Kirche und Umwelt
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Schöpfung bewahren aktuell
Gottes Schöpfung bewahren
Informationen zur Schlussrunde des Dekanats-Männertags am 13.03.2011
Klimaschutzinitiative des Bistums Hildesheim
Das Bistum hat insgesamt das Ziel, mit seiner Klimaschutzinitiative*) mindestens 20% des heutigen Energieverbrauches bis zum Jahr 2020 einzusparen. Das ist ein durchaus ehrgeiziges Ziel, weil es sich bei den kirchlichen Immobilien im Bistum um überwiegend ältere Bestandsbauten handelt. Mit dieser Klimaschutzinitiative soll der Energieverbrauch und damit der CO2-Ausstoß, der beim Betrieb der Gebäude der Kirchengemeinden und diözesanen Einrichtungen entsteht, nachhaltig gesenkt werden.
Zunächst werden 100 Gebäude im Bistum durch externe Energieberater untersucht, um Empfehlungen zur Ernergieeinsparung zu entwickeln.Erhaltung der biologischen Vielfalt
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) veröffentlicht die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, die vom Bundeskabinett am 7. November 2007 beschlossen wurde. Darin heißt es: "Wie kann unter den Bedingungen einer modernen Industriegesellschaft Schutz und Nutzung der biologischen Vielfalt so gestaltet werden, dass die Vielfalt der Arten und Naturräume erhalten wird und das gesellschaftliche und wirtschaftliche Interesse an einer angemessenen Nutzung realisiert werden kann? Die optimale Verknüpfung der beiden Seiten ist eine Schlüsselfrage der nachhaltigen Entwicklung. Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt spricht nicht nur die innerstaatlichen Einrichtungen in Bund, Ländern und Kommunen an, sondern alle gesellschaftlichen Akteure. Ziel der Strategie ist es, alle gesellschaftlichen Kräfte zu mobilisieren und zu bündeln, so dass sich die Gefährdung der biologischen Vielfalt in Deutschland deutlich verringert, schließlich ganz gestoppt wird und als Fernziel die biologische Vielfalt einschließlich ihrer regionaltypischen Besonderheiten wieder zunimmt."
Was können Kirchengemeinden zu diesem Ziel beitragen?
z.B. NABU-Aktion „Lebensraum Kirchturm“ -
Niststeine im Turm der St. Christophoruskirche, Turmfalke in St. BernwardTag der Schöpfung am 03.09.2011
Die Ostkirchen begehen seit langem eine Tag der Schöpfung. Nun soll er auch im Westen ökumenisch begangen werden, in diesem Jahr am 03. September.
Die Bedrohung der Schöpfung durch Klimawandel und Raubbau wird immer deutlicher. Da ist es wichtig zu zeigen, dass die Schöpfung für uns Christen nicht ein beliebig nutzbares Gut ist, sondern uns anvertraut „Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.“ (Gen 2,15).
*) http://www.bistum-Hildesheim.de/bho/dcms/sites/bistum/gesellschaft/umwelt/dok/projektbeschreibung_ksi.pdf(pdf, 1,4 MB)

- Kirchenverantwortung
Das kirchliche Umweltmanagement ist in einige Diözesen schon weit entwickelt. Davon können wir lernen. Daher werden hier einige Informationen erschlossen.
Umweltschutz gemeinsam vorantreiben
Aus dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekt "Kirchliches Umweltmanagement" hat sich das
Kirum Netzwerk entwickelt, um kirchliches Umweltmanagement der beiden großen Kirchen voran zu treiben. Die Zeichen der Zeit stehen auf Veränderung: Die Lebens- und Wirtschaftsweise muss nachhaltig werden, um zukunftsfähig zu sein. Diese Veränderung kann nicht allein von den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft erwartet werden; auch die Kirchen können und müssen in ihrem Wirkungsbereich handeln. Das kirchliche Umweltmanagement bietet machbare und wirksame Wege hin zu nachhaltigerem Wirtschaften.
Handeln für die Zukunft der Schöpfung
Der Schöpfungsglaube gehört zum Kernbestand der christlichen Überlieferung. Umweltverantwortung wahrnehmen heißt darum im kirchlichen Kontext nicht einer Mode folgen, sondern dem eigenen Erbe gerecht zu werden. Auf diesem Weg bietet das Kirchliche Umweltmanagement eine Chance, die vielfältigen theologischen Reflexionen, Verlautbarungen und Empfehlungen im eigenen Handeln zu konkretisieren. Auf der Basis eigener Praxis können die Kirchen glaubwürdig und wirksam zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Gesellschaft beitragen.
Mit etwa 1,3 Mio. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ihren zahlreichen Einrichtungen im Verwaltungs-, Sozial-, Bildungs- und Wirtschaftsbereich sind die Kirchen nicht nur einer der größten Arbeitgeber in Deutschland, sondern aufgrund der Vielzahl an Ehrenamtlichen auf allen Ebenen der kirchlichen Arbeit auch wichtige gesellschaftliche Multiplikatoren. Die Einführung von Umweltmanagementsystemen in kirchlichen Einrichtungen hat damit neben der rein innerbetrieblichen eine eminent gesellschaftspolitische Relevanz.
Nachhaltiges Wirtschaften ist möglich
Im ökumenischen Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement (KirUm) sind Landeskirchen, Diözesen und Freikirchen sowie Einrichtungen aus Kirche, Diakonie und Caritas organisiert. Die Netzwerk-Mitglieder betreiben regelmäßigen Erfahrungsaustausch und sichern bundesweit gemeinsame Qualitätsstandards; sie sind bereit, ihre eigene ‚gute Praxis’ weiterzugeben und gemeinsam weiterzuentwickeln. Mit Energie- und Umweltmanagement will KirUm dazu beitragen, dass die beteiligten kirchlichen Einrichtungen und Gemeinden ihren Ausstoß an CO2 bis zum Jahr 2012 um 20 Prozent gegenüber dem Stand von 2003 verringern.
Kirchliche Entscheidungsträger, sowie ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende in den Kirchen fordern dazu auf, sich für Umwelt- und Klimaschutz in kirchlichen Einrichtungen und Gemeinden zu engagieren:
1. Umweltwissen verbreiten: Bei kirchlichen Aktivitäten soll gezeigt werden, dass die Berücksichtigung von Zukunftsfähigkeit, Generationengerechtigkeit und weltweiter CO2–Gerechtigkeit eine Bereicherung und einen Gewinn für alle darstellt.
2. Energie- und Umweltmanagementsysteme einführen: In allen kirchlichen Gemeinden und Einrichtungen soll der Verbrauch von Strom, Wärmeenergie und Wasser regelmäßig dokumentiert werden. Diese Daten dienen als Grundlage zur Ausarbeitung von Einsparmaßnahmen. Die Effizienz von Einzelmaßnahmen kann durch ein dauerhaftes systematisches Management erheblich gesteigert werden.
3. Umwelt- und Klimaschutz in der kirchlichen Verwaltung integrieren: Die Landeskirchen und Diözesen haben Vorbildfunktion und können verbindliche Elemente zur Bewahrung der Schöpfung in Regelwerke und Fördermaßnahmen integrieren, z.B. Bauvorschriften, Beschaffungsrichtlinien, Energieeffizienz, Verpflichtung zu einem standardisierten Berichtswesen mit Umweltkennzahlen, Förderung von Umweltmanagement, Nachhaltigkeit in Bildung und Kommunikation, etc. Das Engagement zur Bewahrung der Schöpfung ist eine Form der Verkündigung und Bestandteil kirchlicher Identität. Durch Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung im Umwelt- und Klimaschutz können die Kirchen eine glaubwürdige Umwelt- und Klimaschutzpolitik maßgeblich voranbringen.
Klimaschutzinitiative Hildesheim
weitere Informationen
Seit Mitte der 90er Jahre hat sich das europäische Umwelt-Audit-System
EMAS (Eco Management and Audit Scheme) als effektives Instrument des Umweltmanagements in vielen Unternehmen und Institutionen durchgesetzt. Die Grundlage des Systems bildet die "EG-Umwelt-Audit-Verordnung" von 1993. Bei der Novellierung 2001 wurde darauf geachtet, dass die Eigeninitiative der Unternehmen im Umweltschutz weiter gefördert wird.
Grundsätzlich basiert EMAS auf der Verpflichtung, über die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen hinaus die eigene Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Bestandsaufnahme, Programm und turnusmäßiger Soll-Ist-Vergleich gehören zu einem Regelkreislauf durch den dieser Prozess gewährleistet wird.
Vorteile eines Umweltmanagements
Zielorientiertes und kontinuierliches Management
Das Umweltmanagement legt klare Ziele in einem abgestimmten Prozess fest. Die Zielerreichung wird regelmäßig auf den Prüfstand gestellt. Als Grundlage für diesen systematischen Verbesserungsprozess werden Zuständigkeiten und Abläufe geregelt. Insofern ergänzt das Umweltmanagement Prozesse zur Verwaltungsmodernisierung mit seiner ergebnisorientierten Steuerung, seinen Zielvereinbarungsverfahren, seiner Budgetierung und der dezentraler Ressourcenverantwortung.
Ressourcenschutz und Mitarbeitendenmotivation
Organisationen verbrauchen Energie, Strom, Wasser und Büromaterialien. Auch Bauvorhaben und Dienstreisen schlagen ökologisch zu Buche. Maßnahmen in diesen Handlungsbereichen sind nur erfolgreich, wenn sich die Organisation als Ganzes mit ihrem Managementsystem darauf ausrichtet, die Mitarbeitenden motiviert sind und sich aktiv daran beteiligen.
Wirksame Kommunikation nach innen und außen
Die Einführung von Umweltmanagementsystemen beinhaltet ganz wesentlich kommunikative Prozesse. Diese fördern die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, eine gemeinsame Organisationskultur und die Motivation der Mitarbeitenden, sowie mit einem positiven Image in die Öffentlichkeit wirken.
Biologische Vielfalt auf dem Kirchengelände
Kirche und biologische Vielfalt – St. Christophorus
Wir haben damit begonnen, als Kirchengemeinde einiges im Sinne der „Nationalen Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt“ zu tun.
Neben den aktuellen Einzelvorhaben
Anbringung von Nistkästen am Kirchturm
Anlage einer Streuobstwiese hinter dem Bonifatiushaus
sollte ein Gesamtkonzept bestehen, welches nach und nach umgesetzt wird.
Die fachliche Leitung sollte beim NABU liegen, der Kirchenvorstand wird eingeschaltet,
die Gemeindemitglieder sind nicht nur zu informieren, sondern auch
über die Bedeutung der Erhaltung der biologischen Vielfalt zu informieren -
s. das Motto „Gottes Schöpfung – uns anvertraut“zu motivieren, ungewohnte Veränderungen zu akzeptieren
(z.B. Pfaffenhütchen statt Rhododenron)anzuleiten, auf eigenen Grundstücken ebenfalls in diesem Sinne zu handeln,
z.B. einheimische Sträucher zu pflanzen.
Unter anderem wären folgende Ideen zu prüfen:
Fassadenbegrünung
Pflanzen einheimischer Gewächse in geeigneten „Ecken“
Nistkästen von Kita betreut
Am „Tag der Schöpfung“ 3.9.
Begehung des Geländes mit Informationen
Anleitung für eigene Gärten (evtl. Abgabe von Ablegern etc.)
Werbung zur Mitarbeit (Pflege des Kirchengeländes – aber naturgerecht)
Anlage spezieller geeigneter Biotope (ursprünglich war das Gelände sumpfig)
Ideenwettbewerb
