberhofer und José Moacir des Santos nach Mosambik entsandt, um diese Methode auch dort einzuführen. Ein großartiger Erfolg im Kampf gegen den Hunger in der Welt.
Wir freuen uns, dass unsere Unterstützung der IRPAA dank Maria und José - die beide schon in Wolfsburg waren - so weit ausstrahlt.
(die nebenstehenden Bilder können durch Klicken vergrößert werden)
IRPAA Instituto Regional da Pequena Agropecuária Apropriada.
Utilidade Pública Federal, Portaria 1.531/06
Utilidade Pública Estadual, Lei nº 7429/99
Utilidade Pública Municipal, Lei nº 1.383/94
C.N.P.J. 63.094.346/0001-16
Av. das Nações, 04 – Bairro Castelo Branco,
Caixa postal 21 – 48907-218- Juazeiro- Bahia – Brasil.
Tel. (0xx74) 3611-6481 – Fax: (0xx74) 3611-5385.
www.irpaa.org; - E-mail: irpaa@irpaa.org
Kurzbericht über die Reise nach Mosambik
Über ein deutsches Ehepaar, die als Fachkräfte im Entwicklungsdienst über die Welthungerhilfe in Mosambik und Angola arbeiten, wurden wir gebeten, die Wünschelrutenarbeit und Schulung über die Konviventia, das “im Einklang mit dem semiariden Klima leben", in der semi-ariden Region von Mosambik durchzuführen. Diese Fachkräfte kannten die Arbeit vom IRPAA, da sie vor einiger Zeit für 3 Jahre im Bundesstaat Pernambuco, Brasilien, gearbeitet hatten.
Sehr gerne gingen wir dieser Einladung nach, da der Süd-Süd-Austausch eine sehr wichtige
Erfahrung für beide Seiten und Länder ist. Zusammen mit José Moacir dos Santos, dem
Hauptkoordinator vom IRPAA, war ich in der Zeit vom 19.09 bis 12.10.2009 in Mosambik.
Klimatische Regionen
Wir kamen in der Hauptstadt Maputo an und fuhren dann mit dem Auto in die ca. 800 km entfernt liegende Stadt Vilankulos, Küstenstadt in der Provinz (Bundesland) Inhambane. Von dort aus dann weitere 200 km nach Mabote, einer Stadt im Landesinneren der semi-aride Region.
Im ersten Moment hatten wir die Gelegenheit, die Situation der ländlichen Familien, Kinder,
Schulen, etc. kennenzulernen und auch die Projekte und Arbeiten, die mit Hilfe der Welthungerhilfe ausgeführt werden. Auch waren wird dabei, als eine über die Welthungerhilfe gebaute Schule eingeweiht wurde; wir besuchten auch das Millenniumziel-Dorf “Aldeia Milénio” Mabote. (Anmerkung: Die Welthungerhilfe hat eine Initiative weltweit in 15 Milleniumzieldörfern konkrete Arbeit der Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, um der extremen Armut und Hunger entgegenzuwirken. Außerdem soll den Kindern die Möglichkeit des Besuchs der Grundschule gewährleistet und die hohe Rate der Kindersterblichkeit und Aidskranken gesenkt werden. Die Milleniumzieldörfer sollen 5 Jahre direkt begleitet und monitoriert werden. Von den 15 Milleniumzieldörfern befinden sich, 7 in Afrika: Angola, Burkina Faso, Ruanda, Äthiopien, Madagaskar, Benin und Mosambik), 3 in Lateinamerika: Bolivien, Ecuador und Nicaragua) und 5 in Asien: Afghanistan, Kambodscha, Tajikistan und 2 in Indien).
Unsere ersten Reiseeindrücke waren, dass die Gegend sehr ähnlich der semi ariden Region
Brasiliens ist, besonders wegen der klimatischen Ähnlichkeit. Allerdings treten im Gegensatz zur semi-ariden Region Brasiliens auch Zyklone auf, (starke Winde die große Schäden anrichten). Das Biom von Mosambik wird als Savanne beschrieben, es ist eine Mischung von dem Biomen Caatinga und Cerrado, einige Pflanzen erkannten wir als “unsere Pflanzen in Brasilien”.
Das Bild das am häufigsten zu sehen war: Frauen, die mit ihren Kleinkinder in einem Tuch am Rücken gebunden, mit Plastikgefäßen auf dem Kopf Wasser vom Brunnen nach Hause tragen. Eine Tätigkeit die beinahe den ganzen Tag über ausgeführt wird, vor allem von den Frauen und Kindern, da es in den Häusern praktisch keine Möglichkeiten gibt das Wasser aufzubewahren. Außerdem gibt es lange Schlangen von Plastikgefäßen an den Brunnen, denn oft muss gewartet werden bis wieder Wasser vorhanden ist.
Die Häuser sind hauptsächlich Lehmhäuser mit Strohdächern und in der Regel ohne
Inneneinrichtung. Tätigkeiten wie Abwasch, Wäschewaschen, Kochen, etc. werden in gebückter Haltung und am Boden ausgeführt, hierbei sind die Kleinkinder auch auf dem Rücken der Mütter. In den Landgemeinden sprechen die Leute beinahe ausschließlich die ursprüngliche Stammessprache. Ein Großteil der Menschen sind Analphabeten. In den Schulen wird portugiesisch gesprochen und gelehrt. Allerdings hatte eine sehr hohe Zahl von Menschen keine Möglichkeit des Schulunterrichts und daher ist die portugiesische Sprache meist nicht bekannt und geläufig. Im Allgemeinen sind die Häuser und Grundstücke im Dorf nicht durch Zäune getrennt. Tierhaltung, sei es Ziegen- und Schafhaltung sowie Rinderhaltung gab es kaum, wenn dann wurden die Tiere von einem “Pastor”, der meist ein Jugendlicher war, gehütet. Die Landfrage ist anders gelöst als in Brasilien. In Mosambik erhalten die Familien die "Consessao de Uso das Terras", das Landnutzungsrecht. Diese Konzession der Landnutzung wird für einige Jahre von der Regierung vergeben, die immer wieder erneuert werden muss. Allerdings wird auch der Gemeindeführer “Regolo” (Dorfsprecher), dieser Mensch hat eine besondere Stellung in der Gemeinschaft, vor der
Vergabe von Land gefragt, ob genügend Land für die Vergabe vorhanden ist. Zumindest war es so in der Gegend, die wir kennenlernen durften. In der Regel gibt es keine elektrische Stromversorgung.
In den Dorf Aldeia Milenio Mabote wird in verschiedenen Bereichen gearbeitet. Zum Einen über Kurse, vor allem in der vielfachen Nutzung von Gemüse, etc. getrocknete Gemüse, Früchte, etc. wie auch der Weiterverarbeitung der Früchte zu Marmelade, etc. Zum anderen werden in diesem Dorf Latrinen gebaut und auch die Struktur der Häuser verbessert. Die Kinder haben Zugang zum Schulunterricht.
Im Gegensatz zu Brasilien muss beachtet werden, dass Mosambik neben der portugiesischen
Kolonisierung auch noch einen Bürgerkrieg durchlebte, der erst im Oktober 1992 zu Ende
ging.
Die Besuche in den Dörfern waren sehr wichtig, auch um die Realität der Familien und ihre
Situation kennenzulernen. Im Weiteren hielten wir einen Kurs über die “Konviventia mit dem
semi-ariden Klima” ab. Dabei nahmen die MitarbeiterInnen teil, die im Projekt der Welthungerhilfe
arbeiten (die mosambikanischen TechnikerInnen) sowie MitarbeiterInnen und Vertreter von Regierungsorganisationen, LehrerInnen, etc., die in den Dörfern arbeiten.
Der Kurs wurde in der Kleinstadt Mabote abgehalten. Die Stadt hat keine Stromversorgung.
Lediglich für 3 Stunden täglich gab es Strom über ein Aggregat.
Bei dem Kurs über die Konviventia mit dem semi ariden Klima ging es uns um den ganzheitlichen
Ansatz und nicht darum einige Technologien als “Notlöser” vorzustellen. Als erstes
sollten die TeilnehmerInnen auf die Geschichte der Region, Kolonisierung, etc. eingehen.
Anfangs wurde seitens der TeilnehmerInnen das Klima als “Schuldige” für Hunger und
Armut angegeben, in den folgenden Tagen änderte sich diese Einstellung es wurde erkannt,
dass die Lösungsvorschläge ganzheitlich sein sollen und die verschiedenen Bereiche mit
einbeziehen müssen; sie müssen vor allem natürlich auch im Schulunterricht präsent sein. Als
Herausforderung kann gesehen werden, dass die Regenwassersammlung nur möglich ist, wo
es Ziegeldächer gibt. Bei den Strohdächern ist die Gefahr sehr groß dass die Wasserqualität
unzureichend ist, vor allem wegen der Pilze, Bakterien usw. der Strohdächer. Die Schulgebäude,
die gebaut werden, ermöglichen dies. Es wurde deutlich, dass es bei der durchschnittlichen
jährlichen Niederschlagsmenge von 400 bis 800 mm nicht an Regen fehlt, sondern daran, das Regenwasser aufzubewahren. In Gruppenarbeiten und Rechnungen wurde festgestellt, dass jährlich Tausende Liter Wasser vergeudet werden, weil es keine Behältnisse gibt, diese aufzubewahren. Ein wichtiger Teil des Kurses war auch das Thema der Wasserhygiene.
Durch den Bau eines Filters mit Holzkohle und Sandschichten sollte gezeigt werden, dass es möglich ist, mit einfachen und zur Verfügung stehenden Mitteln die Qualität des Trinkwassers erheblich zu verbessern. Dabei war es wichtig auch auf Themen einzugehen, dass die Flachbrunnen einen Mindestabstand zu Latrinen, etc. haben müssen. Wir haben die Möglichkeiten aufgezeigt, das ganze Jahr über den Wasserbedarf für die Familien zu gewährleisten.
Jeden Morgen hatten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit ihr Talent hinsichtlich der Wünschelrutenfühligkeit zu testen. Und dabei konnten vier rutenfühlige Menschen ausfindig gemacht werden: 3 Männer und 1 Frau. Die Frau, Neyka sagte überglücklich, dass “sie sehr
dankbar und beeindruckt ist von dem Ergebnis, denn so kann sie den Menschen im Dorf noch
viel besser helfen”. Die 4 WünschelrutengängerInnen konnten im Anschluss an den Kurs über
die Konviventia ihre Rutenfühligkeit in einem speziellen Kurs vertiefen. Dazu arbeiteten wir
vor allem im praktischen Kursteil und einen Tag auch in einem Dorf, wo auch ein Flachbrunnen
lokalisiert werden musste, den die DorfbewohnerInnen graben werden. Da diese Arbeit sehr neu ist und auch nicht bekannt war, ist es eine sehr große Herausforderung für diese Menschen, die jetzt bei dieser Arbeit auf sich gestellt sind. Es wäre sehr wichtig, wenn es eine Gelegenheit geben würde, diese Arbeit hin und wieder direkt zu begleiten.
Neben dem Thema über Klima und Wasser wurde auch Themenbereiche über angepassten
Ackerbau, Tierhaltung, Veredlung von Früchten, Schulerziehung vertieft, zum Teil auch in
praktischen Kursteilen. Die TeilnehmerInnen hatten die Möglichkeit, den Unterschied zu sehen, Kulturpflanzen mit und ohne Mulchschicht zu kultivieren, Kompost anzulegen, Kenntnisse über Bodenstruktur und Bodenlebewesen, etc. zu vertiefen; außerdem stellten wir die Funktion der einfachen Handpumpe, Zisternenbau, und andere Technologien zur Regenwasserbevorratung. etc. vor.
Der Süd-Südaustausch ist ohne Zweifel für beide Seiten sehr wichtig. Es ist jedoch unabdinglich,
dass eine lokale Gruppe, Organisation, NGO, etc. diese Arbeiten begleitet. Sicher ist
es eine interessante Entscheidung, die Schulung für die TechnikerInnen zu halten, die dann
mit der ländlichen Bevölkerung arbeiten. Es wäre wichtig, diese Arbeiten nicht nur einmalig
zu machen, sondern die Gelegenheit zu haben, nach einigen Monaten zurückzukehren. Dies
ist vor allem bei der Wünschelrutenarbeit sehr wichtig.
Juazeiro, 30.10.2009
Maria Oberhofer













